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Ausgabe I/2008 Ausgabe II/2008
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Beitrag zum Thema RSS

RSS - eine Bibliothekstechnik
mit einem Exkurs zu RDF

von Barbara Lenk (Erstveröffentlichung einer Hausarbeit)

1. Einleitung

„First there was e-mail. Then there was the Web. Now there’s RSS.” schreibt Greg Rein­acker im Vorwort zu einem Buch der Programmierung mit RSS und Atom.
RSS ist das Thema dieser Hausarbeit. Sie entsteht im Rahmen des Moduls MB3_II: Neue Techniken in Bibliotheken. Grundlage ist die Arbeit im Team Kommunikation und Kollabora­tion (Web 2.0) und die dabei entstandene Kurzpräsentation zu RSS.
In der Hausarbeit soll das Thema RSS nun vertieft werden. Zunächst wird RSS selbst vorge­stellt: was ist RSS, Versionen, die Funktionsweise sowie der Aufbau eines RSS­-Dokumentes. Dann wird die Nutzung von RSS in Bibliotheken betrachtet. Ist es eine neue Technik in Bibliotheken? Oder eher noch eine zu neue Technik, die ihre Akzeptanz und Verbreitung noch erreichen muss? Es folgt ein Exkurs zu Resource Description Framework (RDF). Dieses Format steht in Verbindung zu RSS und ist von großer Bedeutung für das Semantic Web.

2. RSS

2.1. Definition

RSS ist ein plattformunabhängiges Format, das auf der Extensible Markup Language (XML) basiert. RSS ist also ein „Dialekt“ von XML. Es wurde entwickelt, um Nachrichten und andere Web-Inhalte auszutauschen. Die Bezeichnung RSS hat drei Bedeutungsmöglichkeiten. Die­se richten sich nach der jeweiligen Version des Formates. RSS kann stehen für:

  • Rich Site Summary (RSS 0.91 Netscape)
  • RDF Site Summary (RSS 0.90, RSS 1.0)
  • Really Simple Syndication (RSS 0.91 Userland, RSS 0.92, RSS 2.0)

Die einzelnen Versionen werden in Kapitel 2.2 näher erläutert.
Dokumente, die im RSS-Format erstellt werden, nennt man Feeds, Newsfeeds oder RSS­Feeds. Sie sind XML-Dateien, die sich nach der Syntax von XML richten und so wohlgeformt sind. Durch eine Dokumenten-Typ-Definition (DTD) oder XML Schema können sie auch vali­diert werden. RSS besteht aus einer kleineren Gruppe hierfür definierter XML-Elemente und Attribute sowie aus Regeln für die hierarchischen Beziehungen zwischen diesen Elementen. Es ist das XML-Vokabular mit dem größten Erfolg.
Die Plattformunabhängigkeit des Formates ist durch das textbasierte XML gegeben. RSS kann so über Betriebssystem- und Programmiersprachengrenzen hinweg genutzt, ausgewer­tet und weiterverarbeitet werden: von Betriebssystemen wie Windows, Linux oder Mac OS über Programmiersprachen wie Java, PHP, Perl. Somit können die Inhalte von RSS-Dateien auf Webseiten, Intranets und Desktopsoftware problemlos dargestellt werden.
RSS ist ein reines Inhaltsformat. Es verwendet XML, um Informationen semantisch auszu­zeichnen. Inhalt und Präsentation werden voneinander getrennt. Ein RSS-Feed ist also eine XML-Datei, welche den rein strukturierten Inhalt bereithält und logisch aufgebaut ist. Sie ent­hält jedoch keinen Ballast in Form von Design- und Layout-Elementen. Der Inhalt muss nicht nur Text sein. Es können auch Audio- und Videodaten in Form von Podcasts enthalten sein. RSS-Feeds können unterschiedliche Dateiendungen haben: .rss, .xml oder .rdf.

2.2. Versionen von RSS

2.2.1. Versionsgeschichte

Wie schon in Kapitel 2.1 angemerkt, gibt es von RSS mehrere Versionen. Diese wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten entwickelt und veröffentlicht. Sie haben unterschiedliche Features und Anwendungsgebiete. Nicht alle Versionen sind kompatibel zueinander. Von besonderer Bedeutung für die Entwicklung sind Dave Winer und dessen Firma Userland. Er steht maßgeblich für einen Zweig der RSS-Versionen. Dazu jetzt mehr.

Versionen von RSS
Tab.1: Versionen von RSS

In Tabelle 1 ist eine Übersicht zu den Versionen von RSS dargestellt. Begonnen hat die Entwicklung von RSS mit der Version RSS 0.90. Sie wurde von Netscape (Dan Libby) entwi­ckelt und am 15.3.1999 veröffentlicht. Grund für die Entwicklung war das Portal „My Netscape“. In dieser Version basiert RSS auf RDF (für Informationen zu RDF siehe Kapitel 3). Es war möglich, die Überschriften von anderen Webseiten mit Link in das Portal zu integrieren. Bei Netscape empfand man RSS 0.90 bald als zu kompliziert und es wurde ein anderes Format entwickelt, das nicht mehr auf RDF basierte. Das Weglassen von RDF führte zu einer Spaltung in der Entwicklung von RSS. „Eine Gruppe von Entwicklern versteht RSS als XML­Format zum Austausch von Nachrichten und anderen häufig aktualisierten Inhalten. Die andere Gruppe versteht es außerdem als ein Metadatenformat, also ein Instrument der Wis­sensrepräsentation.“
Als nächstes erfolgte die Entwicklung von Version RSS 0.91. Es entstanden zwei Zweige von 0.91. Zunächst veröffentlichte Netscape am 10.7.1999. RSS war nun kein RDF mehr. Netscape übernahm einige Elemente aus Userlands Scripting News Format. Besonders durch das Element descriptionwurde RSS überhaupt erst zu einem Format der Verbrei­tung von Inhalten. Die Einträge konnten jetzt ihren Volltext beinhalten. Netscape beteiligte sich dann jedoch nicht mehr lange an der Entwicklung des Formates. Der Verzicht auf RDF machte das Format einfacher als seinen Vorgänger. Außerdem war es nun möglich Dokumente des Formats gegen eine DTD zu validieren. Userland übernahm nun die weitere Ent­wicklung und veröffentlichte seine Variante von RSS 0.91 unter eigenem Copyright am 6.4.2000. Seine Einfachheit ermöglichte es, dass RSS-Feeds nun auch automatisiert mit Tools erstellt werden können. Dies war sicher ein Beitrag zur beginnenden und kontinuierlichen Popularität von RSS.
In den nächsten Jahren hielt die Spaltung der Entwickler-Gemeinde an. Winer und  U­ser­land kontrollierten RSS 0.91. Sie waren daran interessiert, das Format einfach zu halten und es für das Personal Publishing, v.a. Weblogs, zu nutzen. Andere Entwickler wollten RSS erweitern und für andere Zwecke einsetzen. Daher wurde RDF wieder genutzt und zusätzlich das Prinzip der XML-Namensräume eingeführt. Das Produkt wurde im Dezember 2000 von der RSS-Dev Working Group als RSS 1.0 veröffentlicht. RSS 1.0 ist im Gegensatz zu 0.91 formal viel genauer spezifiziert. Es ist nicht nur als Syntax sondern auch als Datenformat definiert. Auf Grund der Kompatibilität mit RDF lässt sich genau beschreiben, in welchem Verhältnis RSS-Daten zu den Metadaten in anderen RDF-Formaten stehen. RSS 0.90 und 1.0 basieren zwar beide auf RDF, sind aber nicht kompatibel zueinander. RSS 1.0 basiert auf der finalen Empfehlung zu RDF, 0.90 jedoch auf einer älteren.
Zwei Wochen nach dem Erscheinen von RSS 1.0 reagierte Winer mit der Veröffentlichung von RSS 0.92. In der RSS-Welt standen sich nun zwei Parteien gegenüber. Zum einen gab es RSS 1.0: ein modularisiertes und erweiterbares Vokabular, das man leicht mit anderen XML-Vokabularen oder RDF-Formaten kombinieren lassen kann. Auf der anderen Seite RSS 0.92: ein leicht zu verwendendes Vokabular mit beschränkten Möglichkeiten – für die meis­ten Nutzer aber ausreichend. RSS 0.92 war führend im Bereich der Really Simple Syndication und RSS 1.0 in der RDF Site Summary. So gesehen war die RSS-Welt ein politisches Minenfeld. Und für Neueinsteiger, technisch gesehen, ein verwirrendes Durcheinander. So musste man sich fragen: Welche Schiene ist für mich die Richtige und welche der darin vor­handenen Versionen nutze ich am besten?
Am 18.9.2002 veröffentlichte Winer RSS 2.0. Dieses Format sowie seine Vorgänger aus der Userland-Schmiede (0.92, 0.91) sind der Really Simple Syndication zuzuordnen. Unter Syndication versteht man „… die Weitergabe von Inhalten zur Weiterverwendung.“ Es ist also sinngemäß übersetzt ein wirklich einfacher Austausch von Inhalten zur Weiterverarbeitung.
Winer hat RSS 2.0 als einen eingefrorenen Standard erklärt. Grund dafür war, dass die Nachfolgeformate nicht mehr mit der Bezeichnung RSS publiziert werden sollten. Er übertrug außerdem die Rechte an RSS an die Harvard University. RSS 2.0 ist im Wesentlichen als Syntax definiert. Bedeutung und Verwendung werden von Beispielen ausgehend festgelegt. Es ist charakteristisch, „… dass es die Beziehungen zwischen RSS-Daten einerseits, anderen Inhaltsformaten, Daten-/Metadatenformaten und Publikationsumgebungen andererseits kaum spezifiziert bzw. den Anwendungsentwicklern überlässt.“ Dies ist Vorteil bzw. Nach­teil von RSS 2.0, je nachdem aus welchem Blickwinkel man es betrachtet. Vorteil: RSS 2.0 funktioniert bei vielen Anwendungsfällen und ist das heute am meisten verwendete Format. Nachteil: Wo RSS 2.0-Spezifikationen unklar sind, entstehen praktische Probleme, z.B. bei der Validierung der Dokumente. Bei RSS 2.0 kommen nun auch XML-Namensräume zum Einsatz. Dadurch wird das Hinzufügen von weiteren Elementen, wie Podcasts, ermöglicht. Ein Beispiel, wo dies genutzt wird, ist iTunes.
Zusätzlich gab es noch einen Entwurf zu RSS 0.93 (20.4.2001, Userland). Er enthielt bereits die meisten Elemente, die auch zu RSS 2.0 gehören. Im Entwurf gab es noch die Version RSS 1.1 (23.1.2005). Da einige Leute von dem „Krieg“ zwischen der RSS 1.0- und der RSS 0.91-Schiene genervt waren, haben sie eigene Formate entwickelt. Dazu zählt auch RSS 3.0. Es wurde entwickelt von Aaron Swartz, einem der Entwickler von RSS 1.0. Dieses For­mat ist vollkommen unterschiedlich von den bisher existierenden Formaten. RSS 3.0 basiert auf dem Request for Comments (RFC) 822 von 1982. Dieser Standard ist der „Standard for the Format of ARPA  Internet Text Messages“. Das Arpanet ist der Vorgänger des heute bekannten Internets.

2.2.2. Nutzung der Versionen
Versionen von RSS
Tab.2: Nutzung der RSS-Versionen für die Erstellung von Feeds Quellenangaben

Wie man Tabelle 2 entnehmen kann, ist RSS 2.0 die mit Abstand am meisten genutzte Ver­sion mit 78.346 Feeds. An zweiter Stelle steht Version 0.91 mit 8.147 Feeds – auch wenn sie schon älter ist. Es folgt RSS 1.0 mit 6.170 Feeds und zu guter letzt mit 1.232 Feeds die Ver­sion 0.92. Die Really Simple Syndication ist mit über 90 % der Feeds vertreten. Die RDF Site Summary wird weniger genutzt.
Die aktuellen RSS-Versionen bieten dem Nutzer die gleichen Grundfunktionen. Die Unter­schiede lassen sich durch Transformation und Erweiterung recht gut ausgleichen. Die Versionen weichen aber stark voneinander ab, wie sie im Detail spezifiziert werden, wie Doku­mente in der Version verarbeitet werden können und darin welche zusätzlichen Funktionen sie bieten. RSS 2.0 und seine Vorgänger lassen sich leicht implementieren. Sie sollen die Kreativität der Anwender so wenig wie möglich beschränken. RSS 1.0 ist so spezifiziert, dass die Inhalte der erstellten Dokumente automatisch weiterverarbeitet werden können. RSS 1.0 ist in seiner Ausdrucksmöglichkeit nicht zu schlagen, denn es folgt den Regeln von RDF. Aller­dings ist es so auch komplizierter als die anderen Formate.

2.3. Die Funktionsweise von RSS

Die Funktionsweise von RSS basiert darauf, dass der entsprechende Feed vom Interessenten abonniert und durch einen Feedreader oder anderen Aggregator abgeholt und dargestellt wird.
Das Grundprinzip von RSS ist sehr einfach. Hat der Interessent bzw. Anwender einen Feed gefunden, der ihn interessiert, kann er diesen abonnieren. Das geschieht durch anklicken eines RSS-Icons. Das Icon hat ein typisches Design: quadratische Form mit orangefarbenem Hintergrund. Es werden aber auch andere Formen und Farben für das Design entwickelt. Das typische Icon mit orangefarbenen Hintergrund, den zwei rundlichen Streifen und Punkt wurde von Mozilla entwickelt. Es hat sich als „DAS“ RSS-Icon durchgesetzt. Einige Beispiele sind in Abbildung 1 zu sehen.

Versionen von RSS
Abb. 1 Beispiele für RSS-Icons

Zum Lesen der Feeds wird ein RSS-Reader (wird oft auch als Feedreader bezeichnet) benötigt. Durch den Reader werden die Informationen aus verschiedenen Quellen regelmäßig auf Aktualisierungen überprüft, dann in einem Informationsstrom gebündelt und kompakt in einer Übersicht präsentiert. Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei einem E-Mail-Programm, das die Mails von einem Mailserver holt. Nur, dass der RSS-Reader die Feeds von den betref­fenden Webseiten holt und darstellt. RSS-Reader ermöglichen das Management, die Zusammenstellung und Betrachtung von Feed-Inhalten.
Häufig wird unterschieden zwischen Aggregatoren und Newsreadern. Ein Aggregator ist eine Software, die es ermöglicht, verschiedene Quellen zu verwalten. Viele Aggregatoren sind Webanwendungen. Durch einen Aggregator können beispielsweise Blogs und Nachrichten zusammengeführt werden. Der Begriff RSS-Reader wird oft synonym verwendet zu Aggregator. RSS-Reader sind auch Aggregatoren. Newsreader sind Desktoptools mit denen man Newsfeeds abonniert. Mit ihnen kann man Feeds auch offline lesen. Des Weiteren kann man die Feeds auch lokal speichern und durchsuchen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten wie man an einen Feedreader kommt. Eine erste Variante ist ein in einem Browser oder E-Mail-Programm integrierter Feedreader. Dies ist der Fall bei den aktuellen Versionen von Firefox und Internet Explorer.

Feedanzeige bei Firefox als dynamisches Lesezeichen
Abb. 2 Feedanzeige bei Firefox als dynamisches Lesezeichen
Feedanzeige bei Firefox als dynamisches Lesezeichen
Abb. 3 Feedanzeige bei Thunderbird

Bei Firefox werden die abonnierten Feeds als dynamische Lesezeichen behandelt (siehe Abbildung 2). Klickt man darauf, werden jedoch nur die Überschriften angezeigt. Das ist unkomfortabel. Möchte man den ganzen Inhalt sehen, kommt man durch Anklicken der Überschrift auf die Webseite.
Besser ist es mit dem E-Mail-Client Thunderbird, welcher auch der Mozilla-Familie angehört. Dort werden die Feeds komplett angezeigt, also mit der zugehörigen Webseite (siehe Abbildung 3).
Eine zweite Möglichkeit bilden personalisierte Startseiten bei Internetportalen und Online-Aggregatoren. In die personalisierten Startseiten können auch RSS-Feeds mit eingebunden werden. Beispiel dafür sind die Startseiten bei Google, Yahoo oder T-Online. Beispiel für einen Online-Aggregator ist Bloglines, „… einer der populärsten webbasierten Reader für die Verwaltung und das Lesen von Feeds…“. Ein anderes Tool ist der Google Reader.
Die dritte Möglichkeit sind eigene RSS-Reader, wie z.B. Feedowl, RSS Bandit oder Feed Demon.
Anhand der Funktionsweise von RSS zeigt sich ein weiterer Vorteil dieser Technik. Durch das Abonnieren von Feeds muss der Nutzer nicht immer selber die betreffende Webseite auf Aktuelles oder Neuerungen überprüfen. So spart er Zeit und Download-Traffic. Besonders deutlich wird dies, wenn man mehrere Feeds abonniert hat.
Durch RSS kann sich jeder sein eigenes Informationsportfolio zusammenstellen. Das ge­schieht „… in einer nach den jeweiligen Interessen frei konfigurierbaren Zusammenstellung verschiedener Neuigkeitsquellen, Suchmaschinen- und Datenbankabfragen …“. Möchte man sich über mögliche RSS-Feeds informieren, gibt es im Internet spezielle Suchmaschi­nen und Verzeichnisse, die sich darauf spezialisiert haben. Beispiele dafür sind: Google News, Feedster (die Seite lässt sich schon länger nicht aufrufen) oder das RSS Verzeichnis.

2.4. Struktur eines RSS-Feeds am Beispiel von RSS 2.0

2.4.1. Grundstruktur

RSS-Feeds sind flach strukturiert und kennen keine tiefen und komplexen Hierarchien. Bei RSS 2.0 werden XML-Namensräume eingesetzt. Dadurch wird es ermöglicht, Feeds in die­ser Version durch Elemente zu erweitern. Sie müssen aus einem definierten Namensraum stammen. Die eigentlichen Elemente von RSS 2.0 gehören zu keinem Namensraum – nur die Erweiterungen. Der Autor kann an jeder Stelle des Feeds Erweiterungen einfügen. Bei­spielweise könnten Elemente des Dublin Core (Präfix des Namensraums: dc) in einen Feed eingefügt werden. Die Erweiterung ist außerdem gekennzeichnet durch Module. Solch ein Modul besteht aus XML-Elementen, die zusätzliche Funktionen realisieren. Auch sie müssen zu einem eigenen Namensraum gehören. Beispiele dafür sind das OpenSearch-Modul von Amazon oder das RSS Media-Modul von Yahoo!. Die Erweiterbarkeit unterscheidet RSS 2.0 von seinen direkten Vorfahren.
Man kann die Struktur eines RSS-Feeds vergleichen mit einem Aufsatz, der aus Einleitung und Unterabschnitten besteht.
Jeder Feed beginnt mit dem XML-Prolog (Versionsangabe). Darauf folgt das Wurzelelement des Feeds: rss. Das dazu gehörige Attribut versiongibt Auskunft über die genutzte Version von RSS im Feed. Mit rsswird der verarbeitenden Software angezeigt, dass es sich um RSS-Informationen handelt. Ansonsten gehören nur noch fünf weitere Elemente zum Kern von RSS 2.0: channel, item, link, title und description. Es gibt noch mehr Elemente. Aber rss und die fünf anderen sind die wichtigsten Elemente.
Rss, channel und item sind die strukturierenden Elemente eines RSS 2.0-Feeds. rss ist wie schon angesprochen das Wurzelelement. channelund itemhaben insgesamt drei Funktionen. Ein Feed wird von ihnen strukturiert. Sie stellen eine Webresource als Ganze (channel) und deren Teile (item) dar. Jeder Feed beschreibt einen channel, der sich aus mehreren items zusammensetzt. Man kann sich eine RSS-Datei wie eine Kiste vorstellen, in der Schachteln mit unterschiedlichen Informationen gestapelt werden (siehe Abbildung 4).

Feedanzeige bei Firefox als dynamisches Lesezeichen
Abb. 4 Feed als Kiste mit Schachteln

„Jede Schachtel (item) erhält dabei ihr eigenes Etikett mit Namen (title), Beschreibung (description), Herkunftsort (link) und Datum (pubDate).“ Natürlich erhält auch der Feed selbst ein Etikett: den channel. Er enthält Informationen über den Titel, eine Be­schreibung und einen Link zur entsprechenden Webseite. Diese Metainformationen über den RSS-Feed werden von den Aggregatoren ausgelesen und dem Nutzer dargestellt.
Channel, item und rss sind Strukturelemente. Die anderen Elemente von RSS 2.0 sind deskriptive Elemente. Sie beschreiben entweder den ganzen channel oder die einzelnen items. Alle Nachkommen des Elements channel (außer item) beschreiben den Feed. Die Unterelemente von item beschreiben die einzelnen Einträge. In den meisten Fällen weisen die englischen Elementnamen darauf hin, um welche Informationen es sich handelt. Man kann die deskriptiven Elemente in drei Gruppen einteilen: Unterelement von channel und item, Unterelement nur von item und Unterelement nur von channel. Dabei gibt es obligatorische und optionale Unterelemente. Eine Übersicht über die deskriptiven Elemente bieten die Tabellen 3.1 bis 3.3.

Unterelemente von channel und item
Tab 3.1: Unterelemente von channel und item
Unterelemente nur von item
Tab 3.2: Unterelemente nur von item
Unterelemente nur von channel
Tab 3.3: Unterelemente nur von channel

Innerhalb dieser XML-Tags dürfen auch XHTML-Tags verwendet werden. Reines HTML innerhalb eines XML-Tags ist verboten. Es würde sonst zu Fehlern in der Syntax kommen. In Anhang 1 ist der Quellcode eines Beispiel-Feeds zu sehen.

2.4.2. Hinzufügen von Multimediadaten

Mit Hilfe des Elementes enclosurekann man Multimediadaten in einen Feed einbinden. „Das Element dient dazu, innerhalb eines RSS-Feeds auf Audio-, Video- und andere Multimediadaten zu verweisen. Damit kann man RSS als ein Format verwenden, um digitale Me­dien in einer sehr einfachen Weise online zu publizieren.“ Enclosure ermöglicht außerdem asynchrones Broadcasting für standardisierte Software auf Seite des Clients. Dies funktioniert, wenn man einen Aggregator für den Empfang von Multimediadaten nutzt. Dann kann man die Daten automatisiert zu Zeiten herunterladen in denen man den Rechner nicht benutzt. Als Autor erreicht man die Abonnenten eines Feeds regelmäßig. Eine weitere Möglichkeit, die sich durch enclosure ergibt, ist das so genannte Broadcatching. Dahinter verbirgt sich die Kombination von RSS und BitTorrent. Dadurch lassen sich Radio- und Fernsehsendungen über RSS beziehen.
Das Element enclosure als solches ist immer leer. Es hat jedoch drei obligatorische Attribute: url, length und type. url gibt die Adresse an, wo die eingebettete Datei zu finden ist. length gibt den Umfang der Datei in Bit an. Und type gibt Auskunft über den Typ der Datei als MIME-Typ.

2.5. RSS in Bibliotheken

RSS-Feeds findet man auf den Seiten von Medien (z.B. Spiegel Online), Webseiten auf denen Neuigkeiten und Aktualisierungen durch Feeds verbreitet werden oder Weblogs. Auch in Datenbanken werden Feeds genutzt. Neue Datenbankeinträge oder neue Treffer bei gespeicherten Suchen können als Feed abonniert werden. Es gibt ebenfalls Suchmaschinen, die neue Treffer als Alert für eine gespeicherte Anfrage bieten (z.B. Google News). Man findet RSS-Feeds außerdem auf den Seiten von Regierungsorganisationen und Gerichten. Aber wie sieht es aus mit der Nutzung von RSS in Bibliotheken? Und wofür nutzen sie RSS?
Es gibt viele Bereiche in Bibliotheken, in denen RSS sinnvoll eingesetzt werden kann. Gerade Öffentlichkeitsarbeit, Vermittlung von Informationskompetenz und die bibliothekarischen Dienste bieten sich an. Aktuelles und Neuigkeiten aus der Bibliothek können per RSS-Feed verbreitet werden. So kann die Bibliothek z. B. auch über Veranstaltungen informieren. Zusätzlich kann das Angebot über einen Blog der Bibliothek ergänzt werden.
Die Handhabung von RSS sollte in Schulungen zur Informationskompetenz mit einbezogen werden. Auch Suchmaschinen waren vor einiger Zeit eine neue Technik, die vermittelt werden sollte und noch wird. Bis jetzt sind es Jugendliche und Studenten, die RSS nutzen –  aber Tendenz steigend. Durch Einbeziehung in das Schulungsangebot kann die Verwen­dung von RSS verbreitet werden. Auch das Image der Bibliothek kann davon profitieren.
Bei den bibliothekarischen Dienstleistungen unterstützt RSS das Katalogangebot, insbeson­dere natürlich den OPAC. Neueintragungen im Katalog können per RSS verbreitet werden. Feeds gibt es auch zu Neuerwerbungslisten oder den Inhalt neuer Zeitschriftenhefte.
Sucht man nach Zahlen zu Bibliotheken, die RSS nutzen, ist das Ergebnis sehr mager. Im Internet gibt es das BuechereiWiki. In diesem Wiki findet man eine Auflistung von Bibliotheken mit RSS (Stand: 05.05.2007) und eine mit Blogs von Bibliotheken (Stand: 14.09. 2007). Beide Listen haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Als korrekte wissenschaftliche Quelle sind sie nicht einzustufen. Es gibt keine Kriterien nach denen die Bibliotheken ausgewählt und wie sie ermittelt wurden. Es erscheint als rein willkürliche Auflistung von Bib­liotheken mit RSS.  Es ist ebenfalls kritisch zu betrachten, dass nur eine Bibliothek aus den neuen Bundesländern erfasst ist. Leider hat der Verfasser auch nach intensiver Recherche keine besseren Quellen zu dieser Thematik gefunden. Also muss mit den beiden Listen vor­lieb genommen werden. Sie zeigen zumindest Tendenzen innerhalb der Bibliothekslandschaft auf.
Die Auswertung in dieser Hausarbeit erfolgt getrennt nach RSS und Blogs und nach RSS-Nutzung insgesamt. Denn auch bei Blogs werden Feeds erstellt. Schließlich ist die Nutzung insgesamt von Interesse. Die Bibliotheken werden aufgeteilt in Wissenschaftliche Bibliotheken, Spezialbibliotheken und Öffentliche Bibliotheken. Eine kleine Aufbereitung ist in Anhang 2 zu finden.
Betrachtet werden zunächst  RSS-Anwendungen, dann Blogs und zum Schluss die Gesamtnutzung. Es werden insgesamt 20 Bibliotheken aufgezählt, die RSS-Anwendungen nutzen: 17 Wissenschaftliche Bibliotheken, 2 Spezialbibliotheken und 1 Öffentliche Bibliothek. Einen Blog haben insgesamt 14 Bibliotheken: 9 Wissenschaftliche Bibliotheken, 2 Spezialbibliotheken und 3 Öffentliche Bibliotheken. So kommt man zu einer Gesamtnutzung in 33 Bibliotheken: 25 Wissenschaftliche Bibliotheken, 4 Spezialbibliotheken und 4 Öffentliche Bibliotheken. In allen Kategorien sind jeweils mehr als die Hälfte Wissenschaftliche Bibliotheken. Für genaue Zahlen siehe Anhang 2. Spezial- und Öffentliche Bibliotheken bilden nur einen kleinen Anteil. Die Öffentlichen Bibliotheken sind mehr bei den Blogs zu finden als bei den RSS-Anwendungen. Die Spezialbibliotheken sind gleich verteilt in beiden Kategorien. Die meisten Bibliotheken, die RSS nutzen, sind Universitäts- und Hochschulbibliotheken. Dies wird zusammenhängen mit den Nutzergruppen dieser Bibliothekstypen: Studenten, Lehrende und Forscher bzw. wissenschaftlich Interessierte. Für diesen Personenkreis ist es besonders wichtig, schnell die neuesten Informationen zu bekommen. Gerade auch, was den Bestand der Bibliothek betrifft. Auch in digitalen Bibliotheken kommt RSS zum Einsatz.
Die Bibliotheken nutzen RSS hauptsächlich für Aktuelles und Neuigkeiten, Neuerwerbungslisten und Blogs.
Ein gutes Beispiel für die Nutzung von RSS in einer Bibliothek, das sich nicht in den Listen befindet, ist der Hochschulschriftenserver HSSS der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. Der Hochschulschriftenserver ist zertifiziert nach DINI und nimmt alle Hochschulschriften der TU Dresden an. Der Feed des Hochschul­schriftenservers zeigt dem Abonnenten die neuesten Titel, die auf dem Server publiziert wurden. Ein anderes gutes Beispiel ist die Bibliothek der ETH Zürich. „Die ETH Zürich bindet auf einer Table of Contents-Seite neben selbst erstellten RSS-Feeds auch solche von Verlagen an.“ Somit haben die Nutzer schnell die neuesten Informationen zum Inhalt neuer Zeitschriftenhefte.

3. Exkurs: Resource Description Framework (RDF)

Feeds, die in den Versionen 0.90 oder 1.0 erstellt werden, sind nicht nur RSS-Dateien, sondern gleichzeitig auch eine Datei im Format RDF. Dieser Exkurs ist eine kurze Einführung in das Thema. Es wird erläutert, was RDF ist und wozu man es nutzen kann. Die Abkürzung RDF steht für Resource Description Framework. Der Begriff lässt sich übersetzen als Rah­men zur Beschreibung einer Quelle / Ressource.
Im Wesentlichen ist RDF ein Format, das dazu dient, Metadaten zu repräsentieren. Es besteht aus einem graphischen Modell und einer XML-Syntax. RDF bietet ein Grundgerüst zur Beschreibung von Ressourcen wie Datensammlungen, Webseiten oder Büchern für in XML definierte Auszeichnungssprachen. Das Format RDF unterstützt die Suche im Internet und die automatische Verarbeitung von Inhalten. „RDF soll es Maschinen ermöglichen, die Information, die in einem RSS-Dokument enthalten sind, automatisch mit Informationen aus anderen RDF-konformen Dokumenten zu verknüpfen und gemeinsam weiterzuverarbeiten. Das bedeutet, dass sich die Maschine so verhält, als könne sie diese Informationen verste­hen und aus ihr Schlüsse ziehen.“ RDF zählt man zur künstlichen Intelligenz und es ist von großer Bedeutung für das Semantic Web.
Genauer gesehen wird RDF genutzt, um Informationen über Ressourcen aus dem Internet und andere Quellen, die durch URIs identifiziert werden, zu beschaffen. Des Weiteren wird es genutzt, um die Beziehungen zwischen diesen Quellen und Ressourcen auszuwerten. Um die Informationen zusammenzuführen, müssen sie in eine für Maschinen verarbeitbare gemeinsame Form gebracht werden. Bei RDF geschieht dies durch das so genannte RDF-Tripel. Dazu gehören zwei Ressourcen (Quellen) und die Beziehung, die zwischen ihnen besteht. In der speziellen RDF-Terminologie wird die erste Ressource als Subjekt, die Be­ziehung als Prädikat und die zweite Ressource als Objekt bezeichnet. Die drei Bestandteile haben folgende Bedeutung. Dem Subjekt wird durch das Prädikat eine Eigenschaft zugeordnet. Für diese Eigenschaft legt das Objekt einen Wert fest. Es wird auch gesprochen von den drei Begriffen Ressource, Eigenschaft und Aussage. Alle Dinge, wie z.B. Webseiten oder Bücher, die durch RDF-Ausdrücke beschrieben werden, sind Ressourcen. Eine Ressource wird abgebildet durch ihre Eigenschaften. Das können z.B. sein: der Autor, der Titel oder das Erstellungsdatum. „Jede Eigenschaft hat eine spezifische Bedeutung, die durch ihre erlaubten Werte, die Typen von Ressourcen, die damit beschrieben werden können, und ihre Beziehungen zu anderen Eigenschaften definiert ist.“ Aussagen bestehen aus Ressourcen, Eigenschaften und deren Wert(en). Bezieht man die Begriffe auf die schon oben genannten Bestandteile, so ist die Ressource das Subjekt, die Eigenschaft das Prädikat und der Wert einer Eigenschaft das Objekt.
Damit Informationen aus unterschiedlichen Dokumenten zusammengeführt werden können, muss gesichert werden, dass sie sich auf dieselben Objekte beziehen. Dafür werden Uniform Resource Identifier (URIs) eingesetzt. Auch Prädikate bzw. Eigenschaften haben eine URI, um sie eindeutig identifizieren zu können. Somit ist ein RDF-Tripel immer auch ein Tripel von URIs.
Die Struktur von RDF-Informationen lässt sich in einem graphischen Modell beschreiben, das die Form eines gerichteten indizierten Graphen hat. Das Modell besteht aus benannten Knoten und Kanten. Ressourcen werden graphisch als Knoten durch eine mit der URI bezeichneten Ellipse dargestellt. Eigenschaften werden in dem Modell durch eine benannte Kante dargestellt, die die Knoten für die Ressource und den Wert der Eigenschaft verbindet. Die Werte von Eigenschaften werden durch ein Rechteck abgebildet. Ein Muster ist in Abbildung 5 zu sehen.

Graphisches Modell von RDF (RDF-Tripel)
Abb. 5 Graphisches Modell von RDF (RDF-Tripel)

Um das Modell im Internet umzusetzen, braucht man einen Weg, um es zu repräsentieren. Eine Möglichkeit ist, RDF in XML darzustellen. Dieses XML-Vokabular wird als RDF/XML bezeichnet. Es wird näher in der RDF/XML Syntax Specification des W3C beschrieben. RSS 1.0 folgt dieser Syntax. RDF/XML besteht aus RDF-spezifischen Elementen und Attributen sowie Regeln für den Aufbau der Dokumente. Bestimmte Elemente repräsentieren Ressourcen und andere repräsentieren Eigenschaften. Wichtig ist, „dass eine eindeutige Abbildungsbeziehung zwischen dem RDF-Graphen und der XML-Struktur besteht.“
RDF kann in vielfältiger Weise eingesetzt werden. Ein Bereich ist das Auffinden von Res­sourcen. RDF kann die Relevanz von Ressourcen, die von Suchmaschinen gefunden werden, verbessern. Ein weiterer Einsatzbereich ist die Katalogisierung (nicht nur in Bibliotheken). Durch RDF können Beziehungen zwischen Teilen des Inhalts von Webseiten oder anderen Informationsquellen aussagekräftiger repräsentiert werden. Des Weiteren kann RDF dazu  verwendet werden, den Austausch von Informationen zwischen Informationssystemen zu unterstützen und zu erleichtern. Außerdem kann man  RDF dazu einsetzen, das geistige Eigentum an Dokumenten oder Dokumentenkollektionen auszudrücken.
Eine Anwendung von RDF mit Relevanz für Bibliotheken ist der Dublin Core. Dieser Stan­dard ist eine der bekanntesten Entwicklungen bezüglich des Themas Metadaten. Er hat auch die Entwicklung von RDF beeinflusst. Die Entwickler des Dublin Core haben auch bei RDF mitgewirkt. So gibt es inzwischen eine RDF-Version des Dublin Core. Sie besteht aus Teilen des einfachen und des qualifizierten Dublin Core.

4. Fazit

RSS ist ein auf XML basierendes plattformunabhängiges Format, das dem Austausch von Neuigkeiten und neuen Inhalten im Internet dient. Es gibt unterschiedliche Versionen von RSS. Die derzeit aktuellste und am meisten genutzte Version ist RSS 2.0. RSS steht dabei für Really Simple Syndication. „So hat sich RSS (Really Simple Syndication) aufgrund ihrer Einfachheit zu der im Web 2.0 am häufigsten benutzten Technologie entwickelt. Die simple Idee, neue Inhalte einer Seite dynamisch im XML-Format zu codieren und im Netz zugänglich zu machen, wird von Bloggern und Unternehmen im gleichen Maße verwendet wie von renommierten Nachrichtendiensten und den allgegenwärtigen sozialen Netzwerken.“ RSS-Feeds kann man sowohl händisch als auch automatisiert, z.B. durch Content Management Systeme, erstellen.
Auch in Bibliotheken kommen RSS und andere Web 2.0-Techniken zum Einsatz. Web 2.0 in Verbindung mit bibliothekarischen Angeboten und Dienstleistungen wird Bibliothek 2.0 genannt.
Generell ist die Anzahl der Bibliotheken, die RSS für ihre Angebote nutzen, noch recht gering. Sucht man im Karlsruher Virtuellen Katalog (Suche Deutschland angeklickt) nach Titeln zum Thema RSS oder Web 2.0 und Bibliotheken, so bekommt man bis auf eine Ausnahme nur englischsprachige Treffer angezeigt. In OPUS (Metasuche) gibt es nur wenige Dokumente zu dem gesuchten Thema. Darunter eine Bachelorarbeit an der HdM Stuttgart zum OPAC 2.0. Die Titel, die gefunden werden, beschäftigen sich jedoch mit dem Thema Bibliotheken und Web 2.0. RSS und Bibliotheken sind nicht vertreten. Dies bedeutet, dass das Thema im angloamerikanischen Raum schon weiter verbreitet ist. Das deutsche Bibliothekswesen hinkt hinterher. Zu einem Großteil wird RSS in Deutschland von Universitäts- und Hochschulbiblio­theken genutzt. Gerade für diese, aber auch die anderen Bibliotheken, bietet RSS eine große Chance, hochwertige Dienstleistungen zu bieten und gleichzeitig das verstaubte Image durch Nutzung einer neuen Technologie aufzupolieren. Denn „in Deutschland sehen die Stu­dierenden die Universitäts- und Hochschulbibliothek oftmals lediglich als Buchverwahr- und Verleiheinrichtung“. Die Bibliotheken nutzen RSS in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Vermittlung von Informationskompetenz und bibliothekarische Dienste. Die Technik hat aber ein noch höheres Nutzenpotential. Gerade im Bereich der Alert-Dienste ist der Einsatz gut vorstellbar.
Ein großer Vorteil von RSS für Bibliotheken ist die Kostenfreiheit. Da das Format auf XML basiert, gibt es keine Lizenz- oder sonstigen Folgekosten. Die einzige Ressource, die benötigt wird, sind Kenntnisse in RSS und XML.
Es ist an der Zeit, dass die Bibliotheken in Deutschland vermehrt RSS nutzen. Um auf die Fragestellung aus der Einleitung zurückzukommen. RSS ist eine Bibliothekstechnik, die sich noch weiter verbreiten wird und ihre Akzeptanz noch erreichen muss. Auch OPACs waren einmal eine neue Bibliothekstechnik. Heute gibt es kaum noch Bibliotheken, die keinen OPAC anbieten.
Zur Verwendung von RSS in Bibliotheken muss es noch genauere Untersuchungen geben. Die Auflistung im BuechereiWiki hat einen sehr geringen Umfang und lässt nur Tendenzen erkennen. Solch eine umfangreichere Untersuchung stellt ein interessantes Thema für eine Diplomarbeit oder ein Projekt dar.

Literaturverzeichnis

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ISBN 3-446-41208-5 – ISBN 978-3-446-41208-8

Ayers, Danny: Beginning RSS and Atom programming / Danny Ayers ; Andrew Watt. - Indianapolis, Ind. : Wiley, 2005. – 727 S. : graph. Darst., Ill.
ISBN 0-7645-7916-9 – ISBN 978-0-7645-7916-5

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Eckstein, Rainer: XML und Datenmodellierung : XML-Schema und RDF zur Modellierung von Daten und Metadaten einsetzen / Rainer Eckstein ; Silke Eckstein. – Heidelberg : dpunkt-Verl., 2004. – 328 S. : graph. Darst., Ill.
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Friedman, Vitaly: Praxisbuch Web 2.0 : moderne Webseiten programmieren und gestalten / Vitaly Friedman. – Bonn : Galileo Press, 2007. – 698 S. : Ill.
(Galileo Computing)
ISBN 978-3-8362-1087-4

Nutzung und Einsatz von RSS [Elektronische Ressource] / Jürgen Plieninger ; Edlef Stabenau. – Stand: 13.06.2006
Adresse: http://www.bib-info.de/komm/kopl/pub/check14.pdf Gesehen: 07.02.2008
(Checklisten ; 14). – Checkliste des Berufsverband Information Bibliothek / Kommission für One-Person Librarians

Ohne Web 2.0 keine Bibliothek 2.0 [Elektronische Ressource] / Ulrich Herb. – Stand: 13.09.2007
Adresse: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/26/26013/1.htm Gesehen: 01.02.2008

Parks, Margaret: Die Uni-Bibliothek, dein Freund und Helfer : Studierenden-Unterstützungs-Systeme nach US-amerikanischem Vorbild als Zukunftsmodell / Margaret Parks ; Heinz-Konrad Reith
In: BuB : Forum Bibliothek und Information. – ISSN 0340-0301. – 60 (2008), 1, S. 68 – 69

Plieninger, Jürgen: Kleine Ursache – große Auswirkung : RSS in der Bibliotheksarbeit / Jürgen Plieninger. – Ill.
In: BuB : Forum Bibliothek und Information. – ISSN 0340-0301. – 59 (2007), 4, S. 306 – 307

RSS Verzeichnis – RSS Versionsgeschichte [Elektronische Ressource] / Thiemo Mättig. – Stand: 31.01.2004
Adresse: http://www.rss-verzeichnis.de/rss-versionen.php Gesehen: 31.12.2007

RSS Verzeichnis – Was ist RSS? [Elektronische Ressource]. – Stand: 31.12.2007
Adresse: http://www.rss-verzeichnis.de/was-ist-rss.php Gesehen: 31.12.2007

Sauer, Moritz: Weblogs, Podcasting & Online-Journalismus / Moritz Sauer. – Köln [u.a.] : O´Reilley, 2007. – 299 S. : Ill.
(O´Reilleys basics)
ISBN 3-89721-458-X – ISBN 978-3-89721-458-3

Standard for the Format of ARPA Internet Text Messages [RFC-Ref] [Elektronische Ressource]. – Stand: 05.06.2007
Adresse: http://rfc-ref.org/RFC-TEXTS/822/index.htm Gesehen: 14.01.2008

Syndic8.com – Site Statistics – RSS [Elektronische Ressource]. – Stand: 14.01.2008
Adresse: http://www.syndic8.com/stats.php?Section=rss#tabtable Gesehen: 14.01.2008

Wittenbrink, Heinz: Newsfeeds mit RSS und Atom / Heinz Wittenbrink. – Bonn : Galileo Press, 2005. – 299 S. : graph. Darst.
(Galileo Computing)
ISBN 3-89842-562-2

Fußnote zur Tabelle 2: Nutzung der RSS-Versionen für die Erstellung von Feeds

Die Daten für die Tabelle stammen von dem Newsfeed-Verzeichnis Syndic8. Dort werden insgesamt 529.258 Feeds verzeichnet. Warum sich diese Anzahl bei den Versionen unterscheidet, ist dem Verfasser nicht bekannt. Man kann jedoch zumindest eindeutige Tendenzen erkennen. URL: http://www.syndic8.com/stats.php?Section=rss#tabtable, letzter Aufruf: 14.01.2008 Eine andere Quelle, in der solche Informationen zu finden sind, ist dem Verfasser nicht bekannt.

Anhang

Aufbereitung der Zahlen aus dem BuechereiWiki

| ©2008 FH-Potsdam, FB Informationswissenschaften | Stand: 19.12.2008