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Besondere Bibliotheken — Stichwort Virtuelle Bibliotheken

cibera - Die Virtuelle Fachbibliothek für Ibero-Amerika, Spanien und Portugal

von Stefanie Hansche

Virtuelle Fachbibliotheken in Deutschland

Die grundlegende Aufgabe einer Virtuellen Fachbibliothek (ViFa) besteht in der Bündelung der weltweit bestehenden Informationen einer wissenschaftlichen Disziplin, gleichgültig ob diese digital oder analog vorliegen. Sie soll die wissenschaftlichen Informationen, in Form von digitalen Volltexten, Internetquellen, Zeitschriften und Einträgen in Fachdatenbanken bündeln, nachweisen und übersichtlich anbieten, das Durchsuchen von Fachkatalogen und Pressearchiven gestatten und den kostenlosen Zugriff auf Dokumentlieferdienste und Pay–per–view–Optionen ermöglichen.

Mit dem Ziel die Virtuellen Fachbibliotheken einheitlich zu präsentieren und eine zentrale Anlaufstelle anzubieten, fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ebenso wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Entwicklung von vascoda — dem interdisziplinären wissenschaftlichen Informationsportal. Die gemeinsame Präsentation der Virtuellen Fachbibliotheken erfolgt seit 2003 in Zusammenarbeit mit den Informationsverbünden und der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB). Cibera ist Bestandteil des vascoda-Verbundes, der anstrebt für jede Wissenschaft eine jeweilige Virtuelle Fachbibliothek zu konzipieren.

Hintergrund und Geschichte von cibera

Die Virtuelle Fachbibliothek für Ibero-Amerika, Spanien und Portugal ist aus dem bestehenden Internetführer für Hispanistik, Lusitanistik und Lateinamerikanistik (Hispanistik Lusitanistik Online — HILO) hervorgegangen. Die maßgebliche Vorbereitung und Entwicklung inklusive der Bearbeitung des DFG-Projektantrages erfolgte am Ibero–Amerikanischen Institut PK Berlin unter frühestmöglicher Zusammenarbeit mit dem Institut für Lateinamerika–Studien Hamburg und der Staats– und Universitätsbibliothek Bremen als Partnerinstitutionen. Im Herbst 2002 erfolgte die Bewilligung des Projekts durch die DFG und erste strukturelle Veränderungen bei den Projektpartnern. Die erste Projektphase war geprägt durch die Integration der von den verschiedenen Partnern eingebrachten bzw. neuentwickelten Angebote, der Konzeption und Umsetzung der eigentlichen Webpräsenz sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Die zweite Phase diente der Sicherung der technischen und organisatorischen Bestandteile von cibera. Im Jahr 2004 wurde von der Staats– und Universitätsbibliothek Hamburg ein Ergänzungsantrag bei der DFG eingereicht und bewilligt. Hierdurch wurde cibera um die Bereiche Spanien und Portugal erweitert.

Während der zweiten Phase stießen neue Projektpartner hinzu, so dass cibera seit 2005 durch fünf große Institutionen betreut wird:

Ibero–Amerikanisches Institut PK Berlin

Institut für Lateinamerika–Studien Hamburg

Staats– und Universitätsbibliothek Bremen

Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg

Universität Münster

Seit 2004 ist cibera online.

Inhalte von cibera

Die in cibera nachgewiesene Spezialliteratur entstammt den Geistes- und Kulturwissenschaften, der Wirtschafts–, Sozial– und Politikwissenschaft sowie den Rechts– und Geowissenschaften.
Die folgenden inhaltlichen Komponenten sind gesondert herauszuheben:

Cibera beinhaltet die Kataloge bzw. Katalogausschnitte von neun Spezialbibliotheken, die durch eine synchrone Suche (Metasuche) parallel recherchierbar sind.

Neben den Katalogen bildet den Kern des Webangebots eine Sammlung von ausgewählten, bibliothekarisch erschlossenen und qualitätskontrollierten Internetquellen. Diese Sammlung besteht aus zwei Teilen:

a) den Iberolinks, d.h. verschlagwortete und kommentierte URLs von externen Webseiten und

b) einer Sammlung von digitalen Volltexten (enthält Graue Literatur, Hochschulschriften sowie Artikel aus E–Journals), die nach Absprache mit dem Urheber durch cibera archiviert werden. Die Internetquellensammlung kann ebenso wie die Kataloge nach bestimmten formalen Kategorien durchsucht werden. Die Pflege und Ergänzung der Quellen erfolgt in Kooperation mit den beteiligten Institutionen.

Des weiteren ist die Datenbank zur Deutschsprachigen Lateinamerika–Forschung mit den biographischen und bibliographischen Daten von rund 600 WissenschaftlerInnen und ExpertInnen zugänglich, welche eine umfangreiche Dokumentation zum Stand der Lateinamerika–Forschung bildet. In cibera ist ein Current–Content–Dienst eingebunden, indem seit 2000 aus 1500 Zeitschriften die Inhaltsverzeichnisse ausgewertet werden. Sie können nach Schlagwort, Titel und Erscheinungsort durchsucht werden.

Besonderheiten von cibera

Regionale Ausrichtung

Ebenso wie andere regional ausgerichtete Virtuelle Fachbibliotheken (z.B. ViFa Ost, ViFa Ost– und Südostasien) besteht auch bei cibera die Problematik der Eingliederung in vorhandene Fachdisziplinen. Die regionale Ausrichtung bringt Nachteile für den Nutzer, bisher ist keine Einordnung in die Fachcluster von vascoda möglich, ohne dadurch wiederum Informationen auszuschließen. Jedoch kann diese Ausgangslage auch einen Vorteil bedeuten. So erfolgt zwischen cibera und weiteren ViFas eine enge kooperative Zusammenarbeit, die in bestimmter Weise das Gebiet von cibera ergänzen bzw. vertiefen. Diese Kooperation zeigt sich z.B. in der Pflege der Links zur Lateinamerikanischen Geschichte im Netzwerk Internetquellen Geschichte. Auch ist eine Zusammenarbeit mit der ViFa Recht angestrebt.

Sondersammelgebiete

In cibera sind die beiden wesentlichen Sondersammelgebiete der betreffenden Wissenschaften integriert. Ursprünglich stellte das Sondersammelgebiet Ibero-Amerika am Ibero-Amerikanischen Institut den Mittelpunkt der Virtuellen Fachbibliothek dar. Das SSG umfasst Lateinamerika einschließlich des Bereichs der Karibik mit den Förderschwerpunkten Recht und Parlamentaria sowie das Gebiet der Chicanos/Hispanics (spanischsprachige Bevölkerung in den USA). Durch die Partizipation der Staats– und Universitätsbibliothek Hamburg als Projektpartner an cibera wurde auch das SSG Spanien und Portugal einbezogen.

Kernaktivitäten und gesellschaftliche Funktionen von Bibliotheken

a) Erfüllt die Virtuelle Fachbibliothek cibera die im Seminar definierten Kernaktivitäten einer Bibliothek?

Das Sammeln von Nachweisen und Medien durch die Mitarbeiter von cibera erfolgt nach formalen und qualitativen Gesichtspunkten. Ähnlich verhält es sich mit der inhaltlichen Erschließung, durchgeführt von Bibliothekaren und Fachreferenten, die sich an festgelegten formalen und inhaltlichen Standards orientieren. Die Virtuelle Fachbibliothek für Ibero–Amerika/Spanien/Portugal sichert durch Abspeicherung bzw. Archivierung der Volltexte, Internetquellen usw. die langfristige Verfügbarkeit der Informationen für den Nutzer. Die Funktionalität ciberas als Örtlichkeit kann nur als eingeschränkt betrachtet werden. Bis heute bietet cibera seinen Nutzern keine direkte Möglichkeit an, eigene Inhalte, Diskussionen etc. einzubringen. Die einzige Gelegenheit mit den Betreuern von cibera Kontakt aufzunehmen, stellt das Webformular dar, durch das der Nutzer Empfehlungen abgeben kann.

b) In welchem Umfang können die gesellschaftlichen Funktionen von Bibliotheken auf die Virtuelle Fachbibliothek angewandt werden?

Während power, memory, workshop und space in diesem Fall keine Anwendung finden, trifft der Aspekt information — Suchmaschine für gezielte Information bzw. Informationsverarbeitung auf cibera zu.

Literaturangaben:

Karl; Mühlschlegel; Ullrich: cibera: Virtuelle Fachbibliothek Ibero–Amerika / Spanien / Portugal. In: Bibliotheksdienst 39. Jg. (2005), H.2

Karl u.a.: cibera: Virtuelle Fachbibliothek Ibero–Amerika / Spanien / Portugal — Teil 2: Die einzelnen Elemente

www.vascoda.de

| ©2008 FH-Potsdam, FB Informationswissenschaften | Stand: 19.12.2008