ISSN: 1867-6189

„Nor-weg“ Die Heimat der Nordmänner – Norwegens Geschichte

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Unvergleichliche Fjorde, riesige Gletscher, weitläufige Flächen und atemberaubende, verträumte Naturlandschaften haben Norwegen geformt, noch lange bevor am Hofe von König Alfred in England, der Begriff „Nor-weg, die Heimat der Nordmänner“, durch Stammesführer Ottar verkündet wurde. Davon zeugen noch heute Überreste von Steinzeithäusern und Siedlungen, in denen vor mehr als 10.000 Jahren Menschen in Norwegen lebten und Rentiere und Robben jagten. Durch Klimaerwärmungen waren die Nordmänner gezwungen ihre Siedlungen im Osten zu verlassen und sich an der Küste in Südnorwegen anzusiedeln. Da im Norden der Boden zu unfruchtbar war, um vernünftig Ackerbau betreiben zu können, lockte ein üppiger Fischbestand die Anwohner dazu hier sesshaft zu werden. Werkzeuge und Waffen wurden durch Bronze ersetzt, die kleinen Gemeinschaften lebten zusammen und setzten sich notfalls gegen Feinde zur Wehr, dennoch änderte sich ihre Lebensweise nur wenig.

Namen, die auf -vik oder -heim enden zeugen noch heute von früheren Kleinkönigtümern, die durch den ersten König Harald I. Schönhaar im Jahr 872 zu einem Reich geeint wurden. Diese Einigkeit hielt aber nicht lange und so zerfiel Norwegen wieder in Teilreiche.

Heute gehört das Land zu den reichsten der Erde.

Dadurch, dass die Landschaft in Norwegen mit Bergen, Fjorden und Inseln geprägt ist kamen die Menschen dort schon immer besser auf dem Wasser, als zu Lande voran und so entwickelten sich die Einwohner zu den fähigsten Seeleuten der Welt.

Quelle: http://www.visitnorway.com/de/Product/?pid=29095

Quelle: http://www.khm.uio.no/english/visit-us/viking-ship-museum/index.html

Mit ihren langen und flachen Schiffen, ausgerüstet mit Rudern und Segeln wurden die Nordmänner zu gefürchteten Eroberern. Damit erreichten sie England, Island, Grönland und sogar Nordamerika, um dort in Klöstern und Städten zu plündern, Bewohner als Sklaven zu nehmen und zu brandschatzen. Dennoch war die Wikinger-Ära nicht nur schlecht, denn durch die Schiffe wurden neue Handelsrouten erschlossen.

Allerdings blieben sie nicht lange die Herrscher ihres Landes, da es den dänisches Königen, zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert, mehrmals gelang Norwegen zu besetzen. Dies führte auch zur Einführung des Christentums und zur Gründung des Erzbischoftum Trondheim, sowie dem Bau der Stabskirchen, dessen hölzerne Gotteshäuser bis heute ein Wahrzeichen Norwegens sind. Durch die Christianisierung hörten auch die Streifzüge der Wikinger auf, denn die Kirche zwang die Nordmänner ihre Lebensweise aufzugeben.

Olav II. wurde 1030 getötet, bevor es ihm gelang ein einheitliches christliches Reich zu gründen, dennoch zog das Christentum als offizielle Religion in Norwegen ein. König Harald Hardråde gründete Oslo, festigte die Grenze zu Schweden und fiel in England ein, wo er 1066 ums Leben kam. Im 12. Jahrhundert erlebte die norwegische Kultur ihre Blütezeit, Herrschaftsgebiete wurde gefestigt, Handelsverträge brachten ausreichend Gewinn ein und der Schottland-Konflikt wurde beendet.

1397 wurde Norwegen, durch Königin Margarethe I., mit Dänemark und Schweden zur Kalmarer Union vereinigt und blieb dennoch unter dänischer Herrschaft, auch als Schweden 1523 aus dem Bündnis ausstieg.

Ganze drei Jahrhundert dauerte es, bis König Christian IV. von Dänemark und Norwegen durchgriff um Norwegen vor weiterer Ausbeutung und Vernachlässigung durch Dänemark zu bewahren. Oslo wurde, nachdem es von einem Feuer zerstört worden war, wieder aufgebaut und in Christiania umbenannt. Ebenfalls wurde der Hafen von Kristiansand erbaut, damit kam der Handel wieder in Schwung. Fisch, Holz, Erze und der Schiffsbau brachten Norwegen Reichtum ein.

Dänemark verlor Norwegen in den napoleonischen Kriegen wieder und wurde 1814 zum Rückzug gezwungen. Die Norweger gaben sich am 17. Mai 1814 eine eigene Verfassung, allerdings hielt die neue Freiheit nicht lange an, denn nur wenige Monate später wurden sie in ein Bündnis mit Schweden gezwungen. Während des nächsten Jahrhunderts bemühte sich Norwegen um seine Unabhängigkeit. Sie waren recht autonom, doch mussten Gesuche oder dergleichen nach Stockholm übermittelt werden, was die Unzufriedenheit der Bevölkerung nur mehr ansteigen ließ.

Um 1880 wurde die Rufe nach einem freien Norwegen immer lauter und so blieb das Parlament hartnäckig bis schließlich 1905 die Union mit Schweden aufgelöst wurde. Prinz Karl von Dänemark wurde auf den Thron gewählt und Norwegens Wirtschaft expandierte wieder. Die viertgrößte Handelsflotte der Welt wurde aufgebaut, welche aber, trotz seiner Neutralität, im 1. Weltkrieg um die Hälfte zusammenschrumpfte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Land von deutschen Truppen besetzt, die, die Häfen bis nach Narvik besetzten.Viele Norweger versuchten nach Schottland zu gelangen um an der Seite der Alliierten gegen die Besetzer zu kämpfen oder um Sabotage zu verüben. Deutschland reagierte mit heftigen Vergeltungsmaßnahmen, was dazu führte, dass Widerstandskämpfer exekutiert oder in Konzentrationslager geschickt wurden.

Erst mit Ende des Krieges zogen auch die deutschen Truppen ab und hinterließen ein zerstörtes Norwegen. Die Bewohner allerdings machten sich daran ihr Land wieder aufzubauen und schafften es innerhalb von vier Jahren ihr Vorkriegsniveau sogar noch zu übertreffen. Im Jahr 1949 trag Norwegen der NATO bei.

Die Nordmänner sind nach wie vor eifrige Patrioten, die ihren Nationalfeiertag mit Karneval und Paraden begehen und ihre Königsfamilie feiern. Das Ölgeschäft verschaffte dem Land eine hervorragende Infrastruktur, welche für den Reichtum des Landes sorgte und auch in Zukunft sorgen wird.

2005 feiert das noch junge Norwegen seine 100-jährige Unabhängigkeit.

Quelle: http://www.reisefestival.de/

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