ISSN: 1867-6189

Universitätsbibliothek der TU und das Athener Staatsarchiv

Die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Athen

Es ist Freitag, der 03.06.2016 und der vorletzte Tag unserer Exkursion nach Athen. Nach dem Frühstück haben wir uns mit der Metro auf den Weg gemacht, um die Bibliothek der Technischen Universität Athen zu besichtigen. Leider entpuppte sich der Weg dahin als schwieriger und länger als gedacht, da die Universität etwas außerhalb der Stadt liegt. Keiner von uns hatte gedacht, dass es ein relativ langer Weg sein würde.

Kaputte Beschilderung auf dem Weg zur Universitätsbibliothek

Kaputte Beschilderung auf dem Weg zur Universitätsbibliothek (Foto: Melanie Janssen)

So jedenfalls hörte man öfter die Studierenden fragen: „Wie weit ist es denn noch?“ Ein Aufatmen ging durch die Gruppe, als wir die Zufahrt zur Universität fanden. Doch damit fing die Suche erst an: Beschilderungen waren zwar da, aber nur auf Griechisch, teilweise waren diese Schilder kaputt, lagen auf dem Boden, so dass man sie  übersah. Nach einigem Umherirren fanden wir schließlich die Universität und damit die Bibliothek. Erschöpft, aber froh. Von außen bietet die Bibliothek nichts Spektakuläres, viel Beton und Glas. Beim Betreten der Bibliothek schlug uns die Kühle der Klimaanlage entgegen. Hier wurden wir empfangen und von Herrn Alexandros Iliakis und weiteren Bibliothekarinnen und Bibliothekaren begrüßt und schließlich in einen kleinen Konferenzraum geführt.

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Außenansicht der Universitätsbibliothek (Foto: Melanie Janssen)

Nachdem wir uns mit Saft und Wasser erfrischten, erfolgte die Vorstellungsrunde inkl. einer PowerPoint-Präsentation über die Bibliothek. Dazu gehörte das Gebäude, der Bestand, wer ausleihen darf etc. und ganz speziell wurde der Onlinekatalog der Bibliothek präsentiert. Bei einer Nachfrage zu einem möglichen Praktikum wurde sogar schnell noch der Praktikant geholt, dem wir auch Fragen stellten. (Nachdem wir wieder in Deutschland waren, trat dieser Praktikant mit uns in Kontakt, um mehr über Bibliotheken in Deutschland zu erfahren). Schließlich wurden wir durch die Räumlichkeiten der Bibliothek geführt. Als erstes ging es zum Empfang, wo auch die Ausleihe zu finden ist, gefolgt von einem Einblick in den Bestand und Lagerung der Bücher. Hier wurde uns wieder einmal vor Augen geführt, wie wenig finanzielle Mittel Bibliotheken in Griechenland zur Verfügung stehen. Teilweise müssen Bücher auf Tischen gelagert werden, da kein Geld für weitere Bücherregale vorhanden ist. Ein Bücherregal drohte sogar zusammenzubrechen, da dieses kaputt war. Zwischen den langen Reihen von Bücherregalen standen Tische, an denen Studenten lernten und in Büchern blätterten. Da das Gebäude der Bibliothek hochgebaut ist, wirkt es von innen offen, auch unterstützt durch die weißen Wände. Allerdings sind die Fenster teilweise etwas zu klein und durch den Bau der einzelnen Etagen wirken diese zugebaut, so dass das Licht nur schwer überall hinkommt.

Blick in das Innere der Bibliothek

Blick in das Innere der Bibliothek (Foto: Annica Riewe)

Das Bücherregal droht zusammenzubrechen

Das Bücherregal droht zusammenzubrechen (Foto: Melanie Janssen)

Mit der Führung durch die Bibliothek endete unser Besuch dort, und dank der Hilfe von Herrn Alexandros Iliakis, der uns bis zur Bushaltestelle führte, konnten wir diesmal ganz in Ruhe mit dem Bus zurückfahren.

 

 

 

Das Staatsarchiv in Athen

Nach dem Besuch in der Bibliothek der TU blieb uns nicht mehr viel Zeit, um zum zweiten Besichtigungstermin des Tages  zu gelangen. Zuerst ging es ein Stück mit der Metro, bevor wir mit dem Bus zu unserem Ziel fuhren, dem Staatsarchiv in Athen. Das Gebäude des Archivs befindet sich in einer hügeligen Gegend von Athen, inmitten einer, untouristischen, besseren Gegend der Stadt, inmitten von Villen. Das Archiv an sich sieht selber aus wie eine Villa, mit seiner weißen Fassade und der Fensterfront, die sich fast über die gesamte Länge einer Seite des Hauses erstreckt.

Das Nationalarchiv von außen

Das Nationalarchiv von außen (Foto: Melanie Janssen)

Im Inneren wurden wir von mehreren Archivarinnen begrüßt, die uns in den Konferenzraum des Archivs führten. Dort wurde  uns das Nationalarchiv vorgestellt, mit den wichtigsten Eckdaten, dem Bestand etc. Danach ging es in die „Tiefen“ des Archives, dorthin wo sonst die wenigsten hinkommen. Denn dort befinden sich die Werkstätten, in denen Dokumente restauriert werden. Auffallend war, dass hauptsächlich Frauen dort arbeiten. Uns Studierenden wurde sehr ausführlich erzählt und gezeigt, wie die Dokumente dort restauriert und aufgearbeitet werden. Die Archivalien wurden aus Schubfächern herausgeholt, damit wir diese genauer anschauen und die Schäden erkennen konnten. Als letztes wurden die fertigen Dokumente gezeigt, nach dem der Restaurierungsprozess abgeschlossen war.

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Ein Blick in die Restaurationswerkstatt (Foto: Melanie Janssen)

Als nächstes wurden wir in einen Raum geführt, in dessen hinterem Bereich sich Akten stapelten. Hier arbeitet ein einzelner Mitarbeiter, ein Historiker, der damit beschäftigt ist, diese Akten zu erschließen. Dafür breitete er alle Dokumente, die sich in einer Akte befanden, auf dem Tisch aus und erfasste sowie ordnete diese.

Stapeln von Akten, die noch erschlossen werden müssen

Stapeln von Akten, die noch erschlossen werden müssen (Foto: Melanie Janssen)

Schließlich verließen wir die Werkstätten und gingen die Treppe in die erste Etage hoch, wo sich eine Ausstellung befindet. Eine Archivarin hieß uns willkommen und führte uns in einen Leseraum. Neben Holztischen, an denen Dokumente aus dem Archiv angeschaut werden können, finden sich hier auch niedrige Regale, in denen Zeitschriften und Bücher ausgestellt sind. Von hier aus hat man zudem einen wirklich tollen Ausblick auf das Viertel, indem sich das Staatsarchiv befindet.

Blick vom Nationalarchiv

Blick vom Nationalarchiv

Mit dem Leseraum endete die Führung  und wir verabschiedeten uns von den Archivarinnen, die uns begrüßt hatten und machten uns auf den Weg zur Bushaltestelle, um zurück zu fahren.