ISSN: 1867-6189

Interview mit Julia Glöde

Julia Glöde hat das Thema »Archivierung relationaler Datenbanken auf der Grundlage von XML – Konzeption eines OAIS-konformen Archivierungsmodells und Entwicklung eines neuen Ansatzes zur Archivierung von Datenbankabfragen« bearbeitet und erhielt für ihre Arbeit den FHP-Preis. Besonders zu erwähnen sind der interdisziplinäre Charakter und die praktischen Aspekte dieser prämierten Diplomarbeit.
Frau Glöde hat sich die Zeit genommen und hat für BRaIn einige Fragen zur Entstehung ihrer Diplomarbeit beantwortet.

BRaIn: Wie bist du zu deinem Thema gekommen?

Julia: Das Thema hat sich aus einem PE-Kurs, den ich im 7. Semester bei Herrn Däßler belegt habe, ergeben (Digitale Langzeitarchivierung – Datenbanken). Im Rahmen dieses Kurses haben wir erste Recherchen zu dem Thema durchgeführt und erste Lösungsansätze entwickelt. Herr Däßler hat mich dann direkt angesprochen und gefragt, ob ich nicht meine Diplomarbeit zu diesem Thema schreiben möchte. Es war generell also der Vorschlag von Herrn Däßler.

BRaIn: Warum hast du dich für dieses Thema entschieden? (Praktikum, Auftrag oder schlichtes Interesse)

Julia: Schlichtes Interesse, ich habe mich von Anfang an schon immer für das Thema Archivierung interessiert, fand aber dokumentarische Aspekte wie Datenbanken auch sehr spannend. Das Thema kombiniert beide Aspekte miteinander und passte daher sehr gut.

BRaIn: Wer hat deine Diplomarbeit betreut?

Julia: Herr Däßler.

BRaIn: Wie hast du die Betreuung empfunden?

Julia: Die Betreuung durch Herrn Däßler war sehr gut. Wir haben uns fast jede Woche getroffen und zusammen sowohl an inhaltlichen als auch an formalen Punkten gearbeitet.

BRaIn: Wie war der Arbeitsaufwand?

Julia: Sehr hoch, da es sich um ein relativ neues und komplexes Thema handelte, in dessen einzelne Aspekte man sich erst einmal intensiv einarbeiten musste.

BRaIn: Wie empfandest du den Arbeitsprozess?

Julia: Man ist über eine längere Zeit hinweg selbst dafür zuständig den Arbeitsprozess zu organisieren und voranzutreiben. Häufiger kann es dabei einfach schwer fallen, sich selbst zu motivieren. Umso schöner ist es dann aber natürlich auch, wenn man vorankommt, erste Erfolge erzielt und Ergebnisse hervorbringt.

BRaIn: Musstest du bestimmte Sonderleistungen für deine Abschlussarbeit erfüllen, wie zum Beispiel Interviews führen oder einen praktischen Teil bearbeiten?

Julia: Da das Thema sehr praktisch ausgerichtet ist, musste ich das von mir entwickelte Konzept, vor allem den neuen Ansatz zur Archivierung von SQL-Abfragen mit Hilfe von XML, teilweise praktisch umsetzen, testen und veranschaulichen.

BRaIn: Konntest du vorher abschätzen was auf dich zukommt?

Julia: Ich habe natürlich versucht es vorher abzuschätzen. Aufgrund der Komplexität des Themas war das leider nicht 100%ig möglich. Der Plan hat sich fast wochenweise geändert, da neue Aspekte dazugekommen sind, die man so nicht vorhersehen konnte oder bestimmte Dinge doch zu komplex waren, um sie in der kurzen Zeit umzusetzen. Sollte am Anfang noch das gesamte Archivierungskonzept, einschließlich der Programmbestandteile, vollständig anhand einer Beispieldatenbank praktisch umgesetzt werden, blieb am Ende dann doch «nur» Zeit dafür alle wesentlichen Aspekte des Konzepts zu beschreiben und den neuen Ansatz der Abfragenarchivierung detailliert anhand von Beispielen vorzustellen und zu veranschaulichen.

BRaIn: Bei der Abgabe von Diplomarbeiten kommt es ja häufig zu Schwierigkeiten. Konntest du deinen ursprünglichen Abgabetermin einhalten?

Julia: Leider konnte ich meinen ursprünglichen Abgabetermin aufgrund des Bibliotheksumzug und des schwer einzuschätzenden Aufwandes nicht einhalten. Die Zeit reichte dann am Ende einfach nicht mehr aus.

BRaIn: Geschah Unvorhergesehenes während der Diplomarbeit?

Julia: Eigentlich nichts außer der Komplexität des Themas.

BRaIn: Gab es außer dem Hochschulpreis noch andere Resonanzen auf deine Arbeit?

Julia: Ich habe mich mit meinem Thema bei der Konferenz ECA (europäische Konferenz über digitale Archivierung), die 2010 in Genf stattfindet, beworben. Mein Beitrag wurde angenommen und auch als eines der drei erfolgversprechendsten Papers prämiert.

BRaIn: Du bist jetzt Diplomdokumentarin. Wie geht es jetzt weiter?

Julia: Ich möchte auch beruflich dokumentarische mit archivischen Aspekten verbinden und bewerbe mich daher eifrig auf Stellen im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung und der Medienarchivierung (insbesondere Bildarchivierung).

BRaIn: Bringt dir deine Diplomarbeit Vorteile bei der Stellensuche?

Julia: Ich bin mir ziemlich sicher, dass bei Bewerbungen auf Stellen, die im Bereich meines Arbeitsthemas liegen, die Diplomarbeit sehr hilfreich ist. Schließlich zeige ich damit, dass ich mich mit dem Thema digitale Langzeitarchivierung, relationale Datenbanken und XML schon mal intensiver befasst habe und dementsprechend vertieftes Wissen in diesen Bereichen habe. Außerdem denke ich, dass die Arbeit auch sehr gut den eigenen, fachlichen Interessenschwerpunkt widerspiegelt. Immerhin beschäftigt man sich ja schon eine relativ lange Zeitspanne damit.

BRaIn: Hast du abschließend noch einen heißen Tipp für uns, die wir demnächst unsere Abschlussarbeit schreiben.

Julia: Sucht euch ein Thema, das euch auch wirklich interessiert. So fällt es leichter sich zu motivieren.
Ein gut durchdachter Zeitplan und Formatvorlagen sind nicht zu unterschätzen. Zwingt euch den Zeitplan einzuhalten. Fangt also früh genug mit der Arbeit an. Die Zeit vergeht schneller als man denkt.