ISSN: 1867-6189
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Podcast zum Forschungsdatenmanagement – Vorwort

Forschungsdaten sind eine wesentliche Grundlage für  gute wissenschaftliche Praxis, der Umgang mit Forschungsdaten jedoch ein sensibles Thema in den verschiedenen Scientific Communities. Der freie Zugang zu erhobenen Forschungsdaten – Open Data – ist ein zentrales Anliegen der Open Access Bewegung hin zu Open Science, die für Deutschland mit der Berliner Erklärung im Jahre 2003 begann. So ist es verpflichtend, dass erhobene Daten aus DFG- oder EU-finanzierten Forschungsprojekten anderen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zugänglich gemacht werden. Ausnahmen bilden hierbei allerdings rechtliche Bedenken zum Datenschutz oder der Offenlegung von Firmengeheimnissen.

Abgesehen von offenen Fragen hinsichtlich des Urheberrechts und des  Datenschutzes, gibt es jedoch eine Reihe von Barrieren, die einen freien Zugang zu Forschungsdaten erschweren und somit einem freien Austausch im Wege stehen.

Im Rahmen des Masterstudiengangs Informationswissenschaften an der Fachhochschule Potsdam haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Seminars “Virtuelle Wissensumgebungen” bei Herrn Prof. Dr. Büttner einen wissenschaftlichen Podcast zum Thema Forschungsdatenmanagement erstellt. Hierbei wurden drei ausgewählte Experten und Expertinnen befragt, mit dem Ziel gegenwärtige Herausforderungen und Trends zu äußern. Weiterhin bilden die Zukunftsperspektiven im Umgang mit Forschungsdaten einen elementaren Teil der Interviewfragen.

Roland Bertelmann (Leiter der Bibliothek des Wissenschaftsparks Albert Einstein), Claus Spiecker (Projekt „Parthenos“ der FH Potsdam) und Prof. Monika Hagedorn-Saupe (Stellvertretende Leiterin des Instituts für Museumsforschung der staatl. Museen Berlin, preußischer Kulturbesitz) standen hierzu Rede und Antwort.

Die Interviews stehen allen Interessierten im Audio-Format auf dem frei zugänglichen Repositorium Zenodo zur Verfügung. Sie gewähren einen interessanten Einblick in diese Thematik und regen den interdisziplinären Austausch im Umgang mit Forschungsdaten an.

BRaIn auf Mission in Weimar

Bundesland Thüringen
Fläche 84,26 km²
Einwohner 63.236

Alles begann mit dem Artikel „Schädel in Weimar gehört nicht Schiller“ in der Tageszeitung „Die Welt“. Dort wurde berichtet, dass über DNA-Analysen festgestellt wurde, dass der Schädel, der sich in Weimars Fürstengruft befindet, nicht zum Dichter Friedrich Schiller gehört. Für uns begann damit eine spannende Reise in die geschichtsträchtige Stadt Weimar und einer Frage: „Wo ist Schillers Kopf?!“.

Der erste Besuch nach einer etwas überstürzten Ankunft in Weimar galt der Bibliothek des Konzentrationslagers Buchenwald. Wir bekamen einen sehr interessanten Einblick in den Arbeitsalltag der Bibliotheksleiterin Frau Greuel, die diese One-Person-Library leited. Eines ist sicher, langweilig wird es dort nie.

Die nächste Station führte uns dann direkt zum historischen Friedhof von Weimar. Leider waren wir zu spät um die Fürstengruft besichtigen zu können. Dennoch lohnt sich ein Besuch. Viele bekannte Namen der deutschen Geschichte sind dort zu finden. Auch die Kapelle des russisch-orthodoxen Friedhofs ist ein Muss, besonders in der Abendsonne stechen die „gold“ glänzenden Türme hervor und bieten einen schönen Anblick.

Urheber: Britta Wildemann

Urheber: Britta Wildemann

Am darauffolgenden Tag ging unsere Exkursion dann richtig los. Den Start machte das Bauhaus-Museum. Direkt im Anschluss ging es zu einem spontanen Besuch in die Bibliothek der Bauhaus-Universität. Glücklicherweise schien die Bibliothekarin vor Ort unsere Spontanität zu begrüßen, denn Sie empfing uns sehr herzlich und führte uns mit Freude und Begeisterung durch die Bibliothek. Zuerst kam der Neubau der Einrichtung, der seit 2005 besteht. Ein unterirdischer Gang führt in ein ehemaliges Brauereigebäude, auch „Limona“ genannt. Ein kompletter architektonischer Kontrast zum Neubau, aber voller Charme. Der Name „Limona“ stellt den Bezug zur früheren Nutzung des Gebäudes dar, der Herstellung von Limonade.

Direkt gegenüber der Universitätsbibliothek befindet sich die Stadtbibliothek von Weimar. Diese Gelegenheit ließen wir uns natürlich nicht entgehen, auch dort die Köpfe hinein zu stecken. Wie schon in der vorangegangenen Situation wurden wir auch dort mit offenen Armen empfangen und durch das Gebäude geführt. Tatsächlich entdeckten wir eine Büste von Friedrich Schillers Kopf im Treppenhaus der Bibliothek. Der Tag konnte nicht besser werden.

Urheber: Helma Ulbricht

Urheber: Helma Ulbricht

Nachdem wir Weimars Bibliothekswelt unsicher gemacht hatten, entschieden wir, die Fachrichtung zu ändern. Das Goethe-Schiller-Archiv stand auf dem Plan. Begrüßt wurden wir von einer Schauspielergruppe, die das Foyer des Archivs für die Probe eines Theaterstückes nutzte, vermutlich ging es um Goethes „Faust“.

Auf dem Weg zum Schloss Belvedere kamen wir über den Herderplatz. Dort steht die Stadtkirche St. Peter und Paul. Besser bekannt ist sie unter dem Namen Herderkirche, da Johann Gottfried Herder (1744-1803) als Generalsuperintendant und Oberpfarrer an der Stadtkirche wirkte. Natürlich warfen wir auch dort einen Blick hinein. In dieser Kirche wurde die Herzogin Anna Amalia im Jahre 1807 beigesetzt. Eine Gedenktafel befindet sich rechts des Altars.

Da wir nun den Ort der Beisetzung Herzogin Anna Amalias gesehen haben, war die Terminplanung perfekt gesetzt.

Das Beste zum Schluss. Die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek. Mit einer Führung durch den Rokokosaal sowie die Bibliotheksräume und einem anschließenden Fachgespräch mit dem stellvertretenden Leiter Hr. Dr. Weber fanden wir einen guten Abschluss für unsere Exkursion.

Drei vollgepackte spannende Tage gingen wie im Fluge vorbei. Schillers Kopf haben wir zwar nicht direkt gefunden, aber dafür eine schöne Stadt kennengelernt.

Wegpunkte unserer Haltestellen in Weimar

Wegpunkte unserer Haltestellen in Weimar mit Verlinkung zu GoogleMaps.

Fotostrecke:

Fazit

Aus den Meinungen der Experten- und Expertinnen haben sich einige Punkte herausgebildet, die ebenfalls im Fokus unserer Betrachtung standen. Es wurde deutlich, dass die Forschungsinfrastrukturen in Deutschland durch gute Informationsinfrastrukturen als integraler Bestandteil sowie durch gut ausgebildete Fachkräfte, gestärkt werden könnten. Dazu würden in erster Linie wissenschaftliche Bibliotheken und Informationsdienste gehören, die bei der Aufbereitung und Anreicherung von Forschungsdaten unterstützend zur Seite stehen und zudem den Publikationsprozess begleiten könnten.

Ein weiterer bedeutender Aspekt, dem in allen Interviews Nachdruck verliehen wurde, sind die klaren Anforderungen an die gesuchten Fachkräfte. Die geforderten Kompetenzen hinsichtlich der Unterstützung im Forschungsdatenmanagement ist weniger an konkrete Lehrinhalte gebunden. Vielmehr müssten die Absolventen und Absolventinnen der jeweiligen Hochschulen eine Sensibilität für diese Thematik mitbringen und in der Lage sein, strukturiert und konzeptionell zu Denken. Nicht zuletzt sei die technische Kompetenz und das Beherrschen aktueller Programmiersprachen von nicht unwesentlicher Bedeutung.
Zu den größten benannten Herausforderungen im Umgang mit Forschungsdaten zählt die Verbesserung des Datenproduktes für die Fachcommunity, etwa durch die Anreicherung von Metadaten und das Aufwerten durch Kontextinformationen. Es bleibt offen, ob diese Anforderungen an Forschungsdaten durch universelle Standards festgelegt werden können, die auch die unterschiedlichen Fachtermini und Vokabulare unterstützen sowie der Heterogenität der Forschungsdaten gerecht werden.

Auf der anderen Seite sollte die Kompetenz, ob technisch oder strukturell, im Umgang mit Forschungsdaten unter den Wissenschaftlern gestärkt werden, damit sich ein disziplinärer und interdisziplinärer Austausch möglichst fördernd für die Wissenschaftscommunity auswirken kann.