ISSN: 1867-6189
  • Alle Artikel des Autors bzw. der Autorin :

Die Akademie von Athen

Nachdem die Nationalbibliothek besichtigt wurde, bewegte sich unsere Gruppe einfach zwei Häuser weiter und stand auf einmal vor dem alten Gebäude der Akademie von Athen. Statuen, Säulen, Friese – all das wirkte wie ein Zeitsprung in die antike Vergangenheit der Stadt. Errichtet wurde der Bau jedoch erst im 19. Jahrhundert. Als Teil der Athener Trilogie, bestehend aus den Gebäuden der Universität, der Akademie und der Nationalbibliothek, bietet es einen imposanten Anblick mitten im Zentrum der Metropole.

Abbildung: Die Athener Akademie Foto: Victoria Jahrmarkt

Abbildung: Die Athener Akademie
Foto: Victoria Jahrmarkt

Die Akademie ist eine Forschungseinrichtung, die keiner Universität angeschlossen ist und vollkommen eigenständig agiert. Sie bietet Forschern und Wissenschaftlern die Gelegenheit, wichtigen Studien nachzugehen und ist in 12 Forschungseinrichtungen unterteilt. Die Geisteswissenschaften spielen dabei eine wesentliche Rolle. Sie führt damit das Erbe ihres antiken Vorbildes fort, der Platonischen Akademie.
Wir besichtigten, wie kann es anders sein, natürlich die Bibliothek. Sie befindet sich im Untergeschoss der Akademie und ist nach Ioannis Sykoutris benannt, einem Gelehrten und Übersetzer klassischer antiker Texte. Wir wurden von zwei freundlichen Damen empfangen und ließen uns in einem kleinen Saal über die Geschichte und Bedeutung der Akademie und der dazugehörigen Bibliothek aufklären.
Die Bibliothek verwahrt eine interessante Sammlung alter Karten und Pläne. Des Weiteren viele historische sowie Altbestände. Einige der Werke waren auch in deutscher Sprache verfasst. Ab dem  19. Jahrhundert wurde Griechenland, nach einer kurzen Phase der Demokratie, von deutschen Fürstenhäusern regiert.
Online ist die „Digital Academy“ verfügbar. Dort können Multimedia-Bestände wie Video- und Audiodateien ebenso wie einfache Besitznachweise eingesehen werden. Die „Digital Academy“ ist ein Repositorium, welches die verschiedenen Fachdisziplinen der Akademie vereint. Besonders interessant fand der Autor die 3D-Ansicht auf anthropologische Objekte. Im Rahmen eines Projektes wurden Gegenstände abgetastet und als 3D-Modelle verfügbar gemacht. Hochauflösend und mit hoher Zoomstufe können sie dadurch detailliert untersucht werden. Mit der entsprechenden Ausrüstung ist auch eine VR-Ansicht möglich.

Quellen:

http://www.academyofathens.gr/en
http://repository.academyofathens.gr/en

Nationalbibliothek Israel

Am dritten Tag der Reise nach Israel besuchten die BRaIn-Redakteure die Nationalbibliothek von Israel.

Die Midrash Abarbanel Public Library, der direkte Vorgänger der Nationalbibliothek wurde bereits 1892 mit dem Ziel gegründet „die Schätze der jüdischen Literatur“ zu sammeln. 1953 verabschiedete die Kensset das „Legal Deposit Law“, welches das Pflichtexemplarrecht in Israel regelt. Es besagt, dass zwei Kopien eines jeden in Israel publizierten Buches an die Jüdische National- und Universitätsbibliothek übergeben werden müssen. Die Einweihung des Bibliotheksneubaus auf dem Gelände der Hebrew University fand 1960 statt. 2007 trat, auf Beschluss der Knesset, das „National Libary Law“ in Kraft. Verwaltungstechnisch wurde die Nationalbibliothek von der Hebrew University losgelöst und fungiert seit 2008 als Tochtergesellschaft der Universität. Gleichzeitig wurde der Sammelauftrag erweitert. Seither sammelt die Bibliothek nicht nur israelische Medien sondern auch historisch wichtige Werke der Menschheit, wobei der Schwerpunkt klar auf dem Land Israel und deren jüdischen Einwohnern im Besonderen liegt.

2014 führte die Nationalbibliothek Katalogisierungsregeln nach RDA (Resource Description and Access) ein.

Derzeit befindet sich ein Neubau der Nationalbibliothek in Planung, da die bisherigen Räumlichkeiten keinen ausreichenden Platz mehr bieten.

Die Nationalbibliothek verfügt über eine große Kartensammlung. Das Heilige Land bildet dabei den Themenschwerpunkt.

Präsentation in der Kartensammlung

Im hauseigenen Soundarchiv können lokale Künstler im Aufnahmeraum israelische und jüdische Musik einspielen, welche anschließend archiviert wird. Das Soundarchiv sammelt auch Dokumente wie Noten und hat die Aufgabe archivierte Musik der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Mitarbeiter der Digitalisierungsabteilung

Große Bestände sind oder werden derzeit digitalisiert. Nachdem die Texte gescannt wurden, kommt eine Texterkennungssoftware zum Einsatz. Mithilfe von OCR (Optical Character Recognition) kann später direkt in den Texten eine Wortsuche durchgeführt werden.

Die Sammlung Gershom Scholem, benannt nach einem wichtigen Religionshistoriker, der an der Hebräischen Universität

lehrte, beherbergt etwa 4.000 Bücher. Einige davon stammen aus dem 15. Jahrhundert. Weitere große Sammlungen sind die Judaica Sammlung, die Israel Sammlung sowie die Islam & Mittlerer Osten Sammlung.

Zettelkatalog der Gershom Scholem Collection

In regelmäßigen Abständen findet der sogenannte Wikipedia Morning statt. Dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen Wikimedia Israel und der Nationalbibliothek. Bis zu 20 Teilnehmende werden bei jedem Kurs von Freiwilligen im Umgang mit Wikipedia geschult. Die Nationalbibliothek hat außerdem Wiki Commons, der Medienseite von Wikipedia, 200 gescannte Karten historischer Ansichten von Jerusalem überlassen.


Quelle: http://web.nli.org.il/sites/nli/english/Pages/default.aspx