ISSN: 1867-6189

„When I die, Dublin will be written in my heart.“

Diese Zuneigung, die James Joyce für seine Heimatstadt empfand, beruht auf Gegenseitigkeit; mittlerweile gibt es in der, zugegeben äußerst kalten, Stadt nicht nur eine Statue ihm zu Ehren, sondern auch ein James Joyce Museum und ein James Joyce Centre. Neben ihm nehmen auch Joseph Sheridan Le Faune, eine Koryphäe der klassischen Gruselgeschichte, Nobelpreisträger George Bernard Shaw sowie Oscar Wilde einen gewissen Raum in der Hauptstadt Irlands ein – so auch im Dublin Writer’s Museum am Parnell Square, ganz in der Nähe der Abbey Presbyterian Church. Die Idee, einen Ort der Huldigung für irische Schriftsteller zu schaffen, kam vom Journalisten und Direktor der nationalen Rundfunkanstalt Maurice Gorham, die Gründung erfolgte jedoch erst im Jahre 1991 nach seinem Ableben.
Die Sammlung an Literatur in Form von Werken und Dokumenten sollte in der irischen Gesellschaft Interesse am Leben und Wirken ihrer Schriftsteller wecken; mittlerweile bietet das Museum einen weitreichenden Einblick in die gesamte irische Literaturgeschichte.

Doch nicht nur auf historischer Ebene ist das Dublin Writer’s Museum einen Besuch wert – ebenso verfügt es durch die Kooperation mit dem irischen Schriftstellerzentrum über einen beeindruckenden Überblick über das Schaffen lebender Schriftsteller sowie die damit verbundene internationale Literaturszene. Neben den genannten Literaten wie G.B. Shaw und Wilde finden sich in dem weitläufigen Gebäude Werke von William Butler Yeats, Austin Clarke und Patrick Pears, die mit ihrem literarischen Schaffen ebenfalls wichtige Beiträge zur irischen bzw. internationalen Literatur geleistet haben.

Ähnlich beeindruckend wie die Sammlungen maßgeblich beeinflussender literarischer Werke ist das Museumsgebäude selbst. Es beherbergt nicht nur mehrere Bibliotheken, sondern ebenfalls einen Salon und eine Galerie der populärsten Schriftsteller mit deren Porträts und Büsten; diese Räumlichkeiten fungieren auch als Treffpunkt für Empfänge, Sonderausstellungen und diverse besondere Anlässe. Im ersten Stock befinden sich Ausstellungsräume, in denen wechselnde Ausstellungen stattfinden. Des Weiteren gibt es einen kleinen Bereich, der sich der Kinderliteratur widmet.

Besonders interessant ist die Sammlung persönlicher Besitztümer der Schriftsteller, die durch Stiftungen an das Museum weitergegeben wurden; darunter findet sich der Schreibtisch Austin Clarkes, Samuel Becketts Telefon und Brendan Behans Gewerkschaftskarte mit seinen Fingerabdrücken. Auch alte Schreibmaschinen, handgeschriebene Notizen sowie Manuskripte einiger damaliger Schriftsteller befinden sich in der Sammlung.