ISSN: 1867-6189

Die Bibliothek des Vereins „Frauenwohl“

„… was dem Fortschritt dient und dem Ganzen frommt“

Eine Projektarbeit in Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin
von Isabel Lindacher und Kevin Oehme

Die Bibliothek zur Frauenfrage
Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin besitzt einen Teilbestand der 1896 gegründeten „Bibliothek zur Frauenfrage“ des Berliner Vereins „Frauenwohl“. Der Verein „Frauenwohl“ zählt zum radikalen Flügel der bürgerlichen Frauenbewegung. Mit der gezielten Sammlung in- und ausländischer Literatur zur Frauenbewegung, verfolgt er zwei Ziele:

1.    Die Berliner Frauen sollten die Bibliothek rege nutzen, um selbstbewusst ihre politischen Forderungen vertreten zu können.
2.    Die Bibliothek soll späteren Generationen als Forschungsbibliothek dienen.

Die Abteilung Historische Sammlungen hat in Kooperation mit Studierenden des Fachbereiches Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam im Studiengang Bibliotheksmanagement eine Ausstellung erarbeitet, in der die Geschichte der Bibliothek beschrieben wird und wichtige Bücher und Broschüren aus dem Bestand gezeigt werden.

Das Projekt
Seit April 2010 arbeiteten sechs Studierende (Roxana Herzberg, Katharina Koch, Isabel Lindacher, Kevin Oehme, Lina Steinmüller und Anne Stöhr) aus dem 6. Semester Bibliotheksmanagement mit der Projektleiterin Prof. Dr. Dagmar Jank und in enger Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek an der Ausstellung und ihrer feierlichen Eröffnung am 29. November 2010.

Nach einer umfassenden Bestandssichtung begannen die Studierenden ein Ausstellungskonzept zu entwickeln. Analog zum Katalog der Bibliothek von 1907, wurde die Ausstellung in verschiedene Themengebiete gegliedert. Spezielle Themen wie „Erziehung und Ausbildung“ und „Soziale Frauentätigkeit“ werden ebenso behandelt wie die „Geschichte und Entwicklung der Frauenbewegung“ oder „Allgemeine Schriften zur Frauenfrage“. Die ausgestellten Bücher sollen einen kleinen Einblick in die jeweilige Thematik geben und zudem einige wichtige Akteurinnen bzw. Akteure der ersten Frauenbewegung im Spiegel ihrer Werke zeigen.

Der eigentliche Wissenstransfer der Ausstellung findet jedoch über die Wandtafeln statt. Die Studierenden verfassten kurze Texte, die die Geschichte der Bibliothek und der Frauenbewegung illustrieren. Darüber hinaus werden einige wichtige Frauenrechtlerinnen mit ausführlichen Biographien bedacht.

In diesem Zusammenhang sollte erwähnt werden, dass für die gesamte Planung und Durchführung des Projekts keinerlei finanzielle Mittel zur Verfügung standen.

Die Ausstellung
Die feierliche Vernissage fand am 29.November 2010 in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin statt. Die Schauspielerin Für musikalische Begleitung sorgte die Schauspielerin Nicole Janze. Im Anschluss an die einführende Rede durch Frau Dr. Annette Gerlach, Leiterin der Historischen Sammlungen der ZLB, hielt Frau Dr. Karin Aleksander den Eröffnungsvortrag über die Geschichte und die Notwendigkeit der „Bibliothek zur Frauenfrage“. Die Veranstaltung zählte circa 40 Besucher, darunter Mitarbeiter der ZLB, Studierende und Lehrende der FH Potsdam sowie andere Interessierte. Die Ausstellungseröffnung wurde von den Besuchern überwiegend positiv aufgenommen.