ISSN: 1867-6189

Ein kleines Stück Deutschland in der norwegischen Nationalbibliothek

Auch wenn wir die äußere Schönheit des Gebäudes, aufgrund von Baumaßnahmen, nicht betrachten konnten, so haben uns dessen innere Werte mehr als überwältigt. Von den beeindruckenden Wandgemälden über den Aufbau des Bestands bis hin zu dessen Inhalt, es gab einfach nichts, was nicht unser Interesse weckte.

Um die 400 Mitarbeiter kümmern sich darum den gesamten Bestand der Bibliothek zu erhalten, ihn zu digitalisieren und zugänglich zu machen. Dieser Bestand verteilt sich über die zwei Standorte Oslo und Rana, welche rund 1000 km voneinander entfernt liegen. In diesem Zusammenhang betonten die Einwohner immer wieder, dass Norwegen ein sehr langes Land ist und dass das Klima im Süden, von den nördlichen Einwohner als angenehm warm und sonnig empfunden wird. Aber abgesehen davon, lieferten uns die Mitarbeiter noch mehr bemerkenswerte Fakten über die Einrichtung und deren Arbeit. So ist im norwegischen Bibliotheksgesetz bspw. verankert, dass alle veröffentlichten Inhalte, in allen Medien in der Nationalbibliothek hinterlegt sein müssen und damit dies möglich ist sind norwegischen Buchverlage verpflichtet, Pflichtexemplare an die Bibliothek zu liefern.

Eines der Hauptziele der Nationalbibliothek ist es, zu Europas aufregendsten und modernsten nationalbibliothekarischen Einrichtungen zu gehören. Dennoch überraschte es uns, dass sie dabei sind den gesamten Bestand zu digitalisieren und bereits ein Speicherplatz von zehn Petabyte mit digitalen Daten belegt haben. In dieser digitalen Sammlung befinden sich sämtliche Materialien, aus dem Mittelalter bis hin zu aktuellen Veröffentlichungen. Begonnen wurde mit der Digitalisierung bereits im Jahr 2006 und man schätzt, dass es weitere 20 bis 30 Jahre dauern wird bis diese vollständig abgeschlossen ist. Unter den frei verfügbaren Digitalisaten befinden sich allerdings, auf Grund der rechtlichen Lage, keine Neuerscheinungen und das digitale Material ist nur über norwegische IP-Adressen zugänglich.

Des Weiteren bildet die Nationalbibliothek die zentrale Infrastruktur, für alle anderen Bibliotheken des Landes. Dies bedeutet unter anderem, dass sie übergreifend für deren Planung und Entwicklung von Aktivitäten verantwortlich ist.

Nach dem wir von den Mitarbeitern vor Ort einen ausführlichen, theoretischen Überblick über die Einrichtung bekommen haben, bekamen wir eine Führung durch das imposante Gebäude. In dem ersten Raum angelangt, bemerkten wir eine gewisse Ähnlichkeit zu älteren deutschen Bibliotheken. Wie sich herausstellte, hat der Architekt extra deutsche Bibliotheken besucht, um sich von deren räumliche Gestaltung inspirieren zu lassen und in Erfahrung zu bringen, wie man den Bestand möglichst effizient unterbringt.

Fazit: Die Norwegische Nationalbibliothek ist auf jeden Fall einen Besuch wert und sollte bei einem Aufenthalt in Oslo mit eingeplant werden.

Quelle: http://www.norwegenstube.de/wp-content/uploads/2013/04/nationalbibliothek-oslo.jpg

Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4e/Nasjonalbiblioteket_Oslo.JPG