ISSN: 1867-6189

Bibliothekartag in Bremen

 

Bibliotheken, die Welten öffnen

Unter dem Motto „Bibliotheken: Wir öffnen Welten“ fand vom 03. bis 06. Juni der 103. Deutsche Bibliothekartag in Bremen statt. Für viele der Teilnehmer heißt das vor allem so viele Vorträge und Veranstaltungen wie möglich mitzunehmen und dafür Stunde um Stunde in meist dunklen Sälen mit kirchenartiger Atmosphäre zu verbringen. Es gab spannende und lehrreiche Beiträge aus allen Bereichen des Bibliothekswesens, bei welchen man sich über die neuesten Entwicklungen und Tendenzen informieren konnte. Man konnte sich an den Ständen verschiedener Firmen über deren neue Produkte und Dienstleistungen erkundigen. Für viele hieß es aber auch Bekannte wieder zu sehen und neue Kontakte zu knüpfen, was nicht nur zwischen den Vorträgen möglich war, sondern auch bei speziell dafür organisierten Zeiträumen, wie der „Blauen Stunde“. Bei dieser Zusammenkunft wurden die Teilnehmer von den Veranstaltern in einem lockeren Rahmen, zu einem Gläschen Wein oder Saft eingeladen und konnten sich ganz frei kennen lernen. Eine offene und fröhliche Gesellschaft, die nichts von dem verstaubten Bild des Bibliothekars hat, welches noch in vielen Köpfen steckt.

Blaue Stunde beim Bibliothekartag

Bild 1: Blaue Stunde . Quelle: S. Siedmann

BIBbarCAMP auf dem Bibliothekartag 2014

Eine weitere Möglichkeit sich frei mit anderen Bibliothekaren auszutauschen, war die Unkonferenz: BIBbarCAMP. Dabei handelt es sich um eine offene, freie Gesprächsgruppe, bei der die Teilnehmer selber bestimmen können, welche Themen besprochen werden und auch wie lange man bei einem Thema verweilen möchte. Eine Einschränkung gab es aber im Vergleich zu den letzten Jahren: die Trennung der Themen zu öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken. Der Wunsch für eine solche Trennung wurde nach Aussagen der Moderatorin im vergangenen Jahr, beim Bibliothekartag in Leipzig geäußert und dieses Jahr zum ersten Mal umgesetzt. Die Reaktionen waren verschieden, zum einen froh sich nun klarer mit seinen Meinungen auf eine spezielle Bibliotheksart begrenzen zu können, zum anderen fehlte doch die Freiheit des globalen Denkens – so dachte man. Doch nach einer kleinen Vorstellungsrunde und einer allgemeinen Begrüßung, hat man sich schnell geeinigt, dass man die Themen auch übergreifen besprechen kann wenn man es möchte. Dies sind eben die Vorteile einer Unkonferenz – die Regeln macht man einfach selbst.
Jeder Teilnehmer konnte dann die Themen, die ihm wichtig waren, vorbringen, diese wurden auf Zettel geschrieben und es wurde abgestimmt, mit welchen Themen man sich zuerst befassen möchte. Wenn einem ein Thema nicht interessierte, konnte man einfach gehen und später zu einem anderen Thema wieder kommen, da es keinen Raum für die Veranstaltung gab, sondern einfach einen kleinen Bereich der großen Eingangshalle. So konnten auch vorbeigehende Teilnehmer des Bibliothekartages jederzeit dazukommen und sich bei Interesse am Camp beteiligen.
Eine lohnenswerte Erfahrung, die man jedem empfehlen kann. Wer jedoch nicht bis zum Bibliothekartag 2015 warten möchte, kann sich schon auf das BibCamp 7, 26./27. September 2014 in Potsdam freuen. Weitre Infos unter: http://bibcamp.wordpress.com/tag/potsdam/

Bild 2: BIBbarCAMP Werbeaufsteller. Quelle: S. Siedmann

Bild 2: BIBbarCAMP Werbeaufsteller.
Quelle: S. Siedmann

Mit der Zukunftswerkstatt neues erleben

Auch die Zukunftswerkstatt hatte auf dem Bibliothekartag 2014 wieder ihre Türen geöffnet. Mit zahlreichen Vorträgen über innovative Bibliotheksprojekte, neue Medien und andere zukunftsweisende Technologien und Workshops, zog die Zukunftswerkstatt viele Teilnehmer an.
Neben spannen Vorträgen wie „Library Transformation: The Chattanooga Public Library´s 4th Floor“ oder „Idea Store: into the second decade“, gab es auch viel anderes zu sehen. Auf einer großen, offenen Fläche wurden mit Hilfe gemütlicher, moderner Möbel von SchulzSpeyer und Cocoon, sowie einigen einfachen Trennwänden Nischen geschaffen, in denen man die Technologien vor Ort sehen und ausprobieren konnte.  Neben dem 3-D-Drucker gab es noch Google Glasses, Oculus Rift, einen Maker-Space-Bereich oder einen Multitouch-Tisch, welche zum Bestaunen, Berühren und Testen einluden. Die freundlichen Mitarbeiter erklärten die Funktionsweise und halfen beim ersten Kontakt mit noch sehr neuen Geräten.
Und wenn einem alles etwas zu viel wurde und man eine Pause brauchte? Dann konnte  man sich bei einem Konsolenspiel entspannen, klassisch mit der Wii, oder eben mit vollem Körpereinsatz  bei der Xbox Kinect.

Bild 3: 3-D-Drucker der Zukunftswerkstatt Quelle: S. Siedmann

Bild 3: 3-D-Drucker der Zukunftswerkstatt
Quelle: S. Siedmann

Der Bibliothekartag 2014 bot Tage voller Eindrücke und Ausblicke auf unsere bibliothekarische Zukunft. Ein denkwürdiges Ereignis, bei welchem man sich schon auf die Fortsetzung in nächsten Jahr freuen kann.

Quellen:
http://www.bibliothekartag2014.de/
http://www.bib-info.de/aus-fortbildung/fortbildung/bibbarcamp/3-bibbarcamp-2014.html
http://www.schulzspeyer.de/
http://zukunftswerkstatt.wordpress.com/