ISSN: 1867-6189

Geschichte der EU

Europa. Was ist Europa?
Ein Erdteil? Eine arglose Jungfrau, die unverschuldet von höheren Mächten entführt wird? Eine abstrakte Idee? Mehrere -mehr oder weniger- nahe beieinander liegende Länder?
In unserem Zusammenhang sprechen wir von Europa als der Europäischen Union (EU). Schon lange existierte die Idee mehrerer Länder näher zusammenzurücken um Handel und Wirtschaft zu erleichtern und Konflikte vorzubeugen.

Euro-Skulptur vor dem Parlament der EU (Autorin: Maria Fentz)

Ursachen für die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, oft auch Montanunion genannt) –der Vorläufergemeinschaft der heutigen Europäischen Union- am 18. April 1951 durch Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande waren die verheerenden Weltkriege im Herzen Europas. Der französische Außenminister Robert Schumann hielt am 9. Mai 1950  (mittlerweile ist der 9. Mai offiziell „Europatag“) eine Rede, in welcher er seine Idee eines Vertrages zwischen europäischen Staaten vorstellte. Dieser sollte den Handel mit Kohle und Stahl vereinfachen und verhindern, dass dieser Zweig der Industrie zu Kriegszwecken gegeneinander eingesetzt wird.

„Die Zusammenlegung der Kohle- und Stahlproduktion wird […] die Bestimmung jener Gebiete ändern, die lange Zeit der Herstellung von Waffen gewidmet waren, deren sicherste Opfer sie gewesen sind.“1

Die Rede führte zu besagter Vertragsunterzeichnung, im Juli 1952 trat derselbe in Kraft und die EGKS nahm ihre Arbeit auf.

1957 folgte der Vertrag von Rom. In ihm wurde die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) beschlossen. Mit diesen Gründungen wurden die Regeln für den Handel und die Wirtschaft mit Kohle und Stahl auch auf andere Industriezweige ausgeweitet und die Forschung auf dem Gebiet der Atomenergie sowie deren friedliche Nutzung unterstützt. Im Jahr 1962 folgte eine gemeinsame Agrarpolitik, welche aber auch Schattenseiten hatte – so kam es in deren Folge zu erheblichen Überproduktionen in der Landwirtschaft.
Die EWG gewährte über die Jahre zahlreiche Entwicklungshilfen. Dies allerdings unter der Bedingung der Wahrung der Menschenrechte, was durch den 1958 gegründeten Europäischen Gerichtshof überwacht wurde. Sie schaffte Binnenzölle ab um das Marktgeschehen zu erleichtern und entwickelte erste Pläne für eine gemeinsame und einheitliche Währung.

Da die Arbeit in den drei verschiedenen Institutionen  immer komplexer wird, wurde 1965 ein Vertrag unterzeichnet, der die Fusion von EGKS, EWG und Euratom zur Europäischen Gemeinschaft (EG) festlegt. Dieser Fusionsvertrag trat 1967 in Kraft, ab diesem Zeitpunkt verfügten die Europäischen Gemeinschaften über gemeinsame Organe: Rat, Kommission und Europäisches Parlament – welches seit 1979 direkt von den Bürgern gewählt wird.

Blick ins Parlament der EU (Autorin: Maria Fentz)

Ein weiterer, wichtiger Schritt ist der Vertrag über die europäische Union 1992. Fortan handelt es sich offiziell um die EU als Institution, nach dessen Inkrafttreten 1993 ist sie nicht mehr nur auf wirtschaftlicher, sondern auch auf politischer Ebene aktiv.
1995 folgte das Schengener Abkommen und damit die Erleichterung der Grenzkontrollen an den Binnengrenzen der beteiligten Länder. 1998 die Gründung der europäischen Zentralbank (EZB), 1999 die Einführung des Euro als Buchwährung, 2002 die Einführung von Euro Banknoten und Münzen sowie 2007 der Vertrag von Lissabon – um nur einige der wichtigsten Eckdaten der Geschichte der EU zu nennen.

Mittlerweile gehören 27 Mitgliedsstaaten dem Staatenverbund an, es existieren 23 Amtssprachen und 7 Organe mit Sitz in Brüssel, Frankfurt am Main, Straßburg und Luxemburg. Zum Zuständigkeitsbereich gehören neben Wirtschaft unter anderem auch Außen- und Sicherheitspolitik, Kultur- und Sprachpolitik, Verbraucherschutz und weitere.

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Quellen:

  1. Europa, 2012.  Die Geschichte der europäischen Union. [online]
    Available at: <http://europa.eu/about-eu/eu-history/index_de.htm>
    [Accessed 20 June 2012].
  2. Stratenschulte, E. , 2012. Gründung der Europäischen Gemeinschaften. [online]
    Available at: <http://www.bpb.de/internationales/europa/europaeische-union/42989/europaeische-gemeinschaften?p=all>
    [Accessed 21 June 2012].
  3. Höffner, E., 2012. Die Entwicklung der EU und die Osterweiterung. [onnline]
    Available at: <http://www.fifoost.org/EU/geschichte/EU.php>
    [Accessed 21 June 2012].