ISSN: 1867-6189
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Mit BRaIn on Tour: reloaded

Da „BRaIn on Tour“ im Winter 2010 ein so großer Erfolg war, haben wir die Reise fortgesetzt in das Ursprungsland des Bibliothekswesens – Großbritannien. Diesmal haben wir nicht nur Bibliotheken „in Autopsie“ besichtigt und analysiert – sondern sind auch dem Dokumentationswesen auf die Spur gegangen. Hat uns im Winter das Goethe-Institut unschätzbare Hilfe geleistet, so war es diesmal CILIP, die Berufsorganisation für Information Professionals in UK. CILIP öffnete uns die Pforten zur BBC. Dort wurden wir schon auf der Straße mit einem herzlichen „You are the students group from Germany – Welcome“ empfangen. Die Tour war perfekt organisiert und so sind wir mit vielen Eindrücken zum Hostel zurück, um den Rest des Abends erschöpft im Pub ausklingen zu lassen. Am nächsten Tag wurde es geschichtsträchtig – die berühmte Bodleian Library in Oxford stand auf dem Programm. Wir waren wirklich überwältigt. Am dritten Tag natürlich die British Library. Alles in allem ein sehr rundes, aber auch anstrengendes Programm.

In den Beiträgen  dieser Ausgabe finden Sie ausführliche Berichte aus der Sicht der Tourteilnehmer. Außerdem gibt es Einsichten zur britischen Bibliothekstypologie und dem Dokumentationswesen.

BRaIn wird on Tour bleiben. Im Winter gehts zu unseren langjährigen holländischen Kooperationspartnern nach Amsterdam zur Bobcatss-Jubiläumskonferenz – stay tuned.

Mit BRaIn on Tour

Mit der 6. Ausgabe ist das Team von BRaIn, wie den Beiträgen zu entnehmen ist, einen neuen „Weg“ gegangen. Neben den bewährten Rubriken gibt es diesmal das Special: Wir waren „Mit BRaIn on Tour“.

Erklärtes Ziel war es, die Bibliotheken eines Landes sich „in Autopsie“ anzusehen und das Bibliothekswesen im Vergleich zu analysieren. Zielland für die erste Tour war Italien. Doch so einfach das klingt, so schwer war es umzusetzen. Natürlich sollten es bedeutende, wichtige Bibliotheken sein. Und wenn man an Italien denkt, denken Bibliothekare sofort an die berühmte „Vatikanische Apostolische Bibliothek“. Der Weg in diese Bibliothek war mit vielen Tücken versehen, doch uns ist es gelungen. Ohne die Hilfe des Goethe-Instituts in Rom wäre dies jedoch nicht möglich gewesen, weshalb wir an dieser Stelle einen ganz besonderen Dank aussprechen möchten, insbesondere an Frau Christina Hasenau und Frau Sarah Wollberg, ohne deren Hilfe dies wohl nicht möglich gewesen wäre. Ein weiterer herzlicher Dank gilt Frau Dr. Petra Hauke, die uns mit Ihrer ausgewiesenen Italien-Expertise so manche Bibliothek oder Kirche erschloss.

Lessons learned? Viel, vor allem, das es ausserordentlich wichtig ist über den Tellerrand von Deutschland hinauszusehen. Beindruckend war die Motivation der italienischen Bibliothekare, die trotz der Budgetkürzungen weiterhin mit Freude bei der Arbeit sind.

Weitere Artikel befassen sich u.a. mit der bibliothekarischen Konferenz BOBCATSSS sowie dem Interflex-Programm.

BRaIn wird weiter „online“ sein, nunmehr auch auffindbar im „Directory of Open Access Journals“. Stay tuned!

BRaIn – die Fünfte: Happy Birthday!

Die 5. Ausgabe von BRaIn ist online. Grund genug, dass sich der Herausgeber in einem Editorial zu Wort meldet.

Vor nunmehr zwei Jahren begannen engagierte Studierende eine Open-Access-Zeitschrift – nicht ohne Schwierigkeiten – zu gründen. Mittlerweile hat sich das zunächst als Experiment gedachte Projekt zu einer festen Größe innerhalb des Fachbereichs Informationswissenschaften an der FH Potsdam etabliert. War die erste Ausgabe geprägt von studentischen Arbeiten, stehen nun Rubriken mit einer sehr breiten inhaltlichen Palette zur Auswahl. Die Redaktionsarbeit stützt sich auf feste Regeln. Auch bei der technischen Basis hat sich dank der studentischen Aktivitäten viel getan. Die erste Ausgabe basierte auf statischem HTML, seit der letzten Ausgabe sind wir bei einem CMS (Content Management System) als Redaktionssystem angelangt. BRaIn hat ein weiteres Standbein bei Facebook und wird zunehmend zu einer Plattform für das elektronische Publizieren für die Studierenden des Fachbereichs.

Doch lassen Sie sich jetzt erst einmal von der 5. Ausgabe überraschen. Inhaltlich gibt es diesmal ein Schwerpunktthema: Bachelor/ Master. Berichtet wird unter anderem über Rahmenbedingungen der Abschlussarbeiten und es werden weiterführende Hinweise von den Studiengangsleitern zu diesem Thema gegeben. Außerdem werden tarifpolitische Fragen zum neuen Abschluss beantwortet. Besonders interessant ist sicher auch der Bericht über die Ausrichtung des Masters am Fachbereich Informationswissenschaften. Studentische Beiträge berichten über re:publica, Hilfe der Studierenden für das Stadtarchiv Köln sowie über Open-Source-Software im universitären Lehrbetrieb. Weiterhin ist natürlich das neue Standbein Facebook ein Thema.

Wie geht’s weiter? Im nächsten Semester wird BRaIn on Tour gehen und den Horizont erweitern. Bleiben Sie gespannt!

Interview mit dem Prüfungsausschuss des FB5

Welche Aufgaben erfüllt der Prüfungsausschuss an der Fachhochschule Potsdam?

Prof. Dr. Büttner: Der Prüfungsausschuss ist nach §5 der StuPO (Studien- und Prüfungsordnung) (Teil A) »für die Organisation der Prüfungen, ihre ordnungsgemäße Durchführung und für die Entscheidung in Prüfungsangelegenheiten zuständig. Er achtet darauf, dass die Bestimmungen dieser Ordnung eingehalten werden.«

Das heißt, der Prüfungsausschuss tritt in allen Fällen von Anerkennungen erbrachter Leistungen oder Praktika, bei Bestellung von Prüfern, Zulassung zu Abschlussarbeiten sowie bei Widerspruchsangelegenheiten in Aktion.

Welchen Umfang soll die Bachelorarbeit haben?

Prof. Dr. Büttner: An der FH Potsdam gibt es dafür keine Vorschrift. Eine gute wissenschaftliche Arbeit zeichnet sich nicht unbedingt durch einen großen Umfang aus, vice versa. Als Mittelwert werden häufig ca. 40 Seiten zzgl. Gliederung und Literaturverzeichnis angegeben. Besprechen Sie dies mit den Gutachtern, da dies sehr stark vom Thema und der Methodik abhängig ist.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn nach Beginn der Bearbeitung der Abschlussarbeit festgestellt wird, dass es bereits eine Arbeit zu diesem Thema gibt?

Prof. Dr. Büttner: Im Regelfall sollte dies nicht auftreten, da zur Vorbereitung einer Abschlussarbeit immer eine gute Recherche gehört. Im Einzelfall ist dies dennoch nie ganz zu vermeiden, insbesondere bei innovativen, sehr neuen, an der Forschungsfront orientierten Themen kann dies immer wieder der Fall sein. Dann ist im Einzelfall zu entscheiden, ob die Arbeit die eigenen Forschungsfragen vollständig beantwortet, was eher selten der Fall ist, aber notwendigerweise zu einer Themenänderung führen wird. Wurden hingegen eher andere Fragen oder ein anderer Fokus behandelt, kann die Arbeit unter Beachtung der Erkenntnisse und Zitierung dieser Arbeit fortgesetzt werden. Auch hier ist wieder eine enge vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Betreuern wichtig.

Wie viel Zeit ist für die Erarbeitung der Bachelorarbeit vorgesehen?

Prof. Dr. Büttner: Nach der StuPO sind für die Anfertigung der Bachelorarbeit neun Wochen vorgesehen. Die Bearbeitungszeit beginnt in der Regel in der Mitte des siebten Semesters. Sofern Weihnachten und Neujahr in den Bearbeitungszeitraum fallen, verlängert sich dieser automatisch um eine Woche.

In welcher Form und bei wem muss die Arbeit eingereicht werden?

Prof. Dr. Büttner: Nach §10 (9) ist die Bachelorarbeit »…in Absprache mit dem Erstgutachter in geeigneter Darstellungsform, in der Regel in Form eines gebundenen maschinenschriftlichen Exemplars sowie einer geeigneten, nicht nachträglich veränderbaren, elektronischen Fassung (derzeit PDF-Format), in dreifacher Ausfertigung im Prüfungsamt einzureichen. Sie ist mit der Versicherung des Studierenden zu versehen, dass er die Arbeit bzw. den von ihm verantworteten Teil einer Gruppenarbeit selbständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Hilfsmittel und Quellen benutzt hat. Der Abgabezeitpunkt ist aktenkundig zu machen.«

Wird es auch bei der Bachelorarbeit ein Kolloquium geben? Welchen Zweck erfüllt dieses? Wer ist daran beteiligt?

Prof. Dr. Büttner: Ja, auch bei der Bachelorarbeit wird es ein Kolloquium geben. Ziel des Kolloquiums ist Unterstützung bei der inhaltlichen Erstellung und formalen Gestaltung der Bachelorarbeit. Beteiligt sind die Studierenden und die Gutachter. Der Besuch des Kolloquiums bei mindestens einem Gutachter ist obligatorisch. Empfohlen wird auch der Besuch des Kolloquiums des Zweitgutachters.

Wie viel Zeit ist für die Benotung nach Abgabe der Abschlussarbeiten eingeplant?

Prof. Dr. Büttner: In diesem Wintersemester sind die Zeiten wie folgt:

  • Bearbeitungszeit Bachelorarbeit: 15.11.10 – 24.01.11
  • Verteidigungswoche: 28.02.11 – 04.03.11
  • Übergabe der Zeugnisse: 21.03.11 – 25.03.11

Die Noten der Bachelorarbeit und der Verteidigung werden nach der Verteidigung bekannt gegeben.

Welchen Zweck erfüllt die Verteidigung der Abschlussarbeit? Wie läuft diese ab? Ist diese benotet?

Prof. Dr. Büttner: Bei der mündlichen Präsentation wird die Fähigkeit zur Darstellung eines Sachverhalts vor einem wissenschaftlich vorgebildetem Publikum sowie die Eigenständigkeit der Leistung überprüft. Die Verteidigung ist hochschulöffentlich. Die Präsentation des Studierenden dauert in der Regel je Studierenden mindestens 20 Minuten, maximal 40 Minuten. Danach erfolgt eine Fachdiskussion. Die Gesamtdauer beträgt eine Stunde.

Wie setzt sich die Abschlussnote zusammen? Welchen Anteil hat die Bachelorarbeit?

Prof. Dr. Büttner: Für die Bachelorarbeit werden zwei Noten vergeben (je Gutachter eine). Die Note der Verteidigung fließt zu einem Viertel in die Bewertung der Bachelorarbeit ein.
Die Note der Bachelorarbeit inklusive Verteidigung geht mit 20% in die Gesamtnote ein.

Bewährte Qualitäten im neuen Gewand

Willkommen zur 4. Ausgabe, welche wir jetzt zur dunklen Jahreszeit präsentieren können. Diesmal steht BRaIn nicht nur zusammen mit Weihnachten, sondern auch sozusagen im neuen Kleid vor der Tür.

Von der neuen Optik erhoffen wir uns – neben ästhetischen Qualitäten – eine verbesserte Funktionalität und damit einen besseren Service und eine erhöhte Nutzerfreundlichkeit. Tatsächlich hat sich aber auch intern einiges getan, und zwar sowohl was die Struktur als auch – und besonders – was die technische Seite von BRaIn angeht.

Die strukturellen Veränderungen manifestieren sich besonders in den neu angelegten Rubriken, welche den Inhalt der Ausgabe thematisch gliedern. Sie sollen auch in Zukunft Verwendung finden und unter anderem ein thematisches »Querlesen« durch verschiedene Ausgaben ermöglichen.

Die technische Grundlage hingegen ist völlig neu. Das verursachte einen erheblichen Aufwand für die zuständigen Mitarbeiter, der jedoch eine wesentliche Arbeitserleichterung für die Zukunft bedeuten wird. Außerdem wurde hiermit die Umsetzung der optischen und funktionalen Neuerungen erst in dieser Form ermöglicht. Die alte Variante war zum Zeitpunkt ihrer Einführung durchaus angemessen, jedoch sehr statisch und wenig flexibel in der Handhabung, so dass die Einstellung von Inhalten und auch Änderungen in Struktur und Design unverhältnismäßig viel Aufwand verursachten. Dem ist nun abgeholfen.

Genug der Vorrede, nun zum Inhalt der neuen Ausgabe: Auch diesmal haben wir ein großes Spektrum an interessanten Themen abdecken können. Neben der Vorstellung des studentischen Projekts »LibraryCrossAge«, einer Online-Plattform zum Austausch von Bibliotheksmitarbeitern mit langjähriger Berufserfahrung und dem studentischen Nachwuchs am Puls des informationswissenschaftlichen Fortschritts, und neuen Entwicklungen im Bereich Internet, wie alternativen Suchmaschinen, interessanten Blogs oder der Auftritt von BRaIn bei Facebook, haben wir diesmal auch eine Reihe von Interviews durchgeführt. So sprachen wir mit den Autoren der prämierten Abschlussarbeiten des letzten Jahrgangs am Fachbereich 5 Informationswissenschaften der FH Potsdam. Ein weiteres Gespräch gab es zur Gestaltung des Masterstudiengangs Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Humboldt Universität Berlin.

Besonders freuen wir uns jedoch, erneut zwei Artikel von Professoren und Mitarbeitern der FH Potsdam vorstellen zu können: Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm gibt einen Einblick zu Vergangenheit und vor allem Zukunft des Studiums der Informationswissenschaften an der FH Potsdam, besonders im Hinblick auf die Neustrukturierung der Studiengänge. Die zur Zeit am FB 5 der FHP laufenden Forschungsaktivitäten werden von Prof. Dr. Stephan Büttner und Frau Silke Grossmann vorgestellt.

Alles in allem bietet die 4. Ausgabe einen facettenreichen Inhalt, der hoffentlich in guter alter BRaIn-Tradition Interesse weckt, Denkanstöße gibt und vor allem Kurzweil bereitet.

Viel Vergnügen!

Für das BRaIn-Team, Johannes Braun

Forschungsaktivitäten am Fachbereich Informationswissenschaften

Forschung an Fachhochschulen? Ist das nicht ein Widerspruch? Sollten sich nicht die Fachhochschulen auf die Lehre und nicht auf die Forschung konzentrieren? Im Brandenburger Hochschulgesetz wird dezidiert darauf hingewiesen, dass die Fachhochschulen »…ihre Aufgaben nach den Sätzen 1 und 2 insbesondere durch anwendungsbezogene Lehre und entsprechende Forschung«1 erfüllen.
Seit einiger Zeit werden an der Fachhochschule Potsdam gezielt Anstrengungen unternommen, die Forschungsaktivitäten in den Fachbereichen zu stärken. Dies ist bei einer Lehrleistung von 18 SWS für Professoren und 30 Credits (900h) für  Studierende nicht leicht – aber außerordentlich lohnenswert. Am Fachbereich Informationswissenschaften werden seit langem immer wieder kleinere Forschungsprojekte und Studienprojekte, oft in Kooperation mit Partnern, durchgeführt. Eine kleine Auswahl findet sich unter: http://iw.fh-potsdam.de/forschung0.html

Seit 2006 sind die Anstrengungen zur Akquisition von Forschungsprojekten im Verbund mit Praxispartnern verstärkt worden und seit Mitte des Jahres 2009 haben wir zwei Drittmittelprojekte gewinnen können. Unter anderem führten die expliziten Nachfragen aus der wissenschaftlichen Community nach Unterstützung im Bereich des Datenmanagements durch informationswissenschaftliche Methoden zu den Projekten. Ursprung ist in beiden Fällen der enorme Anstieg an Forschungsprimärdaten in der Wissenschaft. Die Forschungsprimärdaten werden entweder in Projekten erzeugt oder als Input für eigene Analysen von Dritten eingeholt und verwendet. Damit werden die Daten selbst zum zentralen Output wissenschaftlicher Arbeit, die freie Bereitstellung dieser zum Erfolgsfaktor der Wissenschaft. Obwohl die Beschäftigung mit der Data-Driven-Science zunehmend als wichtiger Aktionspunkt erkannt wird, gibt es noch wenige Ansätze für eine Orientierung2.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, das dabei oft nur an die großen, internationalen Projekte gedacht wird (Big Science). Aber gerade die »kleinen« Projekte (small Science) produzieren in der Gesamtheit 2-3 mal mehr Daten als die Big Science3. Ein zentrales Problem sind die verteilt liegenden Datenbestände. So kann es vorkommen, dass Daten an einer Stelle oder in einem Projekt erhoben werden, die für ein anderes Thema/Projekt durchaus interessant sind. Genau hier setzen auch die beiden aktuellen Projekte WIBAKLIDAMA und CoPaL an.

WIBAKLIDAMA

WibaKlidama steht für »Wissenbasiertes Klimdatenmanagement« und hat den Untertitel: »Community-basiertes Datenmanagement in der Wissenschaft – State-of-the-Art, Konzepte und Kompetenzbedarfe: Erarbeitung einer Wissensbasis für die in der Klimaplattform beteiligten Forschungsinstitutionen« und hat eine Laufzeit von 01.05.2009 – 31.10.2010. Die Klimaplattform ist ein Netzwerk von Brandenburger und Berliner Forschungseinrichtungen und Universitäten, die Klima- und Umweltveränderungen und ihre Folgen sowie mögliche Anwendungen für die Praxis erforschen4.

Ziel des Projektes ist es, das Datenmanagement zu gestalten, damit einen Beitrag zum Umgang mit den Daten in öffentlich finanzierten Wissenschaftseinrichtungen zu leisten und die Grundlage für eine Nutzung der vorhandenen Datenbestände auch durch andere Zielgruppen (z. B. in der innovationsorientierten Wirtschaft) zu legen. Durch die Nähe zu einer Vielzahl weltweit führender Geo- und Klimaforschungseinrichtungen in Potsdam (GeoForschungsZentrum GFZ, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung PIK etc.) wurde für das Projekt der Bereich »Klima« ausgewählt.

Das Projekt ist drei Phasen eingeteilt.
In einem ersten Schritt wurden der State-of-the-Art des Datenmanagements im Klimabereich (in Berlin-Brandenburg) sowie die Bedarfe der beteiligten Akteure (Wissenschaftler, Datenmanager, Bibliothek) erhoben und beschrieben. Dazu wurden qualitative Interviews mit ausgewählten Vertretern der Einrichtungen der Klimaplattform geführt. Darauf aufbauend wurde eine Befragung zum Informationsbedarf in und an die Klimaforschung konzipiert und mit Nutzern in der Wissenschaft durchgeführt (Oktober–November 2009). Analog dazu wird derzeit eine Erhebung vorbereitet, die die Beschreibung der Data Practices in den Einrichtungen weiter systematisieren und zudem den Bedarf der »Datenmanager« feststellen helfen soll (Durchführung im Dezember). Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Arbeitsschritte soll es möglich sein, ein »bedarfsgerechtes« Angebot zu konzipieren und die jeweiligen Communities einzubinden. Neben Befragungen wurde auch ein Data Audit durchgeführt. Die ersten Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass Lösungen vor allem im Bereich des Wissensmanagement liegen, einem originären Thema der Informationswissenschaften. Eine Verknüpfung der erhobenen Daten mit dem Wissen der Personen/Wissenschaftler ist unumgänglich.

Im zweiten Schritt werden konkrete Richtlinien und Empfehlungen erarbeitet. Um die Nachhaltigkeit des Projekts auch nach Projektbeendigung zu gewährleisten, wird eine Wissensbasis aufgebaut, die neben dem Zugriff auf die Projektergebnisse eine kooperative Arbeitsumgebung für die Bereitstellung und Nutzung von Daten aus unterschiedlichen Domänen schafft. Dies sind z.B. Expertenverzeichnisse, die zu konkreten Fragen Antworten bzw. Hinweise bereithalten. Bereits auf dem Kick-Off Workshop im Juli 2009 war dies einer der zentralen Wünsche der Commmunity, auch aus Kloogle (Klima-Google) bezeichnet.

In der dritten Phase erfolgt der Transfer der Ergebnisse, einerseits in Form der zentralen Wissensbasis, die auch über die Laufzeit des Projektes hinaus verfügbar bleibt und ausgebaut wird, andererseits durch die Identifizierung und Umsetzung konkreter Angebote (und Produkte) zunächst der Qualifizierung vorrangig der Mitarbeiter der Wissenschaftseinrichtungen.

Ziel und Gegenstand des Projektvorhabens Wibaklidama

Ziel und Gegenstand des Projektvorhabens Wibaklidama

CoPaL

Copal steht für  »Communities of Practise (CoP) für den Wissens ­ und Technologie-Transfer agrarwissenschaftlicher Leibniz-Institute«.
Mit dem Projekt CoPaL wurde am 1. Juli 2009 ein gemeinsames Vorhaben der Leibniz-Einrichtungen ATB (Institutes für Agrartechnik Bornim e.V.) und ZALF (Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung e.V.), der Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Informationswissenschaften sowie des Instituts IKO Innovation, Kommunikation, Organisation, Berlin (IKO) an der FHTW Berlin gestartet.
Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, einen Beitrag für die Weiterentwicklung und die Profilierung des wissensorientierten Transfermanagements von Instituten der WGL zu leisten und das Transferpotenzial einzelner Einrichtungen bzw. der gesamten Leibniz-Gemeinschaft zu erhöhen.
Unter der Annahme, dass Menschen nicht unabhängig voneinander arbeiten, sondern vernetzt sind, wird die Unterstützung solcher Netzwerke (Communities) als wichtiger Erfolgsfaktor für ein Wissens- und Transfermanagement in den Mittelpunkt des Projektes gestellt. Der innovative Ansatz des Vorhabens liegt in der Fokussierung auf Wissensgemeinschaften (Communities of Practice) als potentielle Instrumente des Transfers und in der dualen Ausrichtung sowohl auf die internen Bedürfnisse der wissenschaftlichen Gemeinschaft wie auch auf die explizite Ansprache und Vernetzung mit Zielgruppen in der Wirtschaft.
Im Vorhabenverbund wird – beginnend im ATB – eine ganzheitliche und systematische Situationsanalyse und -bewertung aller organisatorischen und inhaltlichen Aspekte des internen wie auch externen wissenschaftlichen Transfermanagements vorgenommen. Die disziplinären, sektoralen und institutionellen Barrieren und Konfliktlinien zwischen unterschiedlichen Interessengruppen im Innen- wie auch Außenverhältnis werden erfasst und auf Lösungspotenzial beurteilt. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass das Projektvorhaben sich nicht nur an den tatsächlichen Bedürfnissen der (beteiligten) Leibniz-Institute orientiert, sondern auch erfolgreiche Transferstrategien aufgreift und integriert.
Abgeleitet aus den Ergebnissen der Situationsanalyse wird ein »Prototyp« für eine Wissensgemeinschaft entwickelt, der vorhandene Wissensbestände zusammenführt und transparent macht, geeignete Methoden für das Wissens- und Transfermanagement mit modernen Werkzeugen für eine kollaborative Wissensarbeit verknüpft und dieses mit einer einheitlichen Struktur und unter einer Oberfläche zusammenführt.
Das Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) im Rahmen des Förderprogramms »Wirtschaft trifft Wissenschaft« über einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert.

Beide Projekte werden im Sommersemester 2010 auch in die Lehre über Projektlehrveranstaltungen eingebunden und interessierten Studierenden die Möglichkeit gegeben, an aktuellen Forschungsprojekten teilzunehmen.
Abschließend sei schon jetzt auf eine zentrale Veranstaltung hingewiesen: Die »EScience Tage des Fachbereichs Informationswissenschaften« am 23.–24.03.2010. Bei dieser Veranstaltung werden zentrale Themen des Datenmanagements in der Forschung beleuchtet und diskutiert. Widmet sich der erste Tag vor allem spezialisierten Themen des Datenmanagements für Softwareentwickler, Informationsmanager, Bibliothekare und Wissenschaftler, wird am zweiten Tag potentiellen eSciDoc-Softwareentwicklern eine detaillierte Einführung in die Programmierung mit diesem Open-Source-System gegeben.
Keep watching!

Fussnoten

1. Gesetz über die Hochschulen des Landes Brandenburg (Brandenburgisches Hochschulgesetz- BbgHG) vom 18. Dezember 2008
2. vgl. z.B. Erklärung der Allianz der Deutschen Wissenschaftsorganisation zur Initiative „Digitale Information“. URL: http://www.dfg.de/aktuelles_presse/das_neueste/download/pm_allianz_digitale_information_details_080612.pdf
3. CARLSON, S. (2006) Lost in a Sea of Science Data: Librarians are called in to archive huge amounts of information, but cultural and financial barriers stand in the way. The Chronicle of Higher Education.  URL: http://chronicle.com/free/v52/i42/42a03501.htm

Editorial

BRaIn, die zwanzigste,

Vorhang auf für die zwanzigste Ausgabe von BRaIn. Diesmal berichten wir von der diesjährigen „Digital Humanities“ Tagung in Bern, die von Studierenden besucht wurde. Ein sehr lesenswerter Bericht.

Die Exkursion führte uns diesmal ins Baltikum. Viele andere Ziele hatte das Brain-Team in den letzten Jahren bereits bereist: Belgien, Deutschland,  Finnland, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen,  Österreich, Portugal, Slowakei, Spanien und UK, sogar bis Israel sind wir gekommen. Nun also das Baltikum. Wir haben wieder sehr interessante Eindrücke gewonnen, von einem sehr jungen Land, das  seit seiner Unabhängigkeit eine Menge Zeit und Geld in den Informationssektor investiert hat, von sehr engagierten Informationprofessionals die ihren Beruf als Berufung empfinden.

Erfahren Sie neben den Informationen zu Bibliotheken und der lettischen Informationsbranche Interessantes zu Land und Leuten, Mythen und Religion sowie zur politischen Situation.

Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Editorial

Das BRaIn-Team war nun schon zum 4. Mal bei einer Bobcatsss-Tagung. BOBCATSSS ist und bleibt ein tolles Event für die Studierenden und natürlich auch den begleitenden Professor.

Finnland im Winter  – ein Traum. Die Tagung fand am Rande von Tampere statt – der drittgrößten Stadt Finnlands. Die Anreise war leicht – mit dem Flieger bis Helsinki und dann noch 1 1/5 h mit dem Pendolino. Das Hostel (Omena-Hostel) ist sehr zentral gelegen und funktionell ausgestattet. Frühstück nebenan in einer Bar und ab zur Tagung. Gleich zu Beginn haben wir eine Menge alter Bekannter getroffen. Die Eröffnungszeremonie wurde kulturell umrahmt von den Mumins – eine wirklich schöne Idee.

Wie bereits im BRaIn-Artikel zur Tagung in Barcelona 2014 angemerkt sind jedoch wieder Monita angebracht: eine sehr unterschiedliche Qualität der Beiträge,  eine studentische Moderatorentätigeit, die stark verbesserungswürdig war etc. Andererseits glänzten die inhaltlich sehr guten Workshops. Die Erarbeitung und Beachtung von Qualitätskriterien sowohl z.B. bei der Auswahl der Beiträge als auch bei der Organisation erscheinen nach wie vor angebracht.  Bobcatsss wird hoffentlich auch weiter eine Zukunft haben, u.a. weil es kein vergleichbares Projekt des internationalen Austauschs unter Studierenden gibt.

Wir waren aber natürlich nicht nur in der Wissenschaft unterwegs, sondern haben uns auch dem Land Finnland und der Frage gewidmet, ob Finnland zu Skandinavien zählt oder nicht.

Freuen Sie sich auf die Beiträge  – viel Spaß beim Lesen

Editorial

Athen: wo die Demokratie entstand

Viele Länder haben wir in den letzten Jahren besucht, vergleichendes Bibliothekswesen in praxi. Nun führte es uns nach Athen.

In der antiken griechischen Polisdemokratie wurde mit Mehrheit entschieden. Und nach diesem demokratischen Prinzip wurde, wie eigentlich immer bei unseren Exkursionen, mit Mehrheit sich für Athen entschieden. Eine richtige und gute Entscheidung. Ein Land mit einer Fülle bibliothekarischer Attraktionen,  das in einer extremen Wirtschaftskrise steckt, und mit der Flüchtlingskrise zusätzliche Belastungen trägt – und dennoch nicht verzweifelt und aufgibt. Wir lernten warmherzige Menschen kennen, die eine außerordentliche Liebe zu ihrem Beruf haben, bei einem Einkommen, das an unser Mindesteinkommen erinnert,  erfuhren eine Menge über Public-Private Partnership Modelle, die es in dieser Größenordnung in Deutschland nicht gibt, die aber in der Lage sind, eine riesige futuristische Nationalbibliothek zu finanzieren.

Auch die Abende in der Plaka waren sehr entspannend – nicht nur wegen des griechischen Weins.

Ein Reise, die sich wieder sehr gelohnt hat und sicher lange in Erinerung bleibt.

 

Editorial

Mit BRaIn ins Heilige Land

Ursprünglich sollte es diesmal zur Bobcatsss-Tagung in Lyon gehen (s.a. Beitrag in BuB). Doch alle Recherchen ergaben: die Anreise gestaltet sich im Winterhalbjahr sehr aufwändig. Wir suchten nach Alternativen und wurden fündig: Israel – das Heilige Land.

Die Flugpreise sind moderat, die Vielzahl an informationswissenschaftlich interessanten Exkursionszielen war überraschend. Als besonders  nachhaltig gestaltete sich der Besuch des Department of Information Science der Bar-Ilan-Universität, Mitglied bei der iSchools Vereinigung. Der Fachbereich Informationswissenschaften wird eine Kooperation mit der Bar-Ilan-Universität eingehen.

Neben den fachlichen Zielen waren wir auch auf den Spuren unserer Zivilisation: der Via Dolorosa, der Grabeskirche, dem Schrein des Buches, der Erlöserkirche (die vor einigen Jahren im Zentrum eines Projekts der FHP stand) und vielen weiteren Zeugnissen.

Anfangs durchaus etwas nervend, die doch sehr abweichende Wochengestaltung: Freitag und Samstag sind frei. Am Freitag um 18:00, zu Beginn des Shabbat, erstirbt, zumindest in Jerusalem, das öffentliche Leben, bei Bus und Bahn sieht man nur noch „Service finished“.

Insgesamt waren es sehr interessante Begegnungen mit außerordentlich aufgeschlossenen, freundlichen Menschen. Lesen Sie die Eindrücke der Studierenden  – Shalom!

Editorial

Lange haben wir überlegt und diskutiert wohin das BRaIn-Team diesmal fährt. Ganz oben standen die moderne Public Library “Dokk1” in Arhus und die Bibliotheken in Oslo.

Letztlich haben die Studierenden mehrheitlich für Oslo gestimmt – eine gute Entscheidung, wie sich gezeigt hat. Oslo hat nicht nur den Ruf der „teuersten Stadt Europas“ sondern steht auch für eine der interessantesten Bibliothekslandschaften Europas. Wie auch die Dokk1-Bibiothek in Arhus hat man in Norwegen den Wert der Bibliotheken im Fokus und baut bewußt den „dritten Raum“. Bibliotheken werden hier schon selbstverständlich als viel mehr als Ausleihstellen verstanden. Doch lesen Sie selbst von den Eindrücken.

Als Neuheit ab dieser Ausgabe wird BRaIn über verschiedene bibliothekarische Highlights berichten – diesmal über die Einrücke von Studierenden vom Bibliothekartag in Nürnberg.

Editorial

Der Long Room der Old Library des Trinity College Dublin – ein Traum für jeden Bibliothekar. Für das BRaIn- Team wurde er im Januar wahr. Wir flogen nach Dublin und haben uns diese wunderbare Bibliothek angesehen. Aber auch die Nationalbibliothek, die Stadtbibliothek und viele andere bibliothekarische Institutionen standen auf unserem Plan. Das Programm war sehr eng und so manches haben wir nicht geschafft. Ein Grund für eine weitere Reise.

Neben den Bibliotheken waren  für uns aber besonders die Einstellung der Bibliothekarinnen und Bibliothekare  zum Beruf interessant: Wir hörten nur „Mein Traumjob“ oder „Ich will keinen anderen Job haben“ etc. Und das obwohl Irland finanziell durchaus gewaltige Probleme hat. Wirklich beeindruckend.

Viel Spaß beim Lesen der Eindrücke unserer Studierenden

Editorial

Die zweite Exkursion in 2014 führte das BRaIn-Team aus Potsdam nicht nach Ost-, West- oder Südeuropa sondern nach Weimar – der Stadt Goethes und Schillers – aber v.a. auch der Stadt der Anna-Amalia-Bibliothek. Dank einer Gesetzesänderung können jetzt auch Busse auf Strecken fahren, die bisher der DB vorbehalten waren – ein gutes Gesetz, denn so waren wir in gleicher Zeit für wenig Geld in Weimar. Wir haben viel gesehen und gelernt, z.B. dass die Lehrmeinung, Wasser schade Büchern mehr als Feuer, sich beim Brand der Anna-Amalia-Bibliothek als falsch herausgestellt hat. Mich selbst aber hat besonders beeindruckt wie schön Weimar (wieder) geworden ist. Auch ich war als Gymnasiast auf Bildungsfahrt in Weimar und kann mich sehr gut an unseren Eindruck erinnern: grau, kaputt und verfallen. Und heute? Die Stadt ist kaum wieder zu erkennen: renovierte und sanierte Häuser, frische Farben an den Gebäuden, die Gedenk- und Kulturstätten unter einem Dach vereint. Aber lesen Sie selbst, wie die Studierenden es gesehen haben. Viel Spaß dabei!

Editorial

Brain in Spain.

Brain war in diesem Jahr zum dritten Mal bei einer Bobcatss-Tagung (nach Porto und Amsterdam).

Es ist immer wieder hochinteressant zu sehen, wie Studierende aus vielen verschiedenen Ländern auf dieser Tagung zusammenkommen und gemeinsam diskutieren. Gleichwohl scheint das Grundprinzip von Bobcatsss: Eine Konferenz wird von zwei  (oder mehr) Universitäten aus Ost und West organisiert und durchgeführt – seit einiger Zeit nicht mehr tragfähig: So bereiteten in diesem Jahr Studierende aus Schweden und Spanien die Konferenz vor. Auch bei der Durchführung sind durchaus Monita angebracht: die sehr unterschiedliche Qualität der Beiträge, die Adhoc-Organisation der Poster-Evaluation (der Autor wurde auf der Treppe in die Jury kooptiert) etc. Die Erarbeitung und Beachtung von Qualitätskriterien sowohl z.B. bei der Auswahl der Beiträge als auch bei der Organisation erscheinen angebracht.

Bobcatsss wird auch weiter eine Zukunft haben, u.a. weil es kein vergleichbares Projekt des internationalen Austausch unter Studierenden gibt  und, wie es Eva May hier formuliert, ein guter „Start für Studierenden [ist], die gerade am Karriereanfang stehen und ihre eigene Rolle und Zukunft identifizieren müssen.“

In diesem Sinne freuen wir uns auf weitere spannende, interessante und diskussionsreiche Bobcatsss-Konferenzen.

Editorial

Bella Italia – Für das BRaIn-Team wurde eine weiterer Traum wahr. Wir besuchten Mailand, die reichste Stadt Italiens. Auch für die „Begleitung“ des BRaIn-Teams ein Höhepunkt. Unser Guide durch Mailands Bibliotheks- und Kunstszene,  zum zweiten mal Frau Dr. Hauke, erwies sich wieder als kenntnisreiche Expertin. Das Programm, das zunächst gar nicht so umfänglich erschien – vier Bibliotheken in 3,5 Tagen wra dann doch durchaus eng. Die vielen kunsthistorischen Schätze mit dem Highlight Leonardo da Vincis Abendmahl, bescherten uns allabendlich pflastermüde Füße. Wie gut, dass es sich in Mailand am Abend so wunderbar entspannen  läßt. Wir genossen im Navigli-Viertel an alten Kanälen, bei lauen Sommertemperaturen,  einen tollen Aperetivo und kleine Köstlichkeiten für wirklich kleines Geld.

Schön war’s. Für einige durchaus Anlass demnächst wieder nach Mailand zu kommen.

Ciao ragazzi.

Editorial

Wer hat an der Uhr gedreht? BRaIn – die 10te. Tatsächlich? Ja, BRaIn begann vor fünf Jahren im Jahre 2008 als Experiment. Es war nicht absehbar, ob und wie lange dieses Projekt läuft. Nun also schon die 10te Ausgabe. Wir haben begonnen mit Berichten aus dem Fachbereich Informationswissenschaften, berichteten über die BOBCATSSS-Tagungen in Porto und Amsterdam, haben uns an der Diskussion über Bachelor und Master beteiligt, auch an der Tarifdiskussion und vieles mehr. Seit einiger Zeit gehen wir nun auf Exkursion, besuchten Rom, London, Amsterdam und Brüssel.

Diesmal zog es uns nach Wien und in die nahe gelegene slowakische Hauptstadt Bratislava. Wien bezauberte durch Tradition (Wiener Hofbibliothek und eine Klosterbibliothek) und Moderne (das Vienna International Centre). Interessant war auch zu sehen, wie in der Slowakei Dokumentation und Bibliothek als Einheit aufgefasst werden.

BRaIn – die 10te wieder eine spannende Exkursion mit vielen Erlebnissen. Stay tuned :-)

Editorial

BRaIn war in den vergangenen Semestern in Rom, London und Amsterdam. Inspiriert von einer Exkursion der HU Berlin (Europa-Crash-Kurs für Berliner Studierende, BuB 61(2009)4) zog es uns nach Brüssel. Nachdem wir die Flüge gebucht hatten, ging es an die Organisation des Programms – und damit kamen die Probleme. Es stellte sich heraus, dass unser Ankunftstag  „Europa-Tag“ ist – alle Bibliotheken geschlossen. Nun, wir wollten ja nicht nur nach Brüssel, sondern auch nach Leuven. Bei der Anmeldung in der Bibliothek des EU-Parlaments dann die nächsten Probleme: „Bitte melden Sie sich mind. 6 Wochen vorher an.“ Und nun? Wir hatten doch nur noch 4 Wochen. Wie bereits 2009 half hier Frau Dr. Christine Wellems von der Hamburger Bürgerschaft, der unser ganz besonderer Dank gilt. Ohne Ihren Einsatz wäre unsere Exkursion wohl nicht so erfolgreich geworden.  Schritt für Schritt kämpften wir uns durch die Anmeldeprozeduren und mussten in Kauf nehmen, dass die Organisation von Kaffee aus Zeitgründen leider nicht mehr möglich war. Außerdem stellten wir kurz vor der Abreise fest, dass die Buchung unseres Hostel als Gruppe nicht zulässig war und viele andere kleinere Unannehmlicheiten. Nichtsdestotrotz haben wir es geschafft: wir haben einige tolle Bibliotheken gesehen, die EU ein wenig besser verstehen gelernt, interessante Menschen kennengelernt und Brüssel gesehen. Aber lesen Sie selbst.

„Wir fahren nach Amsterdam…“

Nachdem BRaIn in den vergangenen zwei Semestern das Bibliothekswesen in Italien und Großbritannien per „Autopsie“ besichtigen konnte, ließ sich diesmal das BRaIn-Team von den „Bobcatsssen“ nach Amsterdam locken. Eines kann konstatiert werden: Bobcatsss war wieder ein tolles Event für Studierende und die begleitenden Dozenten. Nach einer sehr beeindruckenden Eröffnung wurde in den Sitzungen eine Vielzahl von Themen diskutiert. Die Besichtigung der öffentlichen Bibliothek von Amsterdam wird allen in Erinnerung bleiben. Sicher werden wir auch bei den nächsten Konferenzen in Ankara und Barcelona dabei sein.

In den Beiträgen  dieser Ausgabe finden Sie wieder Berichte aus der Sicht der Tourteilnehmer. Außerdem gibt es Einsichten zum niederländischen Bibliothekswesen sowie zur Amsterdam.

Eine Stadt in der Stadt: Das VIC in Wien

Als krönenden Abschluss besuchten wir am Mittwoch das „Vienna International Centre“, eines der vier UNO-Sitze, neben New York, Nairobi und Genf.  Nach der Sicherheitskontrolle und dem Ausstellen von Besucherausweisen fühlt man sich tatsächlich wie in einer Stadt in der Stadt. Es empfängt einem eine moderne Architektur, in der sich, wie in einer Anekdote berichtet wird, erwähnt Attentäter verlaufen sollten. Kafka lässt grüßen!

Wien Vienna International Center VIC

(Urheber: Stephan Büttner)

Trotz eines zunächst babylonisch anmutenden Sprachgewirrs dominierte eindeutig  Englisch und Deutsch – schließlich sind ca. 1/3 der 5000 Mitarbeiter aus Österreich.

Zunächst besichtigten wir die United Nations Library, die Teil des weltweiten Netzes der Bibliotheken der Vereinten Nationen ist und sehr eng mit zwei anderen Bibliotheken im Haus, der Bibliothek für Internationales Handelsrecht (UNCITRAL) und der Bibliothek des Informationsdienstes der Vereinten Nationen (UNIS) zusammenarbeitet. Interessant für uns die Unterschiede zu hören. Bei der UNICTRAL werden digital vorliegende Informationen weniger benötigt als gedruckte Medien. Der Grund? Zu teuer! Das Selbstverständnis ist „provide reference“.  Beim Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) wird hingegen nach dem Motto „Hauptsache, die Informationen liegen in digitaler Form vor“ gearbeitet.

Besonders interessant für die angehenden Dokumentare unter uns war der Besuch in der außergewöhnlichsten Bibliothek des VIC, der Bibliothek der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Seit einigen Jahren leitet der hochmotivierte Thanos Giannakopoulos diese Einrichtung und zeigte uns stolz die Bibliothek, mit den vielfältigen Services, u.a. mit diesem hier :-)

:-)

(Urheber: Stephan Büttner)

aber auch den Datenbankdienst INIS (International Nuclear Information System), eine der ältesten bibliografischen Datenbanken.

IAEA Thanos Giannakopoulos

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Bereits 1970 wurden von INIS  Magnetbänder mit bibliografischen Informationen für die Mitgliedsländer der IAEA produziert. Heute sind es mehr als 3,3 Mio. Dokumentnachweise und mehr als 280.000 Volltexte. Spannend zu sehen, wie INIS erwachsen, dabei aber nicht grau geworden, sondern mit modernen Diensten mitgewachsen ist. INIS versteht sich eher als „doorway than a gatekeeper of information“. Seit 2009 ist INIS webbasiert und hat seit 2011 eine „Google-basierte“ Suche – voll im Trend.

Ein modernes Haus mit so verschiedenen Ansichten und Einsichten, eben eine Stadt in der Stadt. Uns hat es gefallen :-)

Wien Vienna International Center VIC

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