ISSN: 1867-6189

Auf nach Hellas, Ελλάδα!

Es geht wieder los…

Es war wieder einer dieser Montagnachmittage, an dem die BRaIn-Redakteure sich entscheiden mussten: Wo sollte die nächste Reise hingehen? Es wurde diskutiert, vorgestellt, abgestimmt, abgelehnt und neu überlegt. Es dauerte noch zwei weitere Montagnachmittage bis die Entscheidung fiel, Athen soll es sein. Wir waren uns sicher, Athen hat für uns angehende Informationswissenschaftler mehr zu bieten als „nur“ die Akropolis.

Am 31.05. 2016 um 16:30 Uhr hieß es Abflug und auf nach Hellas. Nach einem kurzen Flug und einer gefühlt längeren Zugfahrt erreichten wir das Stadtviertel Pisiri, im Zentrum von Athen. Es war mittlerweile dunkel geworden, aber sie war nicht zu übersehen, die wunderschöne Akropolis  befand sich direkt vor uns. Schnell einige Fotos gemacht und ab zum Hotel, das Athinaikon in Pisiri. Ein eher kleines Hotel, aber für uns völlig ausreichend.

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Akropolis bei Nacht Foto: Mel Janssen

Der zweite Tag

Am nächsten Morgen sahen wir Athen das erste mal bei Tageslicht und es gefiel.  Unser erster Termin führte uns ins  Goethe-Institut. Dort wurden wir freundlichst empfangen, wir bekamen eine Führung durch das Gebäude und uns wurde die dortige Arbeit der Bibliothekare vorgestellt.

„Zum Abschluss unseres Besuches wurden uns noch die 15 iPads gezeigt, welche der Institutsbibliothek zur Verfügung stehen und wir bekamen bei einer kleinen Gruppenübung die Möglichkeit, einige Programme auf den Geräten näher kennenzulernen.  Insgesamt war der Besuch des Goethe-Instituts ein gelungener Einstieg in eine spannende Reisewoche in Athen.“ (Marcus Michaelis, Annica Riewe)

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Teile der Hadriansbibliothek Foto: Mel Janssen

Nachdem der offizielle Teil beendet war, besichtigten wir zuerst die Hadriansbibliothek. Auch wenn nur noch Reste vorhanden sind, waren wir dennoch tief beeindruckt. Durch den bloßen Anblick der Säulen erhielten wir eine Vorstellung davon, wie das antike Athen einmal ausgesehen haben muss.

Tempel des Hephaistos

Tempel des Hephaistos Foto: V. Jahrmarkt

Nach einer kurzen Pause für alle, ging es weiter zur Akropolis. Auf dem Weg nach Oben passierten wir weitere wunderschöne, mal mehr oder weniger gut erhaltende, Tempel, kleine Gärten oder einfach nur erhaltende Säulen in diversen Ruinen.

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Erechtheion Foto: V.  Jahrmarkt

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Niketempel Foto: V.  Jahrmarkt

Auf der Akropolis angekommen, ließen wir erst einmal alles auf uns wirken. Es war ein wunderschöner Anblick, der sich uns darbot.

Die Akropolis in Athen ( „die Oberstadt von Athen“) ist die wohl bekannteste Vertreterin der als Akropolis bezeichneten Stadtfestungen des antiken Griechenlands. Die Athener Akropolis mit ihren Niketempel und weiteren bemerkenswerten Gebäuden wird deshalb oft einfach „die Akropolis“ genannt. Auf einem flachen, 156 Meter hohen Felsen stehen die zwischen 467 v. Chr. und 406 v. Chr. erbauten Propyläen, das Erechtheion, der Niketempel und der Parthenon-Tempel, in dem eine Statue der Göttin Athene stand.

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Der Parthenon Foto: V. Jahrmarkt

Nach den vielen Eindrücken wollten uns unsere Füße einfach nicht mehr tragen. Deshalb entschieden wir uns mit einer „Mini-Eisenbahn“ zum nächstgelegenen Restaurant zu fahren. Dort ließen wir den Abend gemütlich ausklingen, natürlich mit Blick auf die Akropolis.

Der dritte Tag 

Ausgeschlafen machten wir uns auf den Weg in die Nationalbibliothek. Die Bibliothek befindet sich in einem sehr imposanten Gebäude mit einem alten klassischen Lesesaal, den man heute kaum noch so vorfindet. Auch hier wurden wir freundlich von den Mitarbeitern empfangen. Dort wurde uns mitgeteilt mit welchen Problemen die Bibliothek zu kämpfen hat, aufgrund der Krise in Griechenland.

„Besonders beeindruckend an diesem Besuch war die unumstößlich positive Einstellung des Direktors und der motivierte Eindruck den die Mitarbeiter vermittelten. Trotz der schwierigen Zeiten wurde der bibliothekarische Gedanke des Zugangs hier nie eingespart.“ (Mel Janssen, Gabi Lorenz)

Nach dem Termin machten wir uns auf, eine erfrischende Abkühlung zu suchen. Denn es war heiß, heißer, zu heiß für uns. Nach einer langen Fahrt fanden wir ein schattiges Plätzchen am Meer und ließen dort den Tag ausklingen .

Der vorletzte Tag 

Heute machten wir uns auf den Weg die Bibliothek der Technischen Universität zu besuchen. Nach einem etwas längeren Marsch, mit der Sonne Griechenlands über unseren Köpfen, kamen wir dort an.  Im Inneren des Gebäudes wurde uns das erste mal bewusst, mit welchen Problemen die Bibliotheken in Athen zu kämpfen haben.

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Foto: V Jahrmarkt

„Hier wurde uns wieder einmal vor Augen geführt, wie wenig finanzielle Mittel Bibliotheken in Griechenland zur Verfügung stehen. Teilweise müssen Bücher auf Tischen gelagert werden, da kein Geld für weitere Bücherregale da ist, des Weiteren drohte ein Bücherregal zusammenzubrechen, da dieses kaputt war.“ (Laura Ritter, Laura Lang, Maud de Bruyn)

Trotz alledem waren die Mitarbeiter sehr aufgeschlossen, beantworteten unsere Fragen und gaben uns einen interessanten Einblick in ihren beruflichen Alttag.

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Foto: V. Jahrmarkt

Unser zweiter Termin an diesem Tag fand im Nationalarchiv statt. Hier konnten wir uns ein Bild der dortigen archivarischen Arbeit machen. Besonders anschaulich war die Führung durch die Werkstätten. Die Archivare zeigten uns ausführlich verschiedene Arbeitsschritte, die das zu bearbeitende Archivgut benötigt.

 

 

Der letzte Tag 

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Gerät zeigt Tag und Nacht auf der Erde an        Foto: V. Jahrmarkt

 

Unsere Reise neigte sich dem Ende entgegen. Unsere letzter Termin fand in der Bibliothek der Eugenides Foundation statt. Hier bekamen wir eine Bibliothek zu Gesicht, die großzügig ausgestattet ist. Es wurde uns viel bei der Führung durchs Gebäude gezeigt und als der Brailledrucker einfach nicht funktionieren wollte, wurde eben einfach erklärt wie er funktioniert. Es war ist eine beeindruckende Bibliothek, die besonders durch ihre Arbeit mit Kindern positiv auffällt.

Insgesamt war es eine informative und spannende Führung, aus der wir einiges über die Bibliothekskultur Griechenlands mitnehmen konnten. Es war ein sehr gelungener Abschlussbesuch unserer Athenreise. (Marléne Friedrich)

 


Palme Foto: Mel Janssen

Foto: Mel Janssen

Unsere letzten Stunden in Athen verbrachten wir, wie sollte es auch anders sein, am Meer. Wir genossen es, im Schatten einer großen Palme zu sitzen und über unsere Eindrücke zu sprechen. Bibliotheken, die hauptsächlich auf öffentliche Gelder angewiesen sind, haben kaum finanzielle Mittel zu Verfügung. Dennoch haben wir Mitarbeiter kennengelernt, die sich mit großen Engagement für ihre Bibliothek einsetzen und hoch motiviert arbeiten. Wir hoffen, dass diese Motivation die Mitarbeiter nie verlässt und dass sich ihre Situation in den nächsten Jahren verbessert.

Es war eine sehr aufschlussreiche Reise und wir verlassen Athen mit vielen tollen Geschichten und einigen Erfahrungen mehr im Gepäck.