ISSN: 1867-6189

Auf den Spuren von Goethe & Schiller in Weimar

Weimar, die viertgrößte Stadt Thüringens, ermöglicht uns eine Reise zurück in die Zeit von Goethe und Schiller. Auf den ersten Blick ist es eine ganz normale Kleinstadt mit ca. 62.000 Einwohnern, aber schon nach kurzer Zeit wird man sofort mit der großartigen Geschichte Weimars konfrontiert. Die Stadt strotzt regelrecht vor Attraktionen, Zeitzeugen und Bauten aus einer längst vergangenen Zeit. Wie zum Beispiel der Altstadt, die mit ihren engen, verwinkelten Straßen, Altstadtpflaster und historischen Wohnhäusern einen Hauch aus Vergangenheit und Geschichte vermittelt.

Urheber: Ilona Andersen

Weimarer Altstadt (Urheber: Ilona Andersen)

Das Einzigartige an Weimar sind jedoch die Spuren, die Goethe und Schiller hinterlassen haben. Die erhaltenen Wohnhäuser der beiden Dichter, leere Sarkophage und auch andere sagenumwobene Orte laden zum Entdecken ein.

Hier einige „Spuren“, die von uns entdeckt wurden:

Goethe Nationalmuseum / Goethes Stadthaus am Frauenplan

Das ehemalige, inzwischen historische Wohnhaus von Goethe ist ein Pilgerort für dessen Anhänger. Authentisch eingerichtet, mit auch originalen Hinterlassenschaften, wie zum Beispiel noch vorhandenen Kunst- und naturwissenschaftlichen Sammlungen, vermittelt das Wohnhaus einen Einblick in das private Leben Goethes. Da die Bestände sich immer vergrößerten, wurden 1913 und 1935 zwei weitere Museumsbauten an das Wohnhaus angebaut.

Park an der Ilm

Urheber:Ilona Andersen

Die Ilm (Urheber:Ilona Andersen)

Der direkt neben der Weimarer Altstadt gelegene Park, durch den die Ilm fließt, entstand in den Jahren 1778 und 1828. Goethe war an der Entstehung des Parkes beteiligt. Mitten im Park gelegen befindet sich das Gartenhaus von Goethe.

Goethes Gartenhaus

Das ursprünglich als Weinberghaus genutzte Anwesen war Goethes erster eigener Wohnsitz in Weimar. Goethe ließ das Haus restaurieren und legte auch selber den Garten an, der heute immer noch wie damals aus drei Teilen besteht: einer Obstwiese, einem Gartenteil und einem Gemüsegarten. Nach dem Erwerb des Stadthauses am Frauenplan hielt sich Goethe nur noch selten in dem Gartenhaus auf. Erst im Alter verbrachte er dort wieder mehr Zeit.

Urheber:Ilona Andersen

Goethes Gartenhaus (Urheber:Ilona Andersen)

Goethe- und Schiller – Archiv

In dem ältesten Literaturarchiv Deutschlands werden über 130 Nachlässe von Schriftstellern, Gelehrten, Philosophen, Komponisten, bildenden Künstlern und noch vieles mehr verwahrt. Der Charakter des Archives ist der eines zentralen Archivs mit einem Schwerpunkt für deutschsprachige Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts.

Goethe-Schiller-Denkmal

Das Denkmal, das die beiden Dichter darstellt, wurde 1857 auf dem Theaterplatz aufgestellt. Obwohl Goethe mit 1,69 m viel kleiner als der 1,90 m große Schiller war, werden beide gleichgroß dargestellt.

Schillers Wohnhaus

Das Wohnhaus, direkt in der Nachbarschaft von Goethe gelegen, erstand Friedrich Schiller im Jahre 1777. Im Jahre 1826, nach dem Tod seiner Frau Charlotte, ging es in den Besitz der Stadt über und wurde kurz darauf zu Deutschlands erster Gedenkstätte eines Dichters, die öffentlich zugänglich war. Besichtigt werden kann das gesamte Wohnhaus mit authentischer Einrichtung und dem Zeitgeschmack von Schiller.

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Schillers Wohnhaus (Urheber: Ilona Andersen)

Schiller-Museum

Direkt neben dem Wohnhaus von Schiller befindet sich das Schiller–Museum. Dieser Museumsbau wurde in der Zeit der DDR erbaut und enthält drei große Ausstellungsräume, in denen immer Wechselausstellungen stattfinden.

Römisches Haus

Goethe begleitete die Bauarbeiten des tempelartigen Gebäudes, welches dem dorischen Stil entsprechen soll. In dem ersten klassizistischen Gebäude Weimars können heute die Vorhalle, der Blaue und der Gelbe Salon sowie das Arbeitszimmer besichtigt werden.

Fürstengruft

Die Fürstengruft, die sich auf dem historischen Friedhof in Weimar befindet, ist die Begräbnisstätte der Fürstenfamilie und seit dem Jahre 1832 werden auch die Sarkophage der beiden Dichterpersönlichkeiten Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller dort aufbewahrt. Die Fürstengruft entwickelte sich zu einem Pilgerort für viele Dichter. Dazu muss erwähnt werden, dass der Sarkophag von Schiller seit 2008 leer ist, da nachgewiesen wurde, dass die bis dahin enthaltenen Überreste mehreren Personen gehörten.

Urheber: Ilona Andersen

Die Fürstengruft (Urheber: Ilona Andersen)

Allen Detektiven und Goethe & Schiller Fans wünsche ich viel Spaß beim Entdecken von weiteren Spuren aus der Vergangenheit der beiden Dichter.