ISSN: 1867-6189

Fazit

Aus den Meinungen der Experten- und Expertinnen haben sich einige Punkte herausgebildet, die ebenfalls im Fokus unserer Betrachtung standen. Es wurde deutlich, dass die Forschungsinfrastrukturen in Deutschland durch gute Informationsinfrastrukturen als integraler Bestandteil sowie durch gut ausgebildete Fachkräfte, gestärkt werden könnten. Dazu würden in erster Linie wissenschaftliche Bibliotheken und Informationsdienste gehören, die bei der Aufbereitung und Anreicherung von Forschungsdaten unterstützend zur Seite stehen und zudem den Publikationsprozess begleiten könnten.

Ein weiterer bedeutender Aspekt, dem in allen Interviews Nachdruck verliehen wurde, sind die klaren Anforderungen an die gesuchten Fachkräfte. Die geforderten Kompetenzen hinsichtlich der Unterstützung im Forschungsdatenmanagement ist weniger an konkrete Lehrinhalte gebunden. Vielmehr müssten die Absolventen und Absolventinnen der jeweiligen Hochschulen eine Sensibilität für diese Thematik mitbringen und in der Lage sein, strukturiert und konzeptionell zu Denken. Nicht zuletzt sei die technische Kompetenz und das Beherrschen aktueller Programmiersprachen von nicht unwesentlicher Bedeutung.
Zu den größten benannten Herausforderungen im Umgang mit Forschungsdaten zählt die Verbesserung des Datenproduktes für die Fachcommunity, etwa durch die Anreicherung von Metadaten und das Aufwerten durch Kontextinformationen. Es bleibt offen, ob diese Anforderungen an Forschungsdaten durch universelle Standards festgelegt werden können, die auch die unterschiedlichen Fachtermini und Vokabulare unterstützen sowie der Heterogenität der Forschungsdaten gerecht werden.

Auf der anderen Seite sollte die Kompetenz, ob technisch oder strukturell, im Umgang mit Forschungsdaten unter den Wissenschaftlern gestärkt werden, damit sich ein disziplinärer und interdisziplinärer Austausch möglichst fördernd für die Wissenschaftscommunity auswirken kann.