ISSN: 1867-6189

Wo fröhliche Kobolde über sattgrüne Wiesen tanzen und ein Topf voll Gold am Ende des Regenbogens wartet – Mythologie in Irland

So fröhlich stellt sich wohl jeder die Mythen Irlands vor und die Leprechauns, die neben dem irischen Kleeblatt als zweites Wahrzeichen des Landes gesehen werden können, sind in der Regel auch meist gutartige, kleine Männchen, die eher von scheuer Natur. Sie sind auch bekannt für ihre gelegentlich derben Scherze und werden meist als ältere, rundliche Herren mit grüner Kleidung und Hut dargestellt. Bekanntlich bewachen sie die Töpfe voll Gold, welche man am Ende des Regenbogens findet und verdienen ihr Geld als Schuhmacher für die Feen. Berichten zufolge wurden die ersten angebliche bereits im 8 Jahrhundert gesichtet. Der Name Leprechaun ist eine Abwandlung des gälischen Wortes für „kleiner Körper“. Daher werden die Leprechauns auch als „little people“ bezeichnet.

Eine weitere bezaubernde Vorstellung sind die sogenannten Feenhügel welche im ganzen Land verteilt sind. Dies ist der Ort an denen die Feen in ihrer eigenen kleinen Welt leben sollen. Kein Bauer  trägt einen Feenhügel ab, selbst wenn dieser einem Bauvorhaben im Weg stehen sollte. Denn Feen sind kleine Wesen verschiedener Natur, die manchmal als gute, aber auch als listige Wesen auftreten.

Ein weiteres bekanntes Geschöpf aus der irischen Mythologie ist das Pooka. Dies ist ein strubbeliges, mit Ketten behangenes Pferd, welches nur zu Kindern freundlich ist. Es lädt diese gern zu einem Ritt ein, und galoppiert dann mit diesen auf den Rücken über die nächste Klippe, sodass die Eltern nicht hinterher gelangen. Außerdem zertritt es zu Samhain, dem irischen Halloween, die letzten Beeren, sodass diese ungenießbar werden. Auf das eigene Schicksal angesprochen, gibt es gern prophetische Auskunft. Dies ist ein Beweis dafür, dass die irische Mythologie bei Weitem nicht immer so positiv ist.

Eines der viel gefürchteten Wesen ist die Banshee, sie stammt von der dunklen Seite und wird auch als „Frau der Feen“, „Frau aus dem Feenreich“ oder als „Geisterfrau“ bezeichnet. Ihr Erscheinen kündigt einen nahenden Tod in der Familie an. Meist wird sie als Frau mit weißem Kleid, schwarzen Haaren und roten Augen dargestellt. Traditionell war sie familiengebunden, doch wurde sie im Laufe der Jahre allgemein zur Todesbotin für irische Familien.

Auch existieren Legenden welche von tückischen Fabelwesen und deren Vertreibung berichten. So wie die, der jungen Frau namens Marie Scannell. Diese lebte mit ihrem Ehemann noch nicht sehr viele Jahre zu Castle Martyr, als sie eines Tages zur Herbstzeit mit andern hinausgegangen war, um beim Weizenbinden behilflich zu sein. Dabei legte sie ihr Kind, dass sie noch stillte, in eine Ecke des Feldes und glaubte, dass es dort, in ihren Mantel eingewickelt, bestens versorgt sei. Als sie jedoch ihre Arbeit beendet hatte und zu ihrem Kind zurück kehrte fand sie an dessen Stelle ein Geschöpf, welches nicht einmal halb so groß war und ein solches solches Zetergeschrei ausstieß, dass man es eine Meile weit hören konnte. Sie fragte sich gleich was vorgefallen sein und ohne einen Augenblick zu zögern, nahm sie es in den Arm und brachte sie es zu einer weisen Frau. Diese flüsterte ihr zu, sie solle das Kind nicht satt füttern und ohne Barmherzigkeit auf dieses hauen und peitschen. Marie befolgte den Rat und eine Woche darauf fand sie morgens beim Erwachen ihr eigenes Kind wieder an ihrer Seite im Bette. Denn dem Elfen den sie anstelle des Kindes vorgefunden hatte, hatte ihre Behandlung, zu der sie sich entschlossen hatte obwohl sie eine liebevolle Frau war, gar nicht gut gefallen und so machte er sich wieder davon und schickte er Frau ihr eigenes Kind zurück.

Selbstverständlich darf auch die Vorstellung vom Paradies, welches „Tír na nÓg“ genannt wird, nicht vergessen werden. Den Legenden nach ist dies der Ort an dem man immer gut lebt und niemals altert. Deswegen wird es auch das „Land der jungen Menschen“ genannt.

Die Vorstellung der sagenhaften irischen Wesen ist um einiges komplexer als hier dargestellt, da man doch fast alle Erscheinungen und Probleme mit einer Sage oder Legende erklären konnte. Deshalb lohnt es sich auf jeden Fall, sich diese einmal genauer anzusehen und sich ausführlicher mit ihnen zu befassen. Sie bieten einen die Möglichkeit das Land und deren Geschichte mit anderen Augen zu betrachten. Irische Sagen und Legenden wie beispielsweise die des Wechselbalgs wurden in Irland über Jahrhunderte mündlich weitergegeben. Einige wurden allerdings auch schriftlich festgehalten zum Beispiel im Book of Ballymote oder Book of Leinster, welches im Trinity College in Dublin ausgestellt ist. Die Orte und dargestellten Gefühle sind meist echt, wenn auch die Legenden selbst erfunden sind. Oft erklären die Sagen Entstehungen verschiedener Naturerscheinungen, wie Tälern die bei der Flucht eines Riesen entstanden oder Beeren die eigentlich durch den Frost, mit dem Erscheinen des Pooka ungenießbar wurden. Die Geschichten nehmen anders als viele Märchen oftmals kein gutes Ende und scheuen keine Tragödien. Die Liste der Geschichtenerzähler aus Irland ist lang, weshalb die grüne Insel auch als Land der Geschichtenerzähler gilt. Über die Jahrhunderte entstanden Mythen über verschiedene Wesen und die Iren sind neben den Isländern eines der Völker, bei denen ein Großteil der Bevölkerung noch heute an die Wesen und Geschichten glaubt.

Quellen:

http://www.sagen.at/texte/maerchen/maerchen_irland/elfenmaerchen/wechselbalg.html

http://www.ireland.com/de-de/aktivitaeten/literarisches-irland/mythen-legenden-geschichtenerz%C3%A4hlen/artikel/mythen-und-legenden/#share-more

http://irish-net.de/Irland-Geschichte/Leprechaun-und-Fairies-die-irische-Anderswelt/