ISSN: 1867-6189
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Vienna calling…

17. Dezember 2012, eine Gruppe von zehn Studenten und ein Professor landen am Flughafen. Sie sind vor dem Weihnachtstrubel geflüchtet, könnte man meinen. Doch sind sie nicht im warmen Süden gelandet, sondern in Wien. Es ist dunkel, kalt, nass und immer noch Winter. Wieso also dann Wien? Weil jedermann von dieser prunkvollen Stadt hört und spricht, wurde es Zeit sich selbst davon zu überzeugen.

Da wären wir also, gerade noch in Berlin, jetzt schon in Wien. Viel sehen konnte man am ersten Abend noch nicht, doch bereits am nächsten Tag zog die Stadt uns in ihren Bann. Denn selbst im Regen und im tiefsten grauen Winter zeigte Wien seinen unverwechselbaren Charme.

Die Bundeshauptstadt von Österreich zählt aktuell etwa 1,7 Mio Einwohner und beherbergt so ganz nebenbei auch noch einen der vier Amtssitze der Vereinten Nationen und wird deshalb auch als UNO-City bezeichnet.[1] Aufgrund seiner internationalen politischen Einflüsse ist Wien auch als Weltstadt bekannt. Wien war durch die Habsburger Regentschaft jahrhundertelang auch kaiserliche Hauptstadt und Reichsresidenz.[2]

Bis in die heutige Zeit verbindet man die Stadt mit dem bekannten Kaiserpaar Sisi und Franz. Der österreichische Kaiser Franz Joseph I. heiratete die junge Elisabeth von Bayern 1854 in der Augustinerkirche in Wien, die 1330 erbaut wurde. Der Geburtsort Kaiser Franz Josephs I. war das weltberühmte Schloss Schönbrunn, welches ab 1696 erbaut wurde. Heute lockt es als Weltkulturerbe und meistbesuchte Sehenswürdigkeit Wiens Touristen aus aller Welt an. Wien glänzt mit einer Vielzahl weiterer prunkvoller Bauten, erwähnenswert wären unter anderem das Belvedere, die Hofburg und zahlreiche Kirchen.[3]

Die Österreichische Nationalbibliothek (Hofburg)

Die Österreichische Nationalbibliothek (Hofburg) (Urheberin: Sandra Düllmann)

Als weiteres Wahrzeichen gilt der Stephansdom inmitten der Stadt am Stephansplatz. Die Entstehungszeit der Dom- und Metropolitankirche St. Stephan geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Ein Lichtprojekt, anlässlich der vergangenen „Langen Nacht der Kirchen“, initiiert von der Installationskünstlerin Victoria Coelns, sorgte für ein eindrucksvolles farbliches Lichterspiel, welches uns und zahlreiche Besucher faszinierte.[4]

Stephansdom illuminiert

Der Stephansdom (Urheber: Stephan Büttner)

Machen wir einen Sprung zu den kulinarischen Spezialitäten Wiens. In jedem Reiseführer wird neben dem Wiener Schnitzel und dem Kaiserschmarrn, die Sachertorte, eine Schokoladentorte mit Marillenmarmelade und Schokoladenglasur als Wiener Spezialität gepriesen. Wir können deshalb einen Besuch im Café „Griensteidl“ nur empfehlen. Hier gingen bereits berühmte Dichter wie Arthur Schnitzler und Hugo von Hoffmannsthal ein und aus.[5] Das Kaffeehaus befindet sich am Michaelerplatz, nahe des Sisi Museums und der Spanischen Hofreitschule, die nur einen Katzensprung vom Stellplatz der Pferde entfernt ist.

Die Spanische Hofreitschule

Die Spanische Hofreitschule (Urheberin: Sandra Düllmann)

Ebenfalls zu Wiens bekannten Sehenswürdigkeiten zählen die Wiener Staatsoper, der Prater, das Hundertwasserhaus, sowie eine Vielzahl von Museen. Leider gab unser strammer Terminplan nur wenig Zeit für all die Sehenswürdigkeiten her. Zu den Highlights unserer Exkursion zählten die Klosterbibliothek im Schottenstift, sowie der beeindruckende Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek Wiens. Auch der Besuch auf internationalem Terrain bei der UNO hat einen besonderen Eindruck hinterlassen.

Die Zeit im „Wombats“, unserem Hostel am Westbahnhof, ist ebenfalls in guter Erinnerung geblieben. Es waren lustige Abende in gemütlicher Runde, bei denen auch mal die Studentinnen den „Herrn“ Studenten gezeigt haben wie man richtig Kicker spielt. Die Billardrunden hingegen gingen unentschieden aus.

Die Zeit verging also wie im Fluge, waren wir doch eben erst angekommen, brachen wir plötzlich schon zum Heimweg auf.

Wie schon damals Falco, ein waschechter Wiener, sang: “ Hello, hello, Vienna calling…“ bleibt vielen von uns wohl nichts anderes übrig, als wieder eine Reise nach Wien zu buchen und uns erneut Wiens Charme hinzugeben.


[1] Wien: Baedeker, 2005, S.292

[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Wien, letzter Zugriff: 24.01.2013

[3] Wien: Baedeker, 2005, S.62, 159, 160, 264

[4] http://wien.orf.at/news/stories/2532645/, letzter Zugriff: 23.01.2013

[5] Wien: Baedeker, 2005, S.92

Eine Stadt in der Stadt: Das VIC in Wien

Als krönenden Abschluss besuchten wir am Mittwoch das „Vienna International Centre“, eines der vier UNO-Sitze, neben New York, Nairobi und Genf.  Nach der Sicherheitskontrolle und dem Ausstellen von Besucherausweisen fühlt man sich tatsächlich wie in einer Stadt in der Stadt. Es empfängt einem eine moderne Architektur, in der sich, wie in einer Anekdote berichtet wird, erwähnt Attentäter verlaufen sollten. Kafka lässt grüßen!

Wien Vienna International Center VIC

(Urheber: Stephan Büttner)

Trotz eines zunächst babylonisch anmutenden Sprachgewirrs dominierte eindeutig  Englisch und Deutsch – schließlich sind ca. 1/3 der 5000 Mitarbeiter aus Österreich.

Zunächst besichtigten wir die United Nations Library, die Teil des weltweiten Netzes der Bibliotheken der Vereinten Nationen ist und sehr eng mit zwei anderen Bibliotheken im Haus, der Bibliothek für Internationales Handelsrecht (UNCITRAL) und der Bibliothek des Informationsdienstes der Vereinten Nationen (UNIS) zusammenarbeitet. Interessant für uns die Unterschiede zu hören. Bei der UNICTRAL werden digital vorliegende Informationen weniger benötigt als gedruckte Medien. Der Grund? Zu teuer! Das Selbstverständnis ist „provide reference“.  Beim Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) wird hingegen nach dem Motto „Hauptsache, die Informationen liegen in digitaler Form vor“ gearbeitet.

Besonders interessant für die angehenden Dokumentare unter uns war der Besuch in der außergewöhnlichsten Bibliothek des VIC, der Bibliothek der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Seit einigen Jahren leitet der hochmotivierte Thanos Giannakopoulos diese Einrichtung und zeigte uns stolz die Bibliothek, mit den vielfältigen Services, u.a. mit diesem hier :-)

:-)

(Urheber: Stephan Büttner)

aber auch den Datenbankdienst INIS (International Nuclear Information System), eine der ältesten bibliografischen Datenbanken.

IAEA Thanos Giannakopoulos

(Urheber: Stephan Büttner)

Bereits 1970 wurden von INIS  Magnetbänder mit bibliografischen Informationen für die Mitgliedsländer der IAEA produziert. Heute sind es mehr als 3,3 Mio. Dokumentnachweise und mehr als 280.000 Volltexte. Spannend zu sehen, wie INIS erwachsen, dabei aber nicht grau geworden, sondern mit modernen Diensten mitgewachsen ist. INIS versteht sich eher als „doorway than a gatekeeper of information“. Seit 2009 ist INIS webbasiert und hat seit 2011 eine „Google-basierte“ Suche – voll im Trend.

Ein modernes Haus mit so verschiedenen Ansichten und Einsichten, eben eine Stadt in der Stadt. Uns hat es gefallen :-)

Wien Vienna International Center VIC

(Urheber: Stephan Büttner)