ISSN: 1867-6189

Eine Stadt in der Stadt: Das VIC in Wien

Als krönenden Abschluss besuchten wir am Mittwoch das „Vienna International Centre“, eines der vier UNO-Sitze, neben New York, Nairobi und Genf.  Nach der Sicherheitskontrolle und dem Ausstellen von Besucherausweisen fühlt man sich tatsächlich wie in einer Stadt in der Stadt. Es empfängt einem eine moderne Architektur, in der sich, wie in einer Anekdote berichtet wird, erwähnt Attentäter verlaufen sollten. Kafka lässt grüßen!

Wien Vienna International Center VIC

(Urheber: Stephan Büttner)

Trotz eines zunächst babylonisch anmutenden Sprachgewirrs dominierte eindeutig  Englisch und Deutsch – schließlich sind ca. 1/3 der 5000 Mitarbeiter aus Österreich.

Zunächst besichtigten wir die United Nations Library, die Teil des weltweiten Netzes der Bibliotheken der Vereinten Nationen ist und sehr eng mit zwei anderen Bibliotheken im Haus, der Bibliothek für Internationales Handelsrecht (UNCITRAL) und der Bibliothek des Informationsdienstes der Vereinten Nationen (UNIS) zusammenarbeitet. Interessant für uns die Unterschiede zu hören. Bei der UNICTRAL werden digital vorliegende Informationen weniger benötigt als gedruckte Medien. Der Grund? Zu teuer! Das Selbstverständnis ist „provide reference“.  Beim Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) wird hingegen nach dem Motto „Hauptsache, die Informationen liegen in digitaler Form vor“ gearbeitet.

Besonders interessant für die angehenden Dokumentare unter uns war der Besuch in der außergewöhnlichsten Bibliothek des VIC, der Bibliothek der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Seit einigen Jahren leitet der hochmotivierte Thanos Giannakopoulos diese Einrichtung und zeigte uns stolz die Bibliothek, mit den vielfältigen Services, u.a. mit diesem hier :-)

:-)

(Urheber: Stephan Büttner)

aber auch den Datenbankdienst INIS (International Nuclear Information System), eine der ältesten bibliografischen Datenbanken.

IAEA Thanos Giannakopoulos

(Urheber: Stephan Büttner)

Bereits 1970 wurden von INIS  Magnetbänder mit bibliografischen Informationen für die Mitgliedsländer der IAEA produziert. Heute sind es mehr als 3,3 Mio. Dokumentnachweise und mehr als 280.000 Volltexte. Spannend zu sehen, wie INIS erwachsen, dabei aber nicht grau geworden, sondern mit modernen Diensten mitgewachsen ist. INIS versteht sich eher als „doorway than a gatekeeper of information“. Seit 2009 ist INIS webbasiert und hat seit 2011 eine „Google-basierte“ Suche – voll im Trend.

Ein modernes Haus mit so verschiedenen Ansichten und Einsichten, eben eine Stadt in der Stadt. Uns hat es gefallen :-)

Wien Vienna International Center VIC

(Urheber: Stephan Büttner)