ISSN: 1867-6189

BOBCATSSS 2017 in Tampere, Finnland

Maailmaa on jos jonnekin päin, sanoi akka, kun kepillä saunanluukusta koitti.

„Wie ist die Welt doch groß und weit, sprach die Alte, als sie einen Stock zur Saunaluke hinaussteckte.“ (Sprichwort aus Finnland)

Wie sieht die Zukunft der Informationswissenschaften aus? Welche Chancen und Herausforderungen wird es geben? Und vor allem: wie können wir als angehende Informationswissenschaftler und -wissenschaftlerinnen schon heute den Weg für eine bessere Zukunft ebnen? Diese und noch viele weitere Frage hatte die BRaIn Redaktion im Gepäck, als wir uns auf den Weg machten in Richtung Finnland, zur diesjährigen BOBCATSSS Konferenz.

What will the future of information science look like? Which chances and risks will there be? And above all, how can we as future information scientists pave the way for the realization of our own visions and expectations? These were some of the questions that we, the BRaIn team, took with us when we went to Finland to visit this year’s BOBCATSSS conference.

Das BRaIn-Team auf dem Weg zu BOBCATSSS 2017 | Foto: Prof. Dr. Stephan Büttner

Das BRaIn-Team auf dem Weg zu BOBCATSSS 2017
(Foto: Prof. Dr. Stephan Büttner)

Das internationale Symposium, über welches wir in BRaIn schon häufiger berichteten, feierte in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Das gesamte Symposium wurde mithilfe von Studenten der Universitäten Oslo und Askerhus, Hanze sowie Tampere realisiert. Und auch Studenten waren es, die zu dem besonderen Anlass BOBCATSSS nach Tampere, in eine der Gründerstädte, zurückholten. Vom 25. bis 27. Januar 2017 stand BOBCATSSS unter dem Motto „Improving the Quality of Life through Information“ mit jeweils einem Fokus auf Information, interaktiven Medien sowie Bibliotheken.

The international symposium celebrated its 25th birthday this year. It was set up with the help of students from the universities of Oslo and Askerhus, Hanze and Tampere. And it was also the idea of students to bring BOBCATSSS back to one of the founding cities, Tampere, for this special occasion. BOBCATSSS took place from 25th to 27th January 2017 under the motto „Improving the quality of life through information“ and focused especially on information, interactive media and libraries.

Keynotes

 

Diese Themen zogen sich auch durch die Keynotes, welche die einzelnen Konferenztage mit interessanten Neuigkeiten und Forschungsfragen aus der Welt der Informationswissenschaften eröffneten.

These three topics were also revisited in the keynote speeches, which opened each conference day that was filled with interesting news and research questions.

Carol Tenopir beispielsweise, ist angesehene Professorin an der School of Information Sciences der University of Tennessee in Knoxville. Sie hat nicht nur diverse Artikel und Bücher geschrieben, sondern besucht als Rednerin regelmäßig Veranstaltungen wie BOBCATSSS und wurde für Ihre Leistungen in Forschung und Entwicklung bereits mit den unterschiedlichsten Preisen ausgezeichnet.

Carol Tenopir, for example, is a renowned professor from the School of Information Sciences at the University of Tennessee in Knoxville. Not only has she published diverse articles and books, she also speaks regularly at events such as BOBCATSSS and has been honored with numerous awards for her work in research and development.

Tenopir ging an Tag 1 ganz allgemein der Frage nach, inwiefern Informationen die Qualität des Arbeitslebens verbessern können. Dabei unterschied sie zwischen Literatur zu akademischen Zwecken und sonstiger Literatur und ging auch auf aktuelle Bewegungen wie Open Access ein.

On Day 1 Tenopir raised the question how information can improve the quality of work-life. She distinguished between literature for academic use and other literature, and also referred to current movements like Open Access.

Carol Tenopir: Keynote über Informationen

Carol Tenopir: Keynote Speaker 1
(Foto: Sophie Schneider)

An Tag 2 gab Guus van den Brekel von der Zentralen Medizinischen Bibliothek des University Medical Centre Groningen (UMCG) einen Einblick in die Einsatzmöglichkeiten interaktiver Medien im Gesundheitswesen. Den letzten Konferenztag leitete Josie Billington mit ihrer Keynote Speech zum Thema Bibliotheken beziehungsweise die Verbesserung der Lebensqualität durch Literatur und sogenannte Shared Reading Groups ein.

On Day 2 Guus van der Brekel, coordinator of Electronic Services at the Central Medical Library of the University Medical Centre Groningen, gave an insight in possible fields of application for interactive media in the health sector. The last conference day was opened by Josie Billington with her keynote on the topic of libraries or how the quality of life can be improved through literature and so-called Shared Reading Groups.

Workshops

 

Die Workshops, die wir besuchten, eigneten sich gut, um mit anderen Teilnehmern der Konferenz ins Gespräch zu kommen, gemeinsam Ideen und Strategien zu finden und bekannte Themengebiete nochmal aus ganz anderer Perspektive zu betrachten. So nahmen einige von uns beispielsweise an Workshops zu Themen wie Datenschutz („What can be tracked will be tracked“), Open Data („How can Open Government Data improve our quality of life: The power of Open Government Data“) oder neuen Technologien, z.B. Virtual Reality, teil.

The workshops that we attended were a good way to get in touch with other participants at the conference. There we could find ideas and strategies together or could look at familiar topics from a different perspective. For example, some of us took part in workshops on topics such as data privacy („What can be tracked will be tracked“, link), Open Data („Open Government Data“ ) or new technologies, e.g. Virtual Reality.

Notizen vom Workshop 4: Open Government Data

Workshop 4: Open Government Data
(Foto: Sophie Schneider)

Paper & Poster Sessions

 

Unterstützend zu den Keynotes und Workshops gab es noch diverse Paper Sessions sowie eine Poster Session, bei denen an erster Stelle Studierende selbst Ihre Forschungsfragen und Erkenntnisse präsentierten.

In addition to the keynotes and workshops, there were also various paper sessions as well as a poster session, in which students presented their research questions and findings.

Social Program

 

Um die Stadt Tampere sowie besondere Sehenswürdigkeiten im Umfeld näher kennenlernen zu können, wurde von den Organisatoren ein sehr vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. Egal ob Finnisches Spielemuseum, Laser Game, Sauna und Eisschwimmen oder eben der Besuch einer Bibliothek vor Ort – hier war wirklich für jeden etwas dabei. Abends konnte man außerdem am Gala Dinner im Finlayson Palace und der Evening Party im „Klubi“ teilnehmen. Das Social Program ermöglichte es einem vor allem, mit den anderen Teilnehmern der Konferenz in einem neuen Kontext in Kontakt zu treten und kulturelle oder studiumsbedingte Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zu entdecken.

To get to know the city of Tampere as well as sights in the surrounding area, the organizers arranged a versatile program. No matter what it was – the Finnish Museum of Games, laser game, sauna and ice-swimming or just the visit of a local library – there was always something for everyone. In the evenings one could also participate in the gala dinner at Finlayson Palace or go to the evening party at „Klubi“. The social program gave everyone the chance to get in contact with other participants of the conference in a new context and to find cultural or study-related similarities and differences.

Vorderansicht der Metso Bibliothek

Metso Bibliothek Tampere
(Foto: Sophie Schneider)

im Inneren der Metro Bibliothek in Tampere

im Inneren der Metso Bibliothek
(Foto: Sophie Schneider)

Moomin Ausstellung

Moomin Ausstellung
(Foto: Sophie Schneider)

Jeder von uns hat in Tampere wohl seine eigenen Erfahrungen gemacht und es entstanden recht subjektive Eindrücke. Was jedoch feststeht ist, dass eine solche internationale Konferenz wie BOBCATSSS nicht nur der reinen Wissensaneignung dient, sondern vor allem auch den Blick über den eigenen Tellerrand und den Austausch mit anderen Studierenden, Lehrenden, Wissenschaftlern aus den verschiedensten Ländern und mit unterschiedlichsten Hintergründen ermöglicht.

Everyone from the BRaIn Team gathered their own experiences, each, of course, getting a very personal impression. But what can be generally said is that any international conference such as BOBCATSSS is not only useful for gaining knowledge, but also for seeing the big picture and enabling an exchange between students, teachers, scientists from different countries or with different backgrounds.

Universität von Tampere

Universität von Tampere
(Foto: Sophie Schneider)

Um das Zitat vom Anfang noch einmal aufzugreifen, kann man also sagen, dass es nicht ausreicht, die Welt nur vom Inneren der Sauna aus zu betrachten. Man würde nur einen Bruchteil mitbekommen. Um die Welt in ihrer Gesamtheit begreifen zu können, müssen wir sie zuerst selbst erforschen.


 

Quellen:

  • http://bobcatsss2017.com/
  • http://scholar.cci.utk.edu/carol-tenopir/home/