ISSN: 1867-6189

Weltkulturerbe der Klassik

„Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren.“
J. W. v. Goethe [1]

Die Verantwortung dafür, dass Schriften wie zum Beispiel Zitate Goethes, für die Öffentlichkeit zugänglich sind, hat die Klassik Stiftung Weimar.

Im Jahre 2003 schlossen sich die „Stiftung Weimarer Klassik“ und die „Kunstsammlung Weimar“ zur „Klassik Stiftung Weimar“ zusammen.

Eine Reihe von Kunst- und Literaturmuseen, berühmte Schlösser und Parkanlagen sowie Dichterhäusern gehören der Stiftung an. Diese Gebäude befinden sich hauptsächlich in Weimar, teilweise aber auch bis an die thüringischen Grenzen. Alle Gebäude, die zur Stiftung gehören, sind Kulturstätten der Weimarer Klassik sowie der klassischen Moderne. Die Klassik Stiftung Weimar bewahrt, pflegt und vermittelt das kulturelle Erbe Weimars und macht es für die Öffentlichkeit zugänglich.

1998 wurde das Ensemble „Klassisches Weimar“ vom Welterbekomitee der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen. Die meisten der Objekte, die dem Ensemble angehören, sind im Besitz der Klassik Stiftung Weimar. Dazu zählen unter anderem die Anna Amalia Bibliothek, das Schloss Belvedere und die Wohnhäuser Schillers und Goethes. Die UNESCO erkennt damit die enorme kunsthistorische Bedeutung dieser Gebäude und damit die »herausragende Rolle Weimars als geistiges Zentrum im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert«[2] an.

Die Anna Amalia Bibliothek, die man Dienstag bis Sonntag besichtigen kann, hat kürzlich erst das Zertifikat „Exzellenz“ vom Reiseportal TripAdvisor bekommen. Das Zertifikat ist das Resultat hervorragender Bewertungen durch die Besucher der Bibliothek.

Rokokosaal in der Anna Amalia Bibliothek               Quelle

Eine renommierte Stiftung erfordert eine kompetente Leitung, die jederzeit alles unter Kontrolle hat. Seit nun genau 13 Jahren ist, der in Heidelberg geborene, Hellmut Th. Seemann Präsident der Klassik Stiftung Weimar. Er schrieb bereits zahlreiche Bücher zum Thema Weimarer Klassik, unter anderem „Museale Inszenierungen der Weimarer Klassik“ (2012) oder „Musikkultur in Weimar“ (2011).

Kürzlich sprach Herr Seemann, im Rahmen einer Ringvorlesung in der Bauhaus Universität in Weimar, zum Thema »Die kulturpolitische Rolle der Klassik Stiftung Weimar«. Hier konnten sich die Studierenden über die Stiftung informieren und Fragen stellen.

Eine Stiftung, die so viele Sammlungen bewahren, Gebäude pflegen und hin und wieder auch renovieren muss, braucht natürlich eine Menge Geld. Zu erwähnen wäre zum Beispiel der Wiederaufbau der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, die 2004 durch einen Brand zerstört wurde. Die Klassik Stiftung Weimar wird vom Bund, dem Freistaat Thüringen und der Stadt Weimar finanziert. Einen großen Teil der Kosten, 11 Millionen Euro im Jahr, trägt der Bund. Die restlichen 57 Prozent tragen der Freistaat Thüringen und die Stadt Weimar gemeinsam. Aufwendige und notwendige Bau- und Sanierungsmaßnahmen werden zusätzlich vom Bund gefördert. Beim Wiederaufbau der Herzogin Anna Amalia Bibliothek waren es 8,5 Millionen Euro.

Regelmäßig finden die verschiedensten Ausstellungen und Veranstaltungen in den Kulturstätten der Klassik Stiftung Weimar statt. Bis zum 27. Juli 2014 hat man im Goethe- und Schiller- Archiv noch die Möglichkeit die „Schätze“ des Archivs zu bestaunen. Zum Beispiel ein Brief des amerikanischen Staatsmannes George Washington, der sich in der Autographensammlung von Goethe befand.