ISSN: 1867-6189

Nationalbibliothek Israel

Am dritten Tag der Reise nach Israel besuchten die BRaIn-Redakteure die Nationalbibliothek von Israel.

Die Midrash Abarbanel Public Library, der direkte Vorgänger der Nationalbibliothek wurde bereits 1892 mit dem Ziel gegründet „die Schätze der jüdischen Literatur“ zu sammeln. 1953 verabschiedete die Kensset das „Legal Deposit Law“, welches das Pflichtexemplarrecht in Israel regelt. Es besagt, dass zwei Kopien eines jeden in Israel publizierten Buches an die Jüdische National- und Universitätsbibliothek übergeben werden müssen. Die Einweihung des Bibliotheksneubaus auf dem Gelände der Hebrew University fand 1960 statt. 2007 trat, auf Beschluss der Knesset, das „National Libary Law“ in Kraft. Verwaltungstechnisch wurde die Nationalbibliothek von der Hebrew University losgelöst und fungiert seit 2008 als Tochtergesellschaft der Universität. Gleichzeitig wurde der Sammelauftrag erweitert. Seither sammelt die Bibliothek nicht nur israelische Medien sondern auch historisch wichtige Werke der Menschheit, wobei der Schwerpunkt klar auf dem Land Israel und deren jüdischen Einwohnern im Besonderen liegt.

2014 führte die Nationalbibliothek Katalogisierungsregeln nach RDA (Resource Description and Access) ein.

Derzeit befindet sich ein Neubau der Nationalbibliothek in Planung, da die bisherigen Räumlichkeiten keinen ausreichenden Platz mehr bieten.

Die Nationalbibliothek verfügt über eine große Kartensammlung. Das Heilige Land bildet dabei den Themenschwerpunkt.

Präsentation in der Kartensammlung

Im hauseigenen Soundarchiv können lokale Künstler im Aufnahmeraum israelische und jüdische Musik einspielen, welche anschließend archiviert wird. Das Soundarchiv sammelt auch Dokumente wie Noten und hat die Aufgabe archivierte Musik der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Mitarbeiter der Digitalisierungsabteilung

Große Bestände sind oder werden derzeit digitalisiert. Nachdem die Texte gescannt wurden, kommt eine Texterkennungssoftware zum Einsatz. Mithilfe von OCR (Optical Character Recognition) kann später direkt in den Texten eine Wortsuche durchgeführt werden.

Die Sammlung Gershom Scholem, benannt nach einem wichtigen Religionshistoriker, der an der Hebräischen Universität

lehrte, beherbergt etwa 4.000 Bücher. Einige davon stammen aus dem 15. Jahrhundert. Weitere große Sammlungen sind die Judaica Sammlung, die Israel Sammlung sowie die Islam & Mittlerer Osten Sammlung.

Zettelkatalog der Gershom Scholem Collection

In regelmäßigen Abständen findet der sogenannte Wikipedia Morning statt. Dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen Wikimedia Israel und der Nationalbibliothek. Bis zu 20 Teilnehmende werden bei jedem Kurs von Freiwilligen im Umgang mit Wikipedia geschult. Die Nationalbibliothek hat außerdem Wiki Commons, der Medienseite von Wikipedia, 200 gescannte Karten historischer Ansichten von Jerusalem überlassen.


Quelle: http://web.nli.org.il/sites/nli/english/Pages/default.aspx