ISSN: 1867-6189

Der Wissenschaft auf der Spur : Academic Libraries

Einer der üblichen „False Friends“, die wir in der englischen Sprache benutzen, ist die Übersetzung von Wissenschaftlichen Bibliotheken. Wissenschaft? Science!
Wissenschaftliche Bibliothek ins Englische übersetzt heißt „academic library“. Die renommiertesten und ältesten Universitäten der Welt und deren bedeutenden „academic libraries“ befinden sich in Großbritannien. Es gibt ca. 100 Universitäten und weitere 68 Hochschulen. Insgesamt studieren 1,9 Millionen Menschen im Land der Queen.
Die Hochschulbibliotheken lassen sich in drei Gruppen gliedern: zum einen die mittelalterliche und frühneuzeitliche Bibliothek, zum Beispiel die Universitätsbibliothek in Oxford und Cambridge, zum anderen Bibliotheken, die im 19. Jahrhundert  (z.B. Manchester, Birmingham) und Bibliotheken, die nach 1945 gegründet wurden.
Britische Universitäten werden bis zu 75% vom Staat finanziert, die durch das „University Grants Committee“ verteilt werden. Die wissenschaftlichen Bibliotheken bekommen ihre Mittel aus den „funding council“, das dem Bildungsministerium „Department Culture, Media and Sports“ (DCMS) nachgeordnet ist. Die Vergabe der Gelder erfolgt nach einheitlichen und transparenten Muster. Das bedeutet, Wissenschaftlichen Bibliotheken müssen stätig Projekte anwerben. In Folge dessen stehen die Bibliotheken  immer an der Forschungsfront und erhalten dadurch ständig neue wissenschaftliche Reputationen.
Wie die Bibliotheken bei uns im Lande, haben auch die englischen Hochschulbibliotheken, trotz ihres hohen Ansehens und des guten Rufs, mit bekannten Problemen zu kämpfen. Da sind zum einen die stark gestiegenen Studentenzahlen, stagnierende Etats bei steigenden Preisen, oder dem Platzmangel, speziell in Großbritannien ein Problem, da ein Großteil der Bestände Freihandbestände sind. Generell sind die älteren Hochschulbibliotheken oft mehrschichtig angelegt und befinden sich in einem Umstrukturierungsprozess. Doch darum soll es in diesem Artikel nicht gehen. Viel interessanter ist es doch mal zu erfahren, wie es bei unseren englischen Freunden mit den Bibliotheksorganisationen aussieht.
1950 schlossen sich die Wissenschaftlichen Bibliotheken aus Großbritannien und Irland in einen Verein zusammen, „Society of College, National & University Libraries“, kurz SCONUL. 200 Mitglieder zählt diese Organisation, wozu alle Universitätsbibliotheken, Nationalbibliotheken und auch Weiterbildungseinrichtungen gehören. Der Großteil der Arbeit wird bei SCONUL durch Expertengruppen oder den Steuerungsausschuss erledigt.
SCONUL befasst sich mit verschiedenen Themen, die in Gruppen spezifiziert werden. Diese Gruppen unterstützen den gemeinschaftlichen Austausch und die Weiterentwicklung von bewährten Verfahren, die sich rund um die Interessen und Leistungen von SCONUL drehen.
Das Programm SCONUL Access ist auf jeden Fall erwähnenswert. Es werden gemeinsame Benutzerausweise an die Studierenden und die Mitarbeiter der Teilnehmenden Hochschulen vergeben. Ebenfalls bekommen Wissenschaftler und Studierende der höheren Semester Ausleihrechte. Man hat dann somit die Möglichkeit in alle an diesem Programm teilnehmenden Bibliotheken zu gehen und sich das auszuleihen was man möchte. Es nehmen jedoch nur 159 von 200 SCONUL-Teilnehmerbibliotheken daran teil. Ausgeschlossen sind eine der größten Sammlungen, darunter u.a. der British Library, Oxford und Cambridge. Hier sind zum Teil präzisere Zulassungskriterien für auswärtige Hochschulangehörige vorhanden. Die Zulassungen  und die gegenseitige Ausleihe in den Teilnehmerbibliotheken werden ebenfalls von SCONUL koordiniert.
SCONUL bietet noch weitere Arbeitsgruppen an, darunter e- learning, e- research
Health strategy, Information literacy, Performance improvement, Space planning, Joint CILIP/ SCONUL Group.
Eine weitere Aufgabe, die SCONUL erfüllt ist die jährliche Veröffentlichung von Statistiken, um die finanzielle Ausstattung der Bibliotheken zu vergleichen.  Berufliche Weiterbildung ist in der heutigen Zeit sehr wichtig, SCONUL fördert diese und bietet auch Bibliotheksmanagern Unterstützung an.
Ziel dieser Organisation ist es gegenseitigen Austausch und Nutzen von Innovationen zu erhalten, die Schärfung des Bildes der jeweiligen Bibliotheken und das Anliegen der Bibliotheken, mittels Lobbyarbeit, in politische Diskussionen einzubringen. Umgesetzt wird dies in Kooperation mit CILIP.
SOCNUL arbeitet darauf hin, dass wissenschaftliche Bibliotheken die Forschung und Lehre unterstützen und somit den Zugang zu Wissen und Informationsquellen, Ideen und Dienstleistungen vielfältig anbieten. Damit verbunden wird die Informationskompetenz und das – Informationsmanagement  gezielt unterstützt. Well, they will do theire very best!