ISSN: 1867-6189

Ausschuss der Regionen

Ausschuss der Regionen (AdR)

Der Ausschuss der Regionen (Autor: Stephan Büttner)

Der Ausschuss der Regionen (engl. Committee of Regions (COR)) ist eine Körperschaft europäischer Regionen, die auf den unterschiedlichsten Gebieten zusammenarbeiten.
Der AdR dient dazu, den Interessen der Regionen in der Europäischen Union Gehör zu geben und in Gesetzgebungsverfahren mit einzuwirken. Er soll also auch die Kluft zwischen „der EU“ und den Bürgern in den einzelnen Ländern überbrücken.  Die 344 Mitglieder werden bei Themen, die die Regionen betreffen, wie zum Beispiel Umwelt- oder Bildungsrecht, befragt und geben dazu eine Stellungnahme ab.[1] Gerade deswegen ist der AdR vermutlich auch bekannter im Parlament als in der Bevölkerung.

Der AdR befindet sich in einem frisch renovierten Gebäude,direkt im Herzen der „EU-Town“. Früher befand sich in dem Gebäude das Europäische Parlament, das jedoch wegen Platzmangels umziehen musste.[2] Viele Neubauten strecken sich in den Himmel und direkt vor dem Gebäude befindet sich eine riesige Baugrube. Hier wird viel gebaut, im  Gegensatz zur Umgebung unseres Hostels, das in der Innenstadt mit ihren alten, hübsch renovierten Häusern liegt.
Der AdR hat eine eigene Bibliothek. Sie liegt im ersten Stock des Gebäudes, mit Ausblick in das großzügige Foyer einerseits und auf die Bayerischen Botschaft („liebevoll little Bavarian castle“ genannt) auf der anderen Seite.

Diese Bibliothek ist genau genommen ein Zusammenschluss von zwei Bibliotheken, die sich gleichen Themen widmen. Die Bibliotheken des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und des AdR haben zusammen ein Budget von 146.000 € und etwa 10.000 Bände.

Zum einen gibt es ein sehr umfangreiches Angebot an Tageszeitungen aus fast jedem EU-Land, zum anderen ein breites Angebot an Datenbanken, zum Beispiel SwetsWise[3].
Im OPAC kann speziell nach bestimmten Regionen gesucht und sortiert werden.

Die Bücher im gut gefüllten Bibliotheksraum stehen auch alle als Open Access zur Verfügung. Wahrscheinlich waren deshalb nur 2 Besucher anwesend, als wir den AdR besuchten. Rege genutzt jedoch werden die Zeitungen, die in einem separaten Bereich direkt neben der Cafeteria platziert wurden.

An die  Mitglieder des AdR ist schwer heranzukommen. Sie  sind nur 2 Tage im Monat im Gebäude zu Versammlungen anwesend. So sieht man meist ihre Vertreter oder Praktikanten in den Räumen der Bibliothek, um Recherchen zu tätigen.

Diese Bibliothek war eine der kleineren und ruhigeren, die wir in Brüssel besuchten. Wenn man für die EU arbeiten möchte, so ist dies bereits mit einem Bachelor- Abschluss möglich. Eine wichtige Voraussetzung ist nur noch das Beherrschen von 3 Sprachen. Dann steht einem auch Brüssel mit seinen zwei Verkehrssprachen offen und man kann die Biere der Belgier in vollen Zügen genießen.