ISSN: 1867-6189

»Schönes Google-abseitiges Suchen!«

Sie verleitet, die vorinstallierte Google-Toolbar oder das Suchmaschinenfeld, das vorrangig mit einem bunten »g« besetzt ist. Wer schnelle Informationen für das nächste Referatsthema oder einen Pizza-Service um die Ecke suchen möchte, greift gerne zur Suchmaschine Google. Das zeigen aktuelle Statistiken, so wird diese Suchmaschine von knapp 90% der Nutzer genutzt1.

Ich verfolge weniger das Ziel, die meist genutzte Suchmaschine zu verunglimpfen. Vielmehr möchte ich anregen, über den Tellerrand hinaus zuschauen, alternative Suchmaschinen und deren Technologien kennen zu lernen und so dazu beitragen, die Monopolisierung des Suchmaschinen-Marktes aufzuhalten. So veranlasste mich der diesjährige Kongress des SuMa-eV (Gemeinnütziger Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs) dazu, die nun folgenden vorgestellten Alternativen zu Google zu beleuchten und im Alltag zu testen.

Versuchen Sie einfach, einen Tag ohne Google auszukommen. Keine Suchanfrage, kein GoogleMaps oder eine Bildersuche über selbigen zu starten. Ich bin sehr optimistisch, dass Sie das schaffen. Die Lösungen heißen zum Beispiel MetaGer, YaCy, exalead und eyePlorer. Jeder Dienst ist für sich einzigartig und bietet viele Möglichkeiten in der Anwendung an.

So ist MetaGer / Metager2 eine im Jahr 1996 an der Leibniz-Universität Hannover entwickelte Metasuchmaschine, die keinerlei Datenspeicherung der IP-Adressen, Suchanfragen und angeklickten Webseiten betreibt (wie auch die nachfolgend beschriebenen Suchmaschinen). MetaGer vermeidet durch die Technologie einer Metasuchmaschine Redundanzen in der Ergebnisliste, bewertet die Ergebnisse und stellt ein eigenes Ranking auf.

Doch wer sich die Suchmaschine quasi »nach Hause holen« möchte, für den ist YaCy vielleicht das Richtige. Die ebenfalls in Deutschland entwickelte Suchmaschinensoftware ist kostenfrei und ermöglicht dem Nutzer nach der Installation eine Suche im dezentralen, unabhängigen und ausfallsicheren Peer-to-Peer-Netzwerk. Einstellbar sind dann eine gemeinschaftsbasierte Web-Suche, ein Suchportal für eigene Internetseiten oder die Intranet-Indexierung. Eigene Ranking-Einstellungen, die Vergleichssuche in verschiedenen Suchmaschinen oder die Suche über Geocaching und OpenStreetMap sind möglich.

Die englischsprachige Suchmaschine exalead ist dem Interface der Google-Suche sehr ähnlich, bietet allerdings weitere interessante Optionen. Bei der Eingabe eine Suchanfrage im Web (z.B. »Suchmaschine«) erscheint in der Ergebnisleiste jeweils das Vorschau-Bild der betreffenden Webseite. Leicht lassen sich auf diesem Wege bekannte Seiten wie Wikipedia-Einträge erkennen. Bei der oben genannten Suchanfrage lässt sich die weitere Funktion aufzeigen: 69% der Inhalte sind in deutscher Sprache, 38% aller Inhalte sind in Deutschland hinterlegt, und auch die Auswahl zwischen unterschiedlichen Dateitypen können getroffen werden. Exalead lässt außerdem neben anderen nützlichen Funktionen wie der Bildersuche eine direkte Suche in Wikipedia zu und generiert eine Tag-Wolke zum Suchbegriff.

Als vierte Suchmaschine soll der Gewinner der SuMa Awards 2009, die visuelle Wissensmaschine eyePlorer vorgestellt werden. Die grafische Darstellung der Begriffe und die Kombination mit weiteren Assoziaten erfolgt über hinterlegte Onlinetexte. Hier heißt es Ausprobieren! Wie wäre es zum Beispiel mit dem Begriff »Berlin«? Durch die grafisch-semantische Darstellung innerhalb des Kreises und dessen Kategorien, hier also den Kuchenteilen macht das Suchen, Stöbern und Finden Spaß. Ein Wissen zum Anfassen im wahrsten Sinne ist hier möglich. Das Speichern von eigenen Notizen sind weitere Funktionen.

Probieren Sie es aus, einen Tag ohne Google auszukommen und andere Suchmaschinen in Anspruch zu nehmen. Um mit dem Leitsatz des SuMa-eV Kongress 2009 zu schließen wünsche ich den Lesern ein »Schönes Google-abseitiges Suchen«.

Weiterführend

Fußnoten