ISSN: 1867-6189

Interview mit dem Prüfungsausschuss des FB5

Welche Aufgaben erfüllt der Prüfungsausschuss an der Fachhochschule Potsdam?

Prof. Dr. Büttner: Der Prüfungsausschuss ist nach §5 der StuPO (Studien- und Prüfungsordnung) (Teil A) »für die Organisation der Prüfungen, ihre ordnungsgemäße Durchführung und für die Entscheidung in Prüfungsangelegenheiten zuständig. Er achtet darauf, dass die Bestimmungen dieser Ordnung eingehalten werden.«

Das heißt, der Prüfungsausschuss tritt in allen Fällen von Anerkennungen erbrachter Leistungen oder Praktika, bei Bestellung von Prüfern, Zulassung zu Abschlussarbeiten sowie bei Widerspruchsangelegenheiten in Aktion.

Welchen Umfang soll die Bachelorarbeit haben?

Prof. Dr. Büttner: An der FH Potsdam gibt es dafür keine Vorschrift. Eine gute wissenschaftliche Arbeit zeichnet sich nicht unbedingt durch einen großen Umfang aus, vice versa. Als Mittelwert werden häufig ca. 40 Seiten zzgl. Gliederung und Literaturverzeichnis angegeben. Besprechen Sie dies mit den Gutachtern, da dies sehr stark vom Thema und der Methodik abhängig ist.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn nach Beginn der Bearbeitung der Abschlussarbeit festgestellt wird, dass es bereits eine Arbeit zu diesem Thema gibt?

Prof. Dr. Büttner: Im Regelfall sollte dies nicht auftreten, da zur Vorbereitung einer Abschlussarbeit immer eine gute Recherche gehört. Im Einzelfall ist dies dennoch nie ganz zu vermeiden, insbesondere bei innovativen, sehr neuen, an der Forschungsfront orientierten Themen kann dies immer wieder der Fall sein. Dann ist im Einzelfall zu entscheiden, ob die Arbeit die eigenen Forschungsfragen vollständig beantwortet, was eher selten der Fall ist, aber notwendigerweise zu einer Themenänderung führen wird. Wurden hingegen eher andere Fragen oder ein anderer Fokus behandelt, kann die Arbeit unter Beachtung der Erkenntnisse und Zitierung dieser Arbeit fortgesetzt werden. Auch hier ist wieder eine enge vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Betreuern wichtig.

Wie viel Zeit ist für die Erarbeitung der Bachelorarbeit vorgesehen?

Prof. Dr. Büttner: Nach der StuPO sind für die Anfertigung der Bachelorarbeit neun Wochen vorgesehen. Die Bearbeitungszeit beginnt in der Regel in der Mitte des siebten Semesters. Sofern Weihnachten und Neujahr in den Bearbeitungszeitraum fallen, verlängert sich dieser automatisch um eine Woche.

In welcher Form und bei wem muss die Arbeit eingereicht werden?

Prof. Dr. Büttner: Nach §10 (9) ist die Bachelorarbeit »…in Absprache mit dem Erstgutachter in geeigneter Darstellungsform, in der Regel in Form eines gebundenen maschinenschriftlichen Exemplars sowie einer geeigneten, nicht nachträglich veränderbaren, elektronischen Fassung (derzeit PDF-Format), in dreifacher Ausfertigung im Prüfungsamt einzureichen. Sie ist mit der Versicherung des Studierenden zu versehen, dass er die Arbeit bzw. den von ihm verantworteten Teil einer Gruppenarbeit selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel und Quellen benutzt hat. Der Abgabezeitpunkt ist aktenkundig zu machen.«

Wird es auch bei der Bachelorarbeit ein Kolloquium geben? Welchen Zweck erfüllt dieses? Wer ist daran beteiligt?

Prof. Dr. Büttner: Ja, auch bei der Bachelorarbeit wird es ein Kolloquium geben. Ziel des Kolloquiums ist Unterstützung bei der inhaltlichen Erstellung und formalen Gestaltung der Bachelorarbeit. Beteiligt sind die Studierenden und die Gutachter. Der Besuch des Kolloquiums bei mindestens einem Gutachter ist obligatorisch. Empfohlen wird auch der Besuch des Kolloquiums des Zweitgutachters.

Wie viel Zeit ist für die Benotung nach Abgabe der Abschlussarbeiten eingeplant?

Prof. Dr. Büttner: In diesem Wintersemester sind die Zeiten wie folgt:

  • Bearbeitungszeit Bachelorarbeit: 15.11.10 – 24.01.11
  • Verteidigungswoche: 28.02.11 – 04.03.11
  • Übergabe der Zeugnisse: 21.03.11 – 25.03.11

Die Noten der Bachelorarbeit und der Verteidigung werden nach der Verteidigung bekannt gegeben.

Welchen Zweck erfüllt die Verteidigung der Abschlussarbeit? Wie läuft diese ab? Ist diese benotet?

Prof. Dr. Büttner: Bei der mündlichen Präsentation wird die Fähigkeit zur Darstellung eines Sachverhalts vor einem wissenschaftlich vorgebildetem Publikum sowie die Eigenständigkeit der Leistung überprüft. Die Verteidigung ist hochschulöffentlich. Die Präsentation des Studierenden dauert in der Regel je Studierenden mindestens 20 Minuten, maximal 40 Minuten. Danach erfolgt eine Fachdiskussion. Die Gesamtdauer beträgt eine Stunde.

Wie setzt sich die Abschlussnote zusammen? Welchen Anteil hat die Bachelorarbeit?

Prof. Dr. Büttner: Für die Bachelorarbeit werden zwei Noten vergeben (je Gutachter eine). Die Note der Verteidigung fließt zu einem Viertel in die Bewertung der Bachelorarbeit ein.
Die Note der Bachelorarbeit inklusive Verteidigung geht mit 20% in die Gesamtnote ein.