ISSN: 1867-6189

Bibliothekartag 2015: Gebührenfreiheit – möglich oder nur eine Illusion?

Auf dem diesjährigen Bibliothekartag stellte Miriam Sammet ihre Bachelorarbeit zu dem Thema „Einflussfaktoren auf Gebührenstrategien von öffentlichen Bibliotheken“ vor. Der Vortrag war Teil der Veranstaltungsreihe „freier Zugang zu Informationen“.

Als erstes stellte sie eine Statistik der DBS vor, welche zeigte, dass 1999 mehr als die Hälfte der Bibliotheken keine Benutzergebühren erhoben haben, 2013 waren es etwa nur noch ein Fünftel (19,42%).

Nach einer Übersicht zu verschiedenen Gebührenformen (Anmeldegebühren, zeitgebundene Gebühren, etc.) stellte Sammet die Frage, ob Gebühren überhaupt noch „zeitgemäß“ sind. Sie führte an, dass Bibliotheken immer mehr als Aufenthaltsort genutzt werden, so dass die Nutzung der Medien wichtiger als die Ausleihe wird und der Inhalt wichtiger als das Medium selbst. Jedoch steht der „Zeitgeist“ im Konflikt zu den Finanzen und diese wiederum im Konflikt zu den gesellschaftspolitischen Ansprüchen. Am Ende ging Miriam Sammet der Frage nach, ob Gebührenfreiheit eine Option ist, mit dem Ergebnis, dass Gebühren für die Nutzer hinderlich sind (Prioritätenwandel, etc.), dahingegen sind Gebühren notwendige Einnahmen, unter anderem als Kostendeckung, Angebotsverbesserung u.ä. Ein großer Teil der Kosten kann durch Mahn- oder Servicegebühren abgedeckt werden.

Als Fazit und Ergebnis stellte Sammet eine Alternative vor und zwar eine Differenzierung der Gebührenformen, welche zum Beispiel an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst wird oder auch eine Gebührenfreiheit für bestimmte Nutzergruppen (Schüler, Senioren etc.). Allerdings hat jenes die möglichen Folgen, dass es kein einheitliches Gebührenmodell gibt und dieses zu kompliziert wird und kaum nachvollziehbar.

In Nürnberg hat die Einführung des neuen Modells als Folge, dass die Medien früher zurückgebracht wurden und es zudem 20% mehr aktive Nutzer gab.